Zwei Mal im Jahr werden in Deutschland die Uhren auf Winter- beziehungsweise Sommerzeit umgestellt. „Wird die Uhr jetzt vor- oder zurück gestellt?“ ist dann eine Frage, die sich viele von uns stellen. Nach der Zeitumstellung benötigen dann die meisten Menschen, vor allem Kleinkinder und Babys, einige Tage bis sie sich an die neue Uhrzeit gewöhnt haben. Warum ist das so? Und wie kann man vor allem Babys und Kleinkindern die Uhrumstellung leichter machen? Diese und viele weitere Fragen rund um das Thema Zeitumstellung klären wir heute in unserem Blog.

Uhrumstellung: Sommer- und Winterzeit.

Am letzten Sonntag im März beginnt in Deutschland – und in allen anderen EU-Mitgliedsstaaten – die Sommerzeit. Dann wird die Uhr eine Stunde vorgestellt, zum Beispiel von zwei Uhr auf drei Uhr. Dadurch hat der letzte Sonntag im März offiziell nur 23 Stunden. Am letzten Sonntag im Oktober wird die Uhr zurück auf Normalzeit, auch Winterzeit genannt, zurückgestellt. Wir dürfen uns also über eine „geschenkte Stunde“ freuen, wie es oft umgangssprachlich genannt wird.

Zeitumstellung: Ursprung.

Im damaligen Deutschen Reich wurde 1916 erstmals die Zeitumstellung durchgeführt. Besonders nach der Ölkrise im Jahr 1973 wollte die Europäische Gemeinschaft (EG) die Tageslichtverteilung besser nutzen, um so wertvolle Energieressourcen zu sparen. Die Idee dahinter: Bliebe die Uhrzeit im Sommer auf Normal-, als auf Winterzeit, so würde es bereits ab 3:30 morgens hell werden. Da die meisten Europäer zu dieser Uhrzeit schlafen, bleibt das Sonnenlicht ungenutzt und kann eventuell sogar den Schlaf stören. Durch die Sommerzeit ist es 4:30, wenn der Sonnenaufgang beginnt. Dadurch haben es selbst Frühaufsteher morgens bereits hell. Auch am Abend macht sich im Sommer die Zeitumstellung bemerkbar: Statt um 21:00 wird es dann erst gegen 22:00 dunkel. Die meisten Europäer sind abends gerne etwas länger auf und können so das Tages- und Sonnenlicht besser nutzen als bei einem früheren Sonnenaufgang. Durch die bessere Verteilung des Tageslichts könne dann auch Energie gespart werden, wurde damals argumentiert.

Zeitumstellung: Energiebedarf.

Tatsächlich ergaben jedoch in den letzten Jahren zahlreiche Studien, dass durch die Zeitumstellung kein Einsparen an Energie festgestellt werden kann. Denn die Tageslichtstunden lassen sich durch die Zeitumstellung nicht verlängern, sondern nur etwas anders verteilen. Gerade im Winter macht sich das bei uns in Deutschland bemerkbar: Nach der Umstellung auf Winterzeit ist es morgens für einige Tage heller als sonst. Dafür wird es aber abends auch bereits ab 17:00 dunkel. Im Dezember ist es bereits um 16:00 dunkel, und auch morgens benötigt man dann zusätzlich elektrisches Licht.

Uhrumstellung: Auswirkungen auf den Körper.

Gegner und Befürworter der Sommerzeit sind sich uneins, ob die Zeitumstellung dem Körper gut tut oder gar schadet. Fakt ist jedoch: Auch wenn wir uns im Sommer über die ‚gewonnene‘ Stunde Sonnenlicht freuen und diese auch nutzen können, so braucht der menschliche Körper mitunter bis zu zwei Wochen, um sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen. Unsere innere Uhr ist durcheinander und muss sich erst an die neue Uhrzeit gewöhnen. Dies umfasst vor allem Essens- und Schlafenszeiten. Besonders Kleinkinder und Babys können unter der Zeitumstellung leiden.

Uhrumstellung: Kleinkinder und Babys richtig vorbereiten.

Im Frühjahr, wenn die Uhr auf Sommerzeit umgestellt wird, können unsere Tipps helfen, Kleinkinder und Babys auf die neue Uhrzeit langsam und sanft vorzubereiten. So können Probleme wie Einschlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und schlechte Laune vermieden werden. Wird die Uhr vorgestellt, sollte die tägliche Routine über einen Zeitraum von ungefähr einer Woche vor der Zeitumstellung jeden Tag ein paar Minuten nach vorne verlegt werden. Das heißt: Frühstück, Mittag- und Abendessen sollten dann jeden Tag etwas früher als gewohnt erfolgen. Auch das Zubettgehen kann vor dem Beginn der Sommerzeit täglich um ein paar Minuten nach vorne verschoben werden. Wichtig hier: Dunkeln Sie das Zimmer mit Gardinen oder Rollos ab. Gleichzeitig sollten Eltern darauf achten, Aufregung vor dem Schlafengehen zu vermeiden. Ein entspannendes Bad kann hier helfen oder das Meiden von Toben oder Fernsehen vor der Schlafenszeit. Denken Sie auch daran, einen möglichen Winterschlafsack für Kleinkinder bis zwei Jahre gegen einen Übergangsschlafsack auszutauschen. Gleichzeitig sollte die Temperatur im Kinderzimmer ungefähr 18°C getragen, um ein optimales Schlafklima zu schaffen.

Bei Umstellung auf die Winterzeit, bei der die Uhren zurückgestellt werden, sollte die tägliche Routine über einen Zeitraum von circa einer Woche vor der Umstellung jeden Tag um ein paar Minuten nach hinten geschoben werden. Dies gilt vor allem für die Essens- und Schlafenszeiten. Sorgen Sie auch jetzt für eine angenehme Schlafatmosphäre im Kinderzimmer mit einer Raumtemperatur von circa 18°C und eventuell dickeren Decken.