Wussten Sie eigentlich, dass Zecken bereits ab einer Temperatur von ca. 7 Grad Celsius wieder aktiv werden und sich auf die Jagd nach ihrem Wirt begeben? Die Zeckensaison ist also nicht nur, wie häufig angenommen, im Frühling und Sommer, sondern kann sich auch durch den gesamten Winter ziehen, wenn dieser besonders mild ist. Jedoch ist die Gefahr von den kleinen Blutsaugern gestochen zu werden natürlich viel höher, wenn wir uns bei schönem Wetter leicht bekleidet im Grünen aufhalten. Das Gefährliche: Zecken können verschiedenen Krankheitserreger wie FSME-Viren oder Borrelien übertragen.
Wo halten sich Zecken auf?
Zecken halten sich normalerweise im hohen Gras oder im feuchten Laub auf und fallen nicht, wie oft angenommen, von den Bäumen. Wenn wir also in der Natur unterwegs sind und durchs Gras laufen, streifen wir die Zecke zum Beispiel mit den Beinen ab. Sie sucht sich dann eine geeignete Stelle auf unserer Haut und beißt zu. Beim Blutsaugen können die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer Entzündung der Hirnhäute, und Borrelien, die Erreger der Lyme-Borreliose, übertragen werden. Das Krankheitsbild der Lyme-Borreliose ist sehr vielfältig und die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann Wochen dauern – und für bestimmte Beschwerden, wie zum Beispiel die Lyme-Arthritis, sogar Jahre.
Wie kann man sich vor Zeckenstichen schützen?
Eine Impfung gibt es bislang nur gegen FSME, nicht aber gegen Borreliose. Deshalb sollten Zeckenbisse möglichst vermieden werden.
- Bleiben Sie bei Spaziergängen möglichst auf festen Wegen und meiden Sie Unterholz, hohes Gras und Hautkontakt zu bodennahen Pflanzen.
- Ziehen Sie sich und Ihrem Kind beim Aufenthalt in Zeckengebieten feste Schuhe an. Stecken Sie die Hosenbeine in die Söckchen – so können sie verhindern, dass die Zecken unter der Hose an den Beinen nach oben krabbeln.
- Tragen Sie helle Kleidung, die den Körper weitestgehend bedeckt. Auf hellen Stoffen können Sie die Blutsauger besser erkennen und dann entfernen.
- Suchen Sie nach jedem Aufenthalt im Grünen bei Ihren Kindern und auch bei sich selbst den Körper sorgfältig nach Zecken ab. Bevorzugte Saugstellen sind der Kopf, besonders die zarte Haut hinter den Ohren und am Haaransatz im Nacken, der Hals, die Achselhöhlen, die Leistengegend, zwischen den Beinen und auch die weiche Haut in den Kniekehlen.
Unser Tipp: Verwenden Sie spezielle Sprays, die die Zecken für eine Zeit fernhalten. Sogenannte Repellentien erhalten Sie in der Apotheke auch speziell für Kinder. Sie werden auf Haut oder Kleidung aufgetragen und bieten für einige Zeit Schutz vor Zeckenbissen. Das Auftragen auf die Kleidung verhindert den Verlust der Wirksamkeit durch Schwitzen an heißen Tagen.
Zecke richtig entfernen
Haben Sie eine Zecke bei Ihrem Kind entdeckt, sollte diese möglichst zügig entfernt werden. FSME-Viren gelangen von den Speicheldrüsen der Zecke in ihren Wirt, was relativ rasch geschehen kann. Borrelien befinden sich im Darm der Zecke, sodass die Erreger erst nach längerem Saugen übertragen werden. Wird die Zecke also möglichst schnell und vor allen Dingen richtig entfernt, ist das Übertragungsrisiko der Borreliose-Erreger eher gering.
- Entfernen Sie die Zecke möglichst sofort nach Entdecken mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange.
- Fassen Sie die Zecke so nah wie möglich an Ihrer Haut, niemals am vollgesogenen Körper. Sonst kann es passieren, dass der Körper abreißt und der Kopf der Zecke in der Haut stecken bleibt.
- Ziehen Sie die Zecke vorsichtig und mit gleichmäßigem Zug gerade heraus.
- Achten Sie darauf, die Zecke nicht zu quetschen, denn so könnten Speichel oder Darminhalt der Zecke in unseren Körper gelangen.
- Desinfizieren Sie die Wunde nach Entfernen der Zecke sorgfältig und lassen Sie die Einstichstelle gegebenenfalls von Ihrem Kinderarzt prüfen.
- Gehen Sie auf jeden Fall zum Arzt, wenn Ihr Kind nach einem Zeckenstich allgemeine Krankheitszeichen zeigt oder sich eine sehr auffällige und charakteristische Rötung um die Einstichstelle herum oder auch an einer anderen Körperstelle bildet.

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