Mehr als die Hälfte der Unfälle bei Kindern unter 4 Jahren sind durch Stürze bedingt. Leider ist dabei häufig der Kopf betroffen – von Schädelprellung über Platzwunde bis zur Gehirnerschütterung ist alles dabei. Doch wie sollen Eltern erkennen, ob das Kind eine Gehirnerschütterung erlitten hat und wann sollte man unbedingt den Arzt aufsuchen?
Was genau ist eigentlich eine Gehirnerschütterung?
In den meisten Fällen nach einem Sturz auf den Kopf, haben die Kleinen keine weiteren Beschwerden außer einen Riesen-Schreck. Wenn der Sturz jedoch heftiger war, kann es vorkommen, dass das Gehirn in seiner Funktion leicht gestört ist und das Kind Auffälligkeiten zeigt.
Zeichen einer Gehirnerschütterung
- Übelkeit
- Erbrechen
- Sprach- oder Gangstörung
- Verwirrtheit
- auffallende Müdigkeit
- unterschiedlich große Pupillen
- auffallende Hautblässe
Wie gefährlich ist eine Gehirnerschütterung bei Kindern?
In den meisten Fällen ist eine leichte Gehirnerschütterung nicht weiter schlimm und die Anzeichen normalisieren sich nach einigen Stunden wieder. Es kann jedoch sein, dass durch den Sturz auf den Kopf kleine Blutgefäße im Schädelinneren platzen und es zu einer Blutung im Kopf kommt. Auch kann das Gehirn durch den Schlag anschwellen und durch den Schädelknochen unter Druck geraten. Dieser Druck kann sich bei einer langsamen Blutung oder Schwellung auch erst nach Stunden oder Tagen bemerkbar machen.
Was tun bei einem Sturz auf den Kopf?
Zu aller erst sollten Sie Ruhe bewahren, denn meistens ist der Schreck größer als die Verletzung selbst. Folgende Punkte sind zu beachten:
- Kühlen Sie die Stelle am Kopf mit einem nassen Waschlappen oder einem Coolpack.
- Kleine Schürfwunden sollten Sie desinfizieren, bei größeren Platzwunden den Arzt aufsuchen.
- Beobachten Sie die verletzte Stelle am Kopf Ihres Kindes: bildet sich eine kleine feste Beule, ist das meist harmlos, bildet sich nach Stunden jedoch ein großer Bluterguss oder eine „wabbelige“ Schwellung , sollten Sie umgehend mit Ihrem Kind den Arzt aufsuchen
- Da sich die Zeichen einer Gehirnerschütterung auch erst Stunden bis Tage nach dem Unfall zeigen können, sollten Sie Ihr Kind genauer im Auge behalten. In den ersten zwei Nächten nach dem Unfall kann es sinnvoll sein, das Kind zwei bis drei mal in der Nacht kurz zu wecken, um sicher zu gehen, dass es nicht bewusstlos im Bett liegt.
Ab wann zum Arzt?
Sie sollten einen Arzt aufsuchen wenn Ihr Kind
- Zeichen eines Knochenbruchs hat (großer Bluterguss oder weiche Kopfhautschwellung an der Unfallstelle)
- eine blutende Kopfverletzung hat
- Zeichen einer Gehirnerschütterung zeigt (Übelkeit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit etc.)
Warnzeichen innerhalb von 24 Stunden nach dem Sturz:
- Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit
- Verlangsamtes Reagieren
- Kind lässt sich nicht aus dem Schlaf wecken
- Pupillen nicht seitengleich,
- Doppelbilder oder verschwommenes Sehen
- Kopfschmerzen, ungewöhnliches Verhalten (beispielweise anhaltendes Schreien)
- Auffälliger Gang
- Krampfanfälle, Blässe, Schwindel, Erbrechen, Übelkeit
Warnzeichen zwei bis drei Wochen nach dem Unfall:
- Zunahme des Kopfumfanges
- Lücke oder Stufe im Schädelbereich tastbar
- Auffälliges Verhalten (Spielunlust, Schläfrigkeit)
- Anhaltende Kopfschmerzen
Bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung sollte immer eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Nur so lässt sich klären, ob vielleicht eine Gehirnprellung oder -blutung vorliegt.

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