Was ist Multipler SkleroseBei Multipler Sklerose (MS) handelt es sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Die Entzündungsursachen können vielfältig und die Entzündungsformen unterschiedlich sein. Damit ein Entzündungsprozess im Körper ablaufen kann, werden bestimmte Brennstoffe benötigt, die in Entzündungsstoffe umgewandelt werden und die typischen Symptome verursachen. Diese Brennstoffe bzw. entzündungsauslösenden Faktoren gilt es zu meiden. Es gibt leider bis heute keine spezielle „MS-Diät“. Eine ausgewogene, fettarme und abwechslungsreiche Kost entspricht deshalb der optimalen Ernährung bei MS und kann das Krankheitsgeschehen bei Multipler Sklerose positiv beeinflussen. Was heißt das nun im Einzelnen für die Betroffenen?

Die Energiezufuhr sollte sich folgendermaßen zusammensetzen: 55% Kohlenhydrate, 30% Fett und 15% Proteine. Welche Funktionen haben die einzelnen Nährstoffe in unserem Körper?

Kohlenhydrate
lassen sich in Monosaccharide (z. B. Traubenzucker), Disaccharide (z. B. Haushaltszucker) und Polysaccharide (z. B. Stärke, Ballaststoffe) unterteilen. Sie sind der wichtigste Energielieferant und sorgen für die Aufrechterhaltung unserer Körpertemperatur. In unserer Ernährung sollte der Schwerpunkt auf die komplexen Kohlenhydrate (Polysaccharide) gelegt werden. Dazu zählen z. B. Getreide, Obst, Gemüse, Reis, Hartweizennudeln und Kartoffeln.

Fette liefern unserem Körper die essentiellen Fettsäuren und sind Träger der fettlöslichen Vitamine (E, D, K, A). Besonderes Augenmerk sollte auf die Fettsäuren gelegt werden. Fette sind chemisch betrachtet Verbindungen aus Glycerin und drei meist unterschiedlichen Fettsäuren. Hier unterscheidet man zwischen gesättigten, ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ist das Fett bei Raumtemperatur flüssig, spricht man von Öl. Eine der mehrfach ungesättigten Fettsäuren in unserer Ernährung ist die Arachidonsäure. Diese Fettsäure kommt in Pflanzen nicht vor. Sie wird im tierischen Organismus, so auch im menschlichen, bei der Verdauung von Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) gebildet oder über den Verzehr von tierischem Fett, aufgenommen. Die Arachidonsäure ist ein Brennstoff, deren Umwandlungsprodukte maßgeblich am Entzündungsgeschehen beteiligt sind. Diese gilt es daher zu meiden. Entzündungshemmend hingegen wirkt die Eicosapentaensäure, die ein Abbauprodukt der α-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) ist.

Proteine (Eiweiß) sind aus Aminosäuren aufgebaut und für den Aufbau und Erhalt unserer Körperzellen wichtig. Einige davon sind essentiell und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Proteine kommen in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor. Wichtige Eiweißlieferanten sind z.B. Fisch, Fleisch, Milch- und Milchprodukte, Getreide- und Getreideprodukte.

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind für das Wachstum und viele Stoffwechselvorgänge sehr wichtig. Sie enthalten keine Energie sind aber essentiell und müssen daher täglich mit der Nahrung aufgenommen werden.

Antioxidantien sind sogenannte Radikalfänger. Sie bauen Sauerstoffradikale zu unschädlichem Sauerstoff und Wasser um. Deshalb sind diese Radikale nicht mehr in der Lage die Arachidonsäure zu Entzündungsstoffen umzubauen. Zu den Antioxidantien gehören Vitamin C und Vitamin E. Spurenelemente, wie Selen und Kupfer, können ebenfalls Radikale mit Hilfe von Enzymen unschädlich machen.

Beim nächsten Mal: Tipps zur Ernährung bei Multiple Sklerose