Asthma und andere Erkrankungen

Asthma und andere Erkrankungen

Asthma kann zusammen mit anderen Erkrankungen auftreten, was die Behandlung des Asthma und/oder der Begleiterkrankung komplizierter machen kann. Häufig mit Asthma zusammen treten folgende Erkrankungen auf:

  • Grippe und andere Infektionen der Atemwege
  • allergische Rhinitis (Heuschnupfen)
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Osteoporose
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Neurodermitis

Asthma und Entzündungen der oberen Atemwege

Entzündliche Erkrankungen der oberen Atemwege (EOA, wie Rhinitis, Sinusitis) sind ein Risikofaktor für die Entstehung von Asthma bzw. können den Verlauf eines Asthmas negativ beeinflussen. Mehr als 80 % der Patienten mit Asthma haben zusätzlich eine EOA. Vermutlich weil die oberen und unteren Atemwege eine funktionelle Einheit bilden, verstärken sich Asthma und die Infektionen der oberen Atemwege wechselseitig.

Aus diesem Grund ist es für Asthma-Patienten umso wichtiger, sich vor Ansteckungen, wie zum Beispiel Grippeinfektionen, zu schützen. So empfiehlt sich für Asthma-Patienten die jährliche Grippeschutzimpfung zu Beginn der Grippesaison; sie wird nach etwa zwei Wochen wirksam. Da die Grippeviren sich jedoch schnell ändern, muss die Impfung jedes Jahr wiederholt werden.

Asthma und allergische Rhinitis (Heuschnupfen)

Die allergische Rhinitis ist eine Überreaktion der Nasenschleimhaut auf Allergene in der Luft (vor allem Pollen, aber auch Tierhaare, Schimmelsporen, Hausstaub). Derzeit geht man davon aus, dass ca. 20 bis 40 % der europäischen Bevölkerung darunter leiden. Nach Schätzungen haben rund ein Drittel aller Menschen mit allergischer Rhinitis gleichzeitig Asthma; umgekehrt haben zwei Drittel der Asthma-Patienten zugleich allergische Rhinitis. Sowohl bei allergischer Rhinitis als auch bei Asthma treten Entzündungen der oberen beziehungsweise unteren Atemwege auf. Da beide Strukturen anatomisch und funktionell miteinander verbunden sind, kann die Therapie einer allergischen Rhinitis oder eines Asthmas die jeweils andere Erkrankung positiv beeinflussen.

Asthma und COPD

Auch die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Asthma kommen häufig gemeinsam vor. Man schätzt, dass bis zu 50 % der COPD Patienten auch an Asthma erkrankt sind bzw. bis zu 60 % der Asthma-Patienten auch unter COPD leiden. Patienten, die unter beiden Erkrankungen leiden, zeigen stärkere Symptome, häufigere Krankheitsverschlechterungen (Exazerbationen) und häufigere Krankenhauseinweisungen als Patienten mit nur einer Erkrankung. Wenn auf einen Patienten ähnlich viele Kriterien für Asthma wie für COPD zutreffen, spricht man vom „Asthma-COPD-Overlap“ (ACO). Der Begriff ist allerdings unscharf definiert, so dass sich die Diagnose ACO auf eine Vielzahl von Patienten mit unterschiedlichem Krankheitsbild anwenden lässt. Es handelt sich beim ACO also um keine eigenständige Krankheit. (1)

Mehr Informationen finden Sie unter Asthma und COPD.

Asthma und Osteoporose

Unter Osteoporose versteht man eine Krankheit, bei der die Knochen an Festigkeit verlieren. Da Asthma mit entzündungshemmenden Medikamenten wie zum Beispiel mit Glukokortikoiden (z.B. natürliche Glukokortikoide, wie Kortison oder synthetische wie Prednison ) behandelt wird, kann als Nebenwirkung Osteoporose auftreten. Das gilt vor allem bei langfristiger Einnahme von Glukokortikoid-Tabletten in höheren Dosen. Dieser Typ der Osteoporose wird als Glukokortikoid-induzierte Osteoporose bezeichnet. Wenn Sie zur Kontrolle des Asthmas über mehr als drei Monate auf systemische Glukokortikoide angewiesen sind, kann Ihr Arzt regelmäßig die Knochendichte an Wirbelsäule und Hüfte kontrollieren. Zu den Risikogruppen für Osteoporose gehören

Zur Vorbeugung oder Behandlung einer Glukokortikoid-induzierten Osteoporose werden am häufigsten Bisphosphonate verschrieben. Sie können als Tabletten oder intravenös gegeben werden. Es ist wichtig, die Tabletten genau nach Vorschrift einzunehmen. Bei einer Verminderung der Knochendichte wird eine Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D (500 bis 1000 mg Kalzium und 400 bis 1000 IE Vitamin D pro Tag) oder mit Vitamin D – Metaboliten in Kombination mit einer Bisphophonattherapie (Alendronat oder Risedronat) empfohlen. (2)

Asthma und Übergewicht (Adipositas)

Auch Übergewicht und Asthma können zusammen auftreten. Eine Adipositas geht mit vermehrter Atemwegsentzündung, gesteigerter Überempfindlichkeit der Bronchien und schlechterer Asthmakontrolle einher, wobei Frauen hier anfälliger zu sein scheinen als Männer. Abnehmen bzw. chirurgische Maßnahmen zur Bekämpfung des krankhaften Übergewichtes haben einen positiven Effekt auf die Behandlung des Asthmas. (1) Siehe dazu auch Asthma und Ernährung.

Andere Erkrankungen, die mit Asthma gehäuft vorkommen:

  • Reflux-Erkrankung (Sodbrennen)
  • obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) (Schnarchen mit Atemaussetzern)
  • Dysfunktionale Atmung (z. B. Vocal cord dysfunction, VCD)
  • niedriger Vitamin-D-Spiegel
  • Psychiatrische Erkrankungen (vor allem Depression und Angststörungen)

Quellen:
(1) Deutsche Atemwegsliga und Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin: S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma. Pneumologie 2017; 71: 849–919.
(2) www.osteoporose.co.at – fundierte Informationen über Osteoporose. Therapie und Prophylaxe der Steroidosteoporose. 

 

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