Seine Verweilzeit in der heimischen Küche ist kurz, die Liste seiner Liebhaber dagegen umso länger: Endlich gibt es wieder Spargel! Bevor der Genuss des „weißen Goldes“ Ende Juni wieder vorbei ist, nutzen wir den Moment, dieses besondere Gemüse einmal genauer zu betrachten.
„Elfenbein zum Essen“
Die Namensvielfalt, die sich Genießer für Spargel einfallen lassen, ist endlos. Aber was genau ist eigentlich das Geheimnis des „königlichen Gemüses“? Eine große Besonderheit des Spargels ist, dass er zeitlich nur begrenzt erhältlich ist. Je nach Witterung ist der erste Freilandspargel ab Ende April/Anfang Mai zu erwarten, die Ernte endet jedoch traditionell am Johannistag (24. Juni). Der Grund ist einfach: Die mehrjährigen Spargelpflanzen benötigen genügend Zeit bis zum Herbst, um Spargellaub zur Photosynthese auszubilden. Denn nur die so gewonnene Energie sichert den Pflanzen genug Kraft für ein erfolgreiches Wachstum im Folgejahr. Neben dem weit verbreiteten weißen Gemüsespargel wird häufig auch die grüne Variante angeboten. Grüner Spargel wächst oberirdisch, muss nur im unteren Drittel geschält werden und schmeckt etwas herzhafter.
Wasser in Stangen
Fakt ist: Spargel besteht tatsächlich zu mehr als 92% Wasser. Darüber hinaus enthält er aber auch jede Menge Vitamine und Mineralstoffe, sowie kaum Fett und Kohlenhydrate. Das macht Spargel nicht nur zu einem besonders leichten, sondern auch zu einem sehr ausgefallenen Gemüse. Denn der hohe Kaliumgehalt und die ebenfalls enthaltene Asparagusinsäure lässt Spargel harntreibend wirken. Viele Menschen kennen zudem den unangenehmen Nebeneffekt, dass der Urin nach dem Genuss von Spargel sehr geruchsintensiv ist. Grund dafür ist die enzymatische Spaltung der Säure im Körper, der danach schwefelhaltigen Verbindungen mit dem Urin ausscheidet.
Zubereitung und Genuss
Wenn möglich sollte Spargel immer frisch verzehrt werden. In der Spargelzeit bietet sich oft die Möglichkeit, das weiße Gold direkt beim Bauern zu beziehen. Nun bieten auch die meisten Supermärkte Spargel aus deutschen Landen an. Die klassische Zubereitung ist das Kochen oder Dünsten. Bei den heute verbreiteten Spargeltöpfen mit Siebeinsatz braucht man dafür nur wenig Wasser, das mit je einer Prise Salz und Zucker sowie einem Spritzer Zitronensaft etwa 12-15 Minuten für bissfesten Spargel kochen muss. Wer seinen Spargel nach dem Einkauf haltbar machen will, wickelt die Stangen einfach in ein feuchtes Handtuch und lagert Sie so bis zu drei Tage lang im Kühlschrank. Geschält kann Spargel auch ohne Probleme eingefroren werden. Unser Tipp: Einfach am Ende der Spargelzeit einen kleinen Vorrat an geschälten Spargelstückchen für die Herbst- und Winter-Suppenküche in den Tiefkühlschrank packen!
Unser Rezept des Monats: Spargelsalat mit Tomaten
Zutaten
1 kg Spargel
200 g Kirschtomaten
ca. 150 g Blattsalat (z. B. Salatherzen)
1 Zwiebel
5 EL Olivenöl
5 EL dunkler Balsamico-Essig
1/2 TL Honig
1/2 TL mittelscharfer Senf
Salz, Pfeffer, Zitronensaft, einige Blätter Basilikum
Zubereitung
Den Spargel schälen und die holzigen Enden abschneiden. Nun den Spargel schräg in Scheiben schneiden und in einer großen Pfanne mit 1 EL Öl ca. 5 Minuten bissfest braten. Währenddessen die Tomaten waschen und ggf. halbieren. Den Salat ebenfalls waschen, trocknen und in mundgerechte Stücke zupfen. Die Zwiebel fein hacken und mit dem Essig, Honig, Senf und Öl verrühren, die Vinaigrette dann mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken. Basilikumblätter waschen, trockenschütteln, klein schneiden und dazu geben. Nun die Salatzutaten in einer großen Schüssel mit dem leicht abgekühlten Spargel mit der Vinaigrette vermengen und sofort servieren.
Guten Appetit!










