Kinder vegan ernähren? Eine DGE-Studie gibt Aufschluss.

Kinder vegan ernähren? Eine DGE-Studie gibt Aufschluss.

Darf man Kinder vegan ernähren? Ja, findet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) und stützt sich dabei unter anderem auf die 2021 veröffentlichte Studie „Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern und Jugendlichen“ (VeChi-Youth-Studie). Wie kommt die DGE zu dieser Einschätzung und worauf sollte man bei veganer Ernährung für Kinder besonders achten? Wir fassen für Sie die wichtigsten Infos und Antworten auf die häufigsten Fragen zusammen.

Was ist die VeChi-Youth-Studie zu?

Die VeChi-Youth-Studie ist Teil des Ernährungsbericht 2020, den die DGE alle vier Jahre veröffentlicht. Untersucht wurde in der Studie die Ernährungsweise von 401 Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren. Über einen längeren Zeitraum führten sie ein Ernährungstagebuch und gaben Urin- und Blutproben ab, um ihren Nährstoffhaushalt zu beobachten.

Warum werden Kinder vegan?

Bei Kleinkindern und Säuglingen geht vegane Ernährung logischerweise von den Eltern aus. Erst mit fortgeschrittenem Alter entscheiden Kinder selbstständig, dass sie teilweise oder ganz auf tierische Produkte verzichten möchten. Die Gründe für eine solche Entscheidung sind häufig ethische, wie Tierwohl und Klima oder der Wunsch, sich gesünder zu ernähren.

Ab wann darf man Kinder vegan ernähren?

Vegane Ernährung eignet sich für Kinder in jedem Alter – selbst als Beikost für Babys. Wichtiger als das „wann“ ist vielmehr das „wie“. Eltern sollten sich daher generell ausreichend mit der Ernährung ihrer Kinder beschäftigen – egal, ob diese sich vegan, vegetarisch und mischköstlich ernähren.

Welche Nährstoffe fehlen, wenn Kinder vegan essen?

Rein vegane Ernährung kann in jeder Lebensphase den Nährstoffbedarf decken und gesund sein. Bei veganen Kindern war die sonst oft als kritisch geltenden Vitamin-B12-Versorgung sogar besser als die von Vegetariern. Einzig die Eisenversorgung war bei veganen Kindern teilweise etwas geringer. Ihnen empfehlen sich folgende Lebensmittel:

Eisen beinhalten z.B.: Kürbiskerne, Leinsamen, Haselnüsse, Pistazien, Haferflocken

Welche Nährstoffe sind generell wichtig für Kinder?

Einige Probandinnen und Probanden der VeChi-Youth-Studie – darunter vegane und nicht vegane Kinder und Jugendliche – litten an Vitamin B2-, Vitamin D-, Jod- und Kalzium-Mangel. Es macht also für alle Kinder Sinn darauf zu achten, dass sie entsprechende Nährstofflieferanten aktiv in ihre Essgewohnheiten integrieren. Folgende (vegane) Beispiele helfen dabei:

Vitamin B2     Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Pilze, Nüsse, pflanzliche Milchalternativen

Vitamin D       meist Nahrungsergänzungsmittel

Jod                  iodiertes Speisesalz

Kalzium          mit Kalzium angereicherte Getränke

Was bedeutet „supplementieren“?

„Supplement“ ist ein anderes Wort für „Ergänzung“. Wenn im Zusammenhang mit Ernährung vom „Supplementieren“ die Rede ist, geht es also um die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Diese bieten sich als gut funktionierende, risikofreie Option an, um Mängel vorzubeugen. Sinnvoll ist dies beispielsweise bei der Ergänzung von Vitamin D, welches in Lebensmitteln – vegan oder nicht vegan – in nur sehr geringen Mengen enthalten ist.

Leben Kinder vegan gesünder?

Kinder und Eltern, die sich vegan ernähren, achten häufig besonders gut darauf was sie essen. Sie verzehren laut Studie in der Regel mehr gesundheitsförderliche Lebensmittel als mischköstlich ernährte Kinder – darunter Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse. Süßwaren und Fertiggerichte kommen in veganen Haushalten wesentlich seltener auf den Tisch. Dadurch leben sie instinktiv gesünder und haben ihren Energiehaushalt genauer im Blick. Darüber hinaus lässt sich mit einer ausgewogenen veganen Ernährung sogar das Risiko für bestimmte Krankheiten senken.

Gibt es weitere Studien darüber, dass sich Kinder vegan ernähren?

Die Datenerfassung zum Ernährungs- und Gesundheitsstatus von Kindern und Jugendlichen, mit dem Schwerpunkt „Vegan“, steht noch sehr am Anfang. Trotzdem gibt es weitere Studien, wie beispielsweise die der amerikanischen „Academy of Nutrition and Dietetics“. Diese kommt zu demselben Schluss, wie die VeChi-Youth-Studie und stuft vegane Ernährung für Kinder als geeignet ein. Die junge Datenlage ist jedoch der Grund, warum die DGE bei einer rein veganen Ernährung für Kinder nur davon spricht, diese zu „befürworten“ und nicht explizit von einer „Empfehlung“.

Was ist das Fazit zu „vegan für Kinder“?

Zusammengefasst kann man sagen: vegane Kinderernährung ist problemlos möglich. Sie erfordert jedoch eine ernsthafte Auseinandersetzung der Eltern, mit dem Thema Ernährung im Allgemeinen. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem gesünderen Leben belohnt, auch wenn es vielleicht bedeutet, sich mehr zu informieren, gelegentlich zu kontrollieren und bei Bedarf zu supplementieren.

Für alle, die sich trotz DGE- und weiterer Studien noch unsicher oder komplett neu auf dem Gebiet der unterschiedlichen Ernährungswege sind, empfiehlt sich im wahrsten Sinne: Probieren geht über Studieren. Viele überzeugte Veganer haben mit einem vegetarischen Tag pro Woche angefangen und sich Schritt für Schritt kulinarisch neu orientiert und ihr Veganes-Wissen mit der Zeit erweitert.

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