Schlechter Schlaf, Nervosität und dann noch ein gewaltiger Appetit! Die Waage zeigt schon die ersten Kilo zu viel an. Mitmenschen beschweren sich über Ihre schlechte Laune. Entzugserscheinungen gehören – mehr oder minder massiv – zu jedem Rauchstopp.
Was passiert eigentlich im Körper, wenn er plötzlich kein Nikotin mehr bekommt?
Nikotin sorgt im Gehirn dafür, dass die Botenstoffe Adrenalin, Dopamin und Serotonin ausgeschüttet werden. Vor allem Dopamin, das Glückshormon, sorgt für ein Belohnungsgefühl. Allerdings braucht der Körper ständig mehr Nikotin, um diese positiven Gefühle zu erzeugen, denn vor allem für das Dopamin hat der Körper während der ganzen Zeit des aktiven Rauchens zusätzliche Rezeptoren ausgebildet. Die sind jetzt plötzlich ‚arbeitslos‘. Bleibt das Nikotin aus, reagiert das Hirn deshalb mit Stress. Gut 48 Stunden nach der letzten Zigarette wird der Nikotinmangel unangenehm. Typische Symptome sind:
Schlafstörungen, Reizbarkeit und Nervosität nehmen zu
Die Konzentrationsfähigkeit vermindert sich
Der Appetit steigert sich
Der psychische Stress durch den Entzug verursacht auch Symptome wie Schwitzen, Schlaflosigkeit, diffuse Ängste, Herzrasen oder depressive oder aggressive Verstimmungen
Gegen diese Entzugserscheinungen können Sie allerdings sofort behandeln:
Schlafstörungen lassen sich mit milden Mitteln wie Baldrian kurzzeitig beeinflussen. Auch ein wenig Lektüre vor dem Einschlafen, ein heißes Bad oder ein wenig Wellness können für die nötige Entspannung sorgen. Wenn Sie nachts häufig aufwachen, sollten Sie lieber konsequent aufstehen, etwas Warmes trinken und dann wieder ins Bett gehen. Wenn Sie Sorgen quälen, schreiben Sie diese auf (z.B. eine Erledigungsliste für den nächsten Tag) und vergessen sie dann konsequent bis zum nächsten Morgen.
Gegen leichte Depressionen wirkt Johanniskraut gut. Allerdings dauert es einige Wochen, bis sich der leichte stimmungsaufhellende Effekt einstellt. Zudem sind vielfach Wechselwirkungen von Johanniskraut mit anderen Arzneimitteln bekannt, welche auch schon in geringer Konzentration, z.B. in Kräutertees, auftreten können. Halten Sie im Zweifel Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Wenn Sie den Einsatz von Nikotinpflastern, Nikotinsprays, Nikotinkaugummis oder -lutschtabletten erwägen, sollten Sie vorher Ihren Arzt konsultieren und mögliche Kontraindikationen ausschließen.