<strong>Nächtliche Asthmaanfälle – Wenn nachts der Atem stockt</strong>

Nächtliche Asthmaanfälle – Wenn nachts der Atem stockt

Viele Menschen mit Asthma bronchiale machen die Erfahrung, dass sich ihr Asthma häufig nachts oder in den frühen Morgenstunden verschlechtert – dann ist von nächtlichem Asthma die Rede. Das nächtliche Erwachen ist ein Zeichen dafür, dass die Erkrankung teilweise nicht kontrolliert ist und möglicherweise Anpassungen in der Behandlung nötig sind. Auch wer häufig auslösenden Allergenen, wie z.B. Pollen ausgesetzt ist, kann nächtliches Asthma entwickeln.1,2

Unterbrochen wird der Schlaf häufig durch folgende nächtliche Symptome:2

  • Hustenanfälle
  • Engegefühl in der Brust
  • Giemen  
  • Atemnot – entweder abends zur Schlafenszeit oder im Schlaf 

In der Folge fühlen sich betroffene Menschen tagsüber müde und nicht leistungsfähig. Das beeinträchtigt auf Dauer die empfundene Lebensqualität und die Gesundheit.2,3

Nächtliches Asthma – woher kommen die Beschwerden in der Nacht?

Bei allen Menschen unterliegt die Weitstellung der Bronchien einem Tag-Nacht-Rhythmus – nachts sind sie enger gestellt als tagsüber. Diese natürliche Änderung der Lungenfunktion erhöht den Atemwiderstand und begünstigt bei Menschen mit Asthma nächtlichen Husten und damit auch Asthmaanfälle.3,4

Die Liegeposition ist ebenfalls ein Faktor, der nächtliche Asthmasymptome fördert. In Bauch- oder Seitenlage verringert sich das Lungenvolumen im Vergleich zu einer stehenden oder sitzenden Position. Der Grund dafür ist unter anderem, dass mehr Blut in die Lungen fließt – dies erschwert die Atmung.3 Ein weiterer Reizfaktor ist das Sekret, dass sich aus der Stirn- und den Nasennebenhöhlen in den Atemwegen sammelt. In flacher Rückenlage kann dieses in den Rachen tropfen und so einen Hustenreiz auslösen.2

Das Schlafen bei geöffnetem Fenster auch bei tiefen Temperaturen oder kühl eingestellter Klimaanlage provoziert nächtliches Asthma ebenfalls: Kalte und / oder trockene Atemluft reizt die Bronchien, die sich daraufhin verkrampfen.3

Weitere Auslöser sind:1,2,3,4

  • Sodbrennen: Tritt Magensaft im Rahmen der Refluxerkrankung (auch GERD; engl. für gastroesophageal reflux disease) vom Magen in die Speiseröhre über, können eingeatmete Säuretröpfchen die Bronchien verkrampfen lassen.
  • Allergenexposition am Tag oder in der Nacht: Mögliche Allergene sind der Kot von Hausstaubmilben, Pollen oder Tierhaare. Manche Allergene lösen eine Sofortreaktion aus, bei anderen kann die Reaktion erst einige Stunden später auftreten.
  • Nicht optimal kontrolliertes Asthma: Wenn zum Beispiel verschriebene Medikamente nicht wie ärztlich empfohlen eingenommen werden oder die Erkrankung weiter voranschreitet.
  • Hormonelle Veränderungen: Studien legen nahe, dass ein verringerter Cortisol-Spiegel in der Nacht nächtliches Asthma begünstigen könnte.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können Asthma-Beschwerden verschlimmern. 
  • Übergewicht: Angelagertes Fett an Brust und Bauch drückt auf den Brustkorb. Dies beeinträchtigt die Lungenmechanik, wodurch sich das Lungenvolumen verkleinert. Fett fördert zudem entzündliche Reaktionen, welche die Bronchien reizen können.
  • Rauchen: Nikotin schädigt das Lungengewebe und macht somit anfälliger für Asthmasymptome und andere Lungenerkrankungen.

Was tun gegen nächtliche Asthmaanfälle? 2,5,6

Asthma an sich ist nicht heilbar, jedoch lassen sich die Auslöser nächtlicher Asthmaanfälle oft vermeiden, sobald sie bekannt sind. Tritt nächtliches Asthma auf, dann ist es immer empfehlenswert, dies in der behandelnden pneumologischen Praxis zu thematisieren und untersuchen zu lassen. Zusätzlich können Sie Folgendes tun: 

  • Halten Sie das Schlafzimmer frei von Allergenen.
  • Achten Sie darauf, dass die Luft im Schlafzimmer nicht zu kalt und zu trocken ist. 
  • Haben Sie Ihren Inhalator oder ein Glas Wasser griffbereit.

Ebenfalls ist es wichtig, sich mit Atemübungen wie der Lippenbremse oder dem Kutschersitz vertraut zu machen und regelmäßig zu üben. So sind sie auch nachts schnell abrufbar, um den Anfall zu kontrollieren. Eine Liegeposition mit erhöhtem Oberkörper verringert das zurücklaufen von Magensaft in die Speiseröhre und damit auch die Hustenanfälle. Rauchen ist bei Asthma kontraproduktiv und sollte daher vermieden werden. Studien zeigen zudem, dass Abnehmen bei Übergewicht die Asthmasymptome verringert.

Wichtig:
Hinweis: Um die hohe Qualität unserer Inhalte sicher zu stellen, wurde dieser Text von unserem ApothekerInnen-Team geprüft.

Referenzen:

  1. Deutscher Allergie- und Asthmabund. Asthma-Kontrolle. https://www.daab.de/atemwege/asthma/asthma-kontrolle/asthma-kontrolle/ Abgerufen: 06.01.2023
  2. Global Allergy & Airways Patient Platform. Asthma in der Nacht: Ursachen, Symptome, Behandlung und weitere Informationen https://gaapp.org/what-is-asthma/nocturnal-asthma/Abgerufen: 06.01.2023
  3. Pressemeldung von Lungenärzte im Netz. Was können Asthmatiker gegen Beschwerden in der Nacht tun? https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/was-koennen-asthmatiker-gegen-beschwerden-in-der-nacht-tun/ Veröffentlicht: 27.09.2017. Abgerufen: 06.01.2023
  4. Deutscher Allergie- und Asthmabund. Warnsignale für Asthmapatienten. https://www.daab.de/atemwege/asthma/asthma-kontrolle/warnsignale-fuer-asthmapatienten/ Abgerufen: 06.01.2023
  5. Deutscher Allergie- und Asthmabund. Starkes Übergewicht und Asthma. https://www.daab.de/blog/2021/09/erhoehtes-risiko-starkes-uebergewicht-und-asthma/ Abgerufen: 06.01.2023
  6. Deutscher Allergie- und Asthmabund. Lippenbremse und Kutschersitz. https://www.daab.de/blog/2018/09/lippenbremse-und-kutschersitz-hilfe-bei-atemnot/ Abgerufen: 06.01.2023

Kommentare