Asthma – was bedeutet das für Angehörige und Eltern?

Asthma – was bedeutet das für Angehörige und Eltern?

Wie Untersuchungen zeigen, leiden Eltern von Kindern mit Asthma eher unter Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Depressionen und Appetitverlust. Auch Geschwister von Kindern mit Asthma fühlen sich möglicherweise schuldig, weil sie vielleicht denken, dass sie die Krankheit verursacht haben. Sie können auch eifersüchtig oder zornig werden, wenn das Geschwister mehr Aufmerksamkeit erhält, oder sie haben Angst, dass sie selbst Asthma bekommen. Einigen sind möglicherweise auch die Symptome peinlich, die ihre Geschwister zeigen.

Aber auch für den Betroffenen selbst kann die Auseinandersetzung mit einer chronischen Krankheit sehr anstrengend sein. Kindern wird ein Teil ihres sorglosen Aufwachsens genommen. Mit einer chronischen Erkrankung verantwortlich umzugehen, fordert von einem Kind Einiges ab und kann ihm die Unbeschwertheit nehmen, wenn Sie als Eltern nicht gegensteuern.

Wie können Sie als Eltern Ihrem Kind mit Asthma helfen?

Als Eltern haben Sie verschiedene Möglichkeiten, einem Kind mit Asthma dabei zu helfen, mit der Krankheit umzugehen und dem Kind ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Viele Kinder wissen zunächst nicht, wie sie mit der Erkrankung Asthma umgehen sollen. Sie schämen sich vielleicht und versuchen, es geheim zu halten. Viele Kinder haben auch ständig Angst vor Asthmaanfällen. Unterstützende Eltern sind dann eine große Hilfe. Sie sollten dafür sorgen, dass sich Ihr Kind in der Familie, unter Freunden, in der Schule und bei anderen Bekannten „normal“ fühlt.

Achtung:

Manchmal lernen Kinder und Jugendliche auch, Husten und Atemnot zur Durchsetzung ihrer Wünsche einzusetzen. Wenn sich eine solche Konstellation aufschaukelt, kann sie den Familienfrieden gefährden. Eine gute Asthma-Schulung für Kinder bezieht daher diese Aspekte mit ein.

Die Unterstützung von Familie und Freunden kann für Menschen mit Asthma eine große Hilfe sein. Es ist deshalb wichtig, dass auch Angehörige wissen, wie sie mit der Erkrankung und einem Notfall umgehen sollten. Dadurch können Ängste und Sorgen abnehmen und der Alltag kann sich normalisieren. Hier sind einige Tipps, die eine Person mit Asthma und alle Familienmitglieder berücksichtigen sollten, um die Symptome und den nachfolgenden Stress von Asthma besser zu bewältigen:

  • Akzeptieren Sie, dass Asthma eine lebenslange Krankheit sein kann; sie kann zwar verschwinden, aber nach Jahren oder sogar Jahrzehnten wieder auftreten.
  • Generell ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen in der Umgebung des Betroffenen über Auslöser, Symptome und Behandlung des Asthmas informiert sind. Denn gut informierte Mitmenschen können eine wichtige Unterstützung für Kinder wie für Erwachsene mit Asthma sein – besonders auch in Notfällen.
  • Asthma kann in der Regel leicht mit Medikamenten kontrolliert werden. Informieren Sie alle Beteiligten über die richtige Anwendung der verordneten Arzneimittel.
  • Kommunikation in der Familie ist hier besonders wichtig. Sprechen Sie mit dem Asthmakranken und bieten Sie Hilfe an, wenn es Probleme gibt. Arbeiten Sie in der Familie zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen.
  • Legen Sie für Kinder Grenzen für das akzeptable Verhalten während akuter und chronischer Krankheitsphasen fest.
  • Versuchen Sie sicherzustellen, dass Ihr Kind in einer rauchfreien Umgebung aufwächst. Zigarettenrauch schädigt die Lunge Ihres Kindes und verschlimmert Asthmasymptome.

Suchen Sie Hilfe

Familien, denen es schwer fällt, mit chronischem Asthma umzugehen, können sich an eine Selbsthilfegruppe wenden, in der sie ihre Erfahrungen mit anderen Familien in ähnlichen Situationen austauschen können. Solche Gruppen können sinnvolle und praktische Ratschläge geben. Ebenso hilfreich ist die Teilnahme an einer Asthmaschulung oder einem „Disease-Management-Programm“ (DMP, strukturiertes Behandlungsprogramm) für Asthma. Dieses von den gesetzlichen Krankenkassen unterstützte qualitätsgeprüfte Behandlungsangebot umfasst Schulungen sowie regelmäßige Gespräche und ärztliche Untersuchungen.

Im Netz finden Sie Informationen für Eltern mit Kindern, die an Asthma erkrankt sind, unter:

https://www.gesundheitsinformation.de/informationen-fuer-eltern.2591.de.html?part=weitereinformationen-ra

Und denken Sie immer daran: Es gibt viele Familien, die mit der mit der Herausforderung Asthma umzugehen gelernt haben und ein gesundes, glückliches Familienleben führen.

Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Evidenzbasierte Patienteninformation des Gemeinsamen Bundesausschusses nach § 91 Abs. 3 Satz 4 SGB V, Artikel und Merkblätter zum Thema: „Asthma“ Köln 2008

 

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