Die Diagnose rheumatischer Erkrankungen

Die Diagnose rheumatischer Erkrankungen

Bei rheumatischen Erkrankungen der Gelenke leiden die Betroffenen meist unter Schmerzen und Schwellungen der Gelenke sowie als Spätfolgen unter Gelenkzerstörung, Fehlstellungen und Funktionsverlust. Erkrankungen aus den Gruppen der Kollagenosen und Vaskulitiden verursachen besonders häufig schwerwiegende, mitunter lebensgefährliche Symptome in verschiedenen Organen.

Die Grenzen zwischen den verschiedenen rheumatischen Erkrankungen sind oft fließend. So können bei einem einzelnen Patienten die Symptome mehrerer Erkrankungen auftreten (Overlap Syndrom).

Für die Diagnose rheumatischer Erkrankungen ist in der Regel ein ganzes Bündel von Maßnahmen nötig. Meistens reicht eine Blutuntersuchung alleine oder ein Röntgenbild für die Diagnose nicht aus. Wichtige Schritte bei der Diagnose von Rheuma sind:

      • Anamnese
        Kern der Rheuma-Diagnostik ist eine gründliche Anamnese, also die Befragung des Patienten zur genauen Erhebung der Krankheitsgeschichte in der Familie, der Vorgeschichte und zum derzeitigen Stand. Dazu gehört eine exakte Beschreibung der Symptome, wann sie auftreten, wodurch sie sich verschlechtern und womit sie sich bessern lassen. Weiterhin ist eine genaue Erfassung des gesamten Krankheitsumfeldes wichtig (Lebensbedingungen, seelische Einflüsse, Umwelteinflüsse).
      • Eine eingehende körperliche Untersuchung
        Hiermit kann der Arzt häufig schon die Art der Erkrankung eingrenzen.
      • Blut- und andere Laboruntersuchungen
        Dazu gehören zum Beispiel die sogenannte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) bzw. das C-reaktive Protein (CRP). Um die Aktivität einer rheumatologischen Erkrankung erfassen zu können, werden normalerweise beide Werte bestimmt. Beide sind für rheumatische Erkrankungen allerdings nicht spezifisch. Erhöhte Werte finden sich vor allem bei Infekten. So erhöht sich das CRP vorwiegend bei bakteriellen Infektionen, die Blutsenkungsgeschwindigkeit steigt auch bei Virusinfekten an. Einen Anstieg der Werte findet man aber auch bei einigen rheumatologischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Gicht, Vaskulitiden oder rheumatoider Arthritis.
        Ein weiterer Faktor zur Eingrenzung der Diagnose ist unter anderem der Nachweis von Antikörpern und genetischen Markern im Blut des Patienten. Schwierig ist dabei, dass diese nicht zwingend mit einer bestimmten Erkrankung verbunden sind. So kann ein eindeutig Erkrankter einerseits keine entsprechenden Antikörper oder genetischen Marker aufweisen. Andererseits können die Marker nachweisbar sein, ohne dass die jeweilige Erkrankung vorliegt. Vor allem der so genannte Rheumafaktor ist oft negativ, obwohl eine rheumatische Erkrankung vorliegt. Dies ist zum Beispiel bei allen sogenannten seronegativen Spondarthritiden der Fall. Daher besitzen Antikörper und genetische Marker in der Diagnostik meist keinen beweisenden, sondern eher einen hinweisenden Charakter.
      • Bildgebende Verfahren
        Verschiedene bildgebende Verfahren dienen zur Sicherung der Diagnose, zur Bestimmung des Krankheitsstadiums sowie zur Kontrolle des Krankheitsverlaufs. Dazu gehören insbesondere die konventionelle Röntgendiagnostik, die Ultraschall-Untersuchung (Sonographie), speziell die Ultraschall-Untersuchung von Gelenken (Arthrosonographie) und aufwändigere Verfahren für spezielle Fragestellungen, wie die Computertomografie (CT), die Magnetresonanztomografie (MRT) oder Szintigraphie.

Die möglichst frühzeitige Erkennung und Behandlung von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen stellen den Hausarzt vor eine große Herausforderung. Er muss die wenigen Patienten mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung aus den zahlreichen Patienten herausfiltern, deren Beschwerden durch Abnutzung oder Fehlhaltung verursacht sind. Denn es handelt sich jeweils um ganz unterschiedliche Erkrankungen, die zum Teil unterschiedlich behandelt werden müssen.

Zu welchem Arzt sollten Sie gehen?

Wie bereits erwähnt ist es für den Therapie-Erfolg und den Erhalt der Gelenke wichtig, dass möglichst frühzeitig eine Behandlung einsetzt. Wegen der oft langen Wartezeiten bis zu einem Termin bei einem Rheumatologen sollten Sie sich bei Symptomen zuerst an Ihren Hausarzt wenden. Er kann die Diagnose einer entzündlichen oder anders gearteten rheumatischen Erkrankung definitiv stellen und eine Therapie einleiten. Im Zweifelsfall oder bei sehr starken Beschwerden kann er Sie an einen rheumatologischen Facharzt oder in eine rheumatologische Fachklinik überweisen.

Verdacht auf eine rheumatoide Arthritis besteht zum Beispiel, wenn die Gelenkschmerzen:

    • in mehr als 2 Gelenken über 6 Wochen oder mehr auftreten,
    • verschiedene Gelenke gleichzeitig auf beiden Körperseiten betroffen sind,
    • und wenn morgens die typische Gelenksteife über 60 Min. oder länger auftritt

Quellen: https://www.allgemeinarzt-online.de/innere-medizin/a/diagnostik-und-erstmassnahmen-durch-den-hausarzt-1638982

Älterer Beiträge

Kommentare