Kindern Obst und Gemüse schmackhaft zu machen kann eine echte Herausforderung sein. Zu grün, zu unbekannt, zu wenig wie Gummibärchen – es gibt viele Gründe, warum Obst und Gemüse für Kinder unattraktiv wirkt. Dabei gibt es eine Menge Tipps und Tricks, wie man Neugierde wecken kann und selbst ungeliebtes Gemüse für Kinder zur gefragten Leibspeise wird.
Anstatt Ihnen nun das einhundertste Rezept zu servieren – das Internet ist bereits voll davon und es gibt großartige Kochbücher für Kinder – möchten wir Ihnen in diesem Artikel ein paar Grundprinzipien nahelegen. Also, welches Obst und Gemüse essen Kinder gerne und warum beziehungsweise, wie?
Form und Fantasie: Obst und Gemüse für Kinder anrichten!
Hexensuppe, Zauberapfel, Monstermüsli – wer kann dazu schon „nein“ sagen? Werden Sie kreativ und erfinden Sie vielleicht sogar eine kleine Geschichte zu ihrem Essen. Oder sie drehen den Spieß um und überlegen sich zu einer beliebten Kindergeschichte ein passendes Gericht. Was würde zum Beispiel bei Bobo Siebenschläfer auf den Tisch kommen?
Abgesehen von kreativen Namen, kann die Form eine große Rolle spielen und Obst und Gemüse für Kinder interessanter machen. Die Möglichkeiten sind hierbei nahezu unendlich: Figuren aus Obst und Gemüse, Obstspieße oder kleine Stücke mit Zahnstochern – all das macht Spaß und landet als kleiner „Happs“ besonders schnell im Mund (hier ist das Internet voller Inspiration, die mit Suchbegriffen wie „Obst und Gemüse kreativ anrichten“ schnell gefunden ist). Aus Zucchini können Sie zudem Spaghetti zaubern, Möhren machen als Sticks mit Dipp gleich doppelt Spaß und einfache Formen lassen sich ganz ohne Spezialwerkzeug mit Plätzchenformen ausstechen.
Farben, Farben, Farben!
Kinder lieben Farben! Nicht ohne Grund sind Kinderspielzeuge oft knallbunt und Süßigkeiten voller Farbstoffe. Bunte Lebensmittel lassen Kindern (und Erwachsenen meist genauso) förmlich das Wasser im Mund zusammenlaufen und machen ganz einfach Spaß. Besonders, wenn Sie – wie oben beschrieben – Obst und Gemüse für Kinder anrichten und dabei auf eine bunte Farbpalette achten. Mit pinken Möhren, gelben Tomaten und lila Kartoffeln hat das Obst- und Gemüseregal zudem einige Überraschungen zu bieten. Vielleicht thematisieren Sie die Farbenvielfalt also bereits beim Einkauf: Lassen Sie Ihr Kind einfach mal selbst Obst und Gemüse aussuchen das ihm optisch zusagt und weisen Sie es auf die außergewöhnliche Fülle an Möglichkeiten hin.
Zusatztipp: Auf dem Wochenmarkt ist die Vielfalt häufig größer als im Supermarkt und das Einkaufserlebnis ein ganz einzigartiges.
Mitbestimmung macht’s schmackhafter!
Binden Sie Ihr Kind ein, wo es geht – beim Einkauf, beim Kochen, bei der Verkostung – sie werden sich freuen, wenn sie mitbestimmen dürfen. Es gibt ihnen das Gefühl gehört zu werden und sorgt dafür, dass Obst und Gemüse für Kinder in einer intensiveren Verbindung zu ihnen selbst stehen. Eigens belegte Pizza wird so schnell zu „meiner“ Pizza und schmeckt extra lecker. Dabei darf gerne auch mal Quatsch gemacht und verrückte Kombinationen ausgetestet werden. Im Kleinen versteht sich. Einen kompletten Topf Quatschsuppe zu kochen und anschließend entsorgen zu müssen ist keine gute Idee. Aber warum nicht mal ein Stück Möhre und Erdbeere zusammen in den Mund? Wenn das Resultat die Feststellung ist, dass Möhren und Erdbeeren einzeln besser schmecken, hilft auch das, Obst und Gemüse für Kinder schmackhafter zu machen.
Zusatztipp: Mitbestimmung kann Einkäufe und das anschließende Kochen deutlich verzögern. Planen Sie daher mit genug Zeit oder richten Sie vielleicht sogar einen eigenen Kinder-Koch-Tag ein, an dem Sie und Ihr Kind sich voll und ganz darauf einlassen können.
Seien Sie das Vorbild!
Geschmackliche Vorlieben sind eindeutig auch kulturell, beziehungsweise gesellschaftlich begründet. Ein gutes Beispiel dafür ist scharfes Essen. Kinder, die in einem Umfeld aufwachsen, in dem gerne scharf gegessen wird, gewöhnen sich schneller daran. Kinder orientiere sich also an Bezugspersonen und übernehmen oftmals deren Essensgewohnheiten. Wenn sie sehen, dass Mama oder Papa leidenschaftlich Obst und Gemüse essen, weckt das auch bei ihnen Neugierde und Akzeptanz für dieses. Umgekehrt sollten Eltern vermeiden ihre eigene Abneigung zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Wenn sie vor ihrem Kind davon sprechen, wie ungerne sie beispielsweise Rosenkohl essen, hat das gesunde Gemüse bei ihrem Kind schnell keine Chance mehr.
Zusatztipp: Bleiben Sie selbst neugierig. Probieren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind neue Dinge und sprechen Sie gezielt darüber.
Dranbleiben – Druck vermeiden!
Der Geschmack von Kindern ändert sich regelmäßig. Was heute noch schmeckt, kann morgen schon gemieden werden – und umgekehrt. Es lohnt sich also, von Zeit zu Zeit zu schauen, ob ein bestimmtes Obst oder Gemüse für Ihr Kinder vielleicht interessant geworden ist. Probieren sollten Kinder daher immer – allerdings ohne Druck. Geschmackserlebnisse sollten für Kinder stets positiv belegt sein, auch wenn das Probierurteil negativ ausfällt. Loben Sie Ihr Kind beispielsweise dafür, dass es probiert hat. Das erleichtert zukünftige Versuche.
Fragen Sie in Ihren Kita-Küche nach!
Einige Kitas haben das große Glück, einen eigenen Koch oder eine Köchin zu beschäftigen. Fragen Sie ihn oder sie doch mal um Rat. Sie wissen häufig was gut funktioniert und was bei Kindern eher für Abneigung sorgt. Hier kommen – neben den Standardproblemen – noch ganz andere Aspekte zum Tragen, wie beispielsweise die Gruppendynamik. Wenn ein Kind laut „Igitt!“ ruft, wird schnell die gesamte Gruppe skeptisch und das Essen landet unberührt zurück in der Küche. Dabei lag es vielleicht nur an der grünen Petersilie, die eigentlich als Appetit anregende Verzierung gedacht war. Ihre Kita-Küchenkraft wird es ihnen sicher gerne verraten.

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