Arthrose oder Osteoarthritis

Arthrose oder Osteoarthritis

Aufgrund der Veränderung der Altersstruktur ist Arthrose heute die bei weitem häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland. Arthritis ist die allgemeine Bezeichnung für eine Entzündung der Gelenke. Osteoarthritis, allgemein bekannt als Arthrose, Osteoarthrose oder Verschleiß-Arthritis ist die häufigste Form von Arthritis. Sie ist mit dem Abbau von Knorpel in den Gelenken verbunden und kann in fast jedem Gelenk des Körpers auftreten. Am häufigsten tritt Osteoarthritis aber in den tragenden Gelenken der Hüften, Knie, Schultergelenke und Wirbelsäule auf. An zweiter Stelle folgen Finger, Daumen, Hals und großer Zeh. Osteoarthritis oder Arthrose kann auch in anderen Gelenken auftreten, die durch vorangegangene Verletzungen, übermäßige Belastung oder eine Knorpelerkrankung vorgeschädigt wurden.

Wie entsteht Arthrose?

Knorpel ist eine spezielle Form des Bindegewebes, das die Knochenenden „echter“ Gelenke bedeckt. Seine Hauptfunktion ist die Verringerung der Reibung in den Gelenken – er dient als Schmiermittel und “Stoßdämpfer”. Die stoßdämpfende Eigenschaft von normalem Knorpel ergibt sich aus seiner Fähigkeit, gummiartig die Form zu verändern, wenn er komprimiert (abgeflacht oder zusammengedrückt) wird. Danach nimmt er wieder die Ursprungsform an.

Bei Arthrose oder Osteoarthritis wird der Knorpel in einem Gelenk alters- oder abnutzungsbedingt steif und verliert seine Elastizität, wodurch er anfälliger für Schäden wird. Im Laufe der Zeit kann sich der Knorpel in einigen Bereichen abnutzen, was seine Fähigkeit, als Stoßdämpfer zu wirken, erheblich verringert. Wenn sich die Knorpelmasse verringert, müssen sich Sehnen und Bänder entsprechend strecken, was Schmerzen verursacht. Bei zunehmendem Knorpelschwund, können die Knochen aneinander reiben. Dies ist dann besonders schmerzhaft.

Wer bekommt Arthrose?

Arthrose oder Osteoarthritis gilt weltweit als die häufigste Gelenkerkrankung des erwachsenen Menschen. Das Risiko, die Krankheit zu entwickeln, steigt mit dem Alter. Die meisten Menschen über 60 Jahre haben Arthrose in einem gewissen Grad, aber die Schwere variiert. Aber schon Menschen in ihren 20ern und 30ern können Osteoarthritis bekommen. In diesen Fällen gibt es aber oft einen konkreten Auslöser, wie zum Beispiel Gelenkverletzungen oder wiederholten Gelenkstress durch Überbeanspruchung (z. B. durch Übergewicht). Bei Menschen über 50 Jahren haben mehr Frauen als Männer Osteoarthritis.

Was sind die Symptome von Arthrose?

Die Symptome der Osteoarthritis entwickeln sich meist allmählich und umfassen:

  • Gelenkschmerzen und Schmerzen, besonders bei Bewegung
  • Schmerzen nach Überbeanspruchung oder nach längerer Inaktivität
  • Steifheit nach Ruhezeiten
  • Knochenauswüchse in den Mittel- und Endgelenken der Finger (die schmerzhaft sein können oder auch nicht)
  • Gelenkschwellung

Was verursacht Arthrose?

Es gibt mehrere Faktoren, die das Risiko für Arthrose erhöhen. Dazu gehören:

  • Vererbung
    Manche Menschen tragen eine Mutation in einem der Gene, welches für die Bildung von Knorpelzellen verantwortlich ist. Diese Mutation führt zur Bildung veränderter Knorpelzellen, und die Folge ist ein beschleunigter Knorpelabbau in den Gelenken. Auch Menschen mit angeborenen Gelenkanomalien entwickeln mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Arthrose (z: B. durch eine Fehlbelastung des Gelenks). Auch eine angeborene Anomalie der Wirbelsäule (z. B. eine Skoliose, also eine Verkrümmung der Wirbelsäule) führt mit größerer Wahrscheinlichkeit zu einer Arthrose.
  • Übergewicht (Adipositas)
    Übergewicht erhöht durch die dauerhafte Überlastung des Gelenks das Risiko für eine  Osteoarthritis im Bereich des Kniegelenks, der Hüfte und der Wirbelsäule. Eine Gewichtsreduktion kann dazu beitragen Osteoarthritis in diesen Bereichen zu verhindern oder ihr Fortschreiten zu verlangsamen.
  • Verletzungen
    Auch Verletzungen können die Ursache der Entwicklung einer Osteoarthritis sein. Zum Beispiel können Athleten nach einer Knieverletzung ein höheres Risiko für die Entwicklung einer Arthrose im Knie haben. Auch wenn ein Knochenbruch in der Nähe eines Gelenks auftritt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich später eine Osteoarthritis in diesem Gelenk entwickelt.
  • Überbelastung
    Eine dauerhafte Überlastung der Gelenke erhöht ebenso das Risiko für die Entwicklung von Osteoarthritis. Das tritt vor allem in bestimmten Berufen oder bei bestimmten Sportarten auf, wie zum Beispiel Tennis, Squash und Mannschaftsballsportarten
  • Andere Krankheiten
    Menschen mit rheumatoider Arthritis, der zweithäufigsten Art von Arthritis, entwickeln häufiger auch eine Osteoarthritis. Darüber hinaus erhöhen bestimmte Stoffwechselerkrankungen das Risiko, eine Arthrose zu entwickeln. Dazu zählen: Typ-2-Diabetes, außerdem die sogenannte ‚Kupferspeicherkrankheit‘ (Morbus Wilson) und die ‚Eisenspeicherkrankheit‘ (Hämochromatose). Beide Erkrankungen schädigen durch Eisen- beziehungsweise Kupferablagerungen insbesondere die Fingergelenke und legen damit den Grundstein für eine Arthrose.

Wie wird Arthrose diagnostiziert?

Die Diagnose der Arthrose basiert auf einer Kombination folgender Methoden:

  • Ausführliche Anamnese (Arztgespräch) zum Abklären der Familiengeschichte und der Beschreibung der Symptome (wie z. B. Lokalisation und Art des Schmerzes)
  • Körperliche Untersuchung
  • Blut- und andere Laboruntersuchungen
    Meist werden Bluttests durchgeführt, um andere Formen der Arthritis auszuschließen. Wenn sich in den Gelenken Flüssigkeit angesammelt hat, kann Ihr Arzt etwas von dieser Flüssigkeit zur Untersuchung entnehmen, um zum Beispiel Infektionen auszuschließen. (Das wird aber wegen des Infektionsrisikos eher selten durchgeführt.)
  • Bildgebende Verfahren, wie Röntgen, MRT, Endoskopie
    Mittels Röntgenaufnahmen kann der Arzt die Diagnose absichern. Röntgenaufnahmen können zeigen, ob und welcher Schaden am Gelenk vorhanden ist. Eine MRT (Magnetresonanz-Tomographie) kann notwendig sein, um das Gelenk und das umgebende Gewebe besser zu sehen, wenn der Röntgenbefund nicht eindeutig ist.

Quelle: 1 https://www.sueddeutsche.de/leben/sport-und-verschleiss-selbst-joggen-ist-gefaehrlich-1.55651

 

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