Wichtige Routine-Checks bei Diabetes

Wichtige Routine-Checks bei Diabetes

In den letzten Jahren sind die Raten schwerer Folgeerkrankungen bei Erwachsenen mit Diabetes zurückgegangen. Der stärkste Rückgang war bei zwei führenden Todesursachen zu verzeichnen: Herzinfarkt und Schlaganfall. Menschen mit Diabetes haben ein höheres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen als Menschen ohne Diabetes (und sie können diese schon früher und in schwererem Ausmaß bekommen). Der Rückgang bei diesen Erkrankungen ist also ein echter Fortschritt.

Diabetes-Komplikationen können sich gegenseitig verstärken

In der Regel entstehen Folgeerkrankungen des Diabetes durch den langfristig erhöhten Blutzuckerspiegel. Beispielsweise haben viele Menschen mit Diabetes gleichzeitig Bluthochdruck, der wiederum diabetische Augen- und Nierenerkrankungen verschlimmert. Oder Menschen mit Diabetes haben häufig auch Fettstoffwechselstörungen. Deswegen ist bei ihnen das HDL-Cholesterin (das “gute” Cholesterin) eher niedrig, während die Triglyceride (eine Art des Blutfetts) und das LDL-Cholesterin (das “schlechte” Cholesterin) eher erhöht sind. Außerdem neigen Menschen mit Diabetes zu einer verstärkten Blutgerinnung, so dass es leichter zu Gefäßverschluss kommen kann. All diese Faktoren können das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfall erhöhen.

Sehen wir uns die Folgekomplikationen des Diabetes im Einzelnen an:

  • Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall:
    Menschen mit Diabetes haben ein doppelt bis dreifach höheres Risiko für diese Erkrankungen als Menschen ohne Diabetes.
  • Augenprobleme, wie:
    Schädigung der Blutgefäße der Netzhaut (diabetische Retinopathie)
    Eintrübung der Linse (Grauer Star, Katarakt)
    Schädigung des Sehnervs durch Erhöhung des Augeninnendrucks (Grüner Star, Glaukom)
    Da diese Erkrankungen anfangs beschwerdefrei verlaufen, werden sie oft erst spät erkannt. Bei zu starker Schädigung besteht jedoch die Gefahr der Erblindung. Deswegen sollten sich Menschen mit Diabetes mindestens einmal jährlich von einem Augenarzt untersuchen lassen.
  • Nierenerkrankung (diabetische Nephropathie):
    Ein hoher Blutzuckerspiegel kann die Nieren schädigen und eine chronische Nierenerkrankung (Niereninsuffizienz) verursachen. Unbehandelt kann das zu Nierenversagen führen. Die diabetische Nephropathie lässt sich einfach an einer erhöhten Ausscheidung des Eiweißes Albumin erkennen. Deswegen sollte bei Diabetes mindestens einmal jährlich die Nierentätigkeit durch eine Laboruntersuchung des Blutes untersuchen werden.
  • Nervenschäden (diabetische Neuropathie):
    Neuropathien sind mit die häufigsten Folgekomplikationen bei Diabetes. Sie betreffen meistens die Füße und Beine, können aber auch Verdauungsorgane, Blutgefäße oder die Herzfunktion beeinträchtigen. Das Risiko für die Entstehung einer Neuropathie wird dabei umso größer, je höher die Konzentration des Blutzuckers ist und je länger er überhöht bleibt.
  • Diabetischer Fuß:
    Diabetesbedingte Schäden an Blutgefäßen und Nerven können zu offenen Stellen insbesondere an den Füßen führen. Sie heilen nur sehr schwer ab und sind schwierig zu behandeln. Betroffene bemerken das zuerst an Missempfindungen in den Beinen, Brennen der Fußsohlen oder Taubheitsgefühl der Füße. Da auch die Schmerzempfindung der Füße gestört sein kann, sind oft Verletzungen an den Füßen die Folge. Bei Diabetes sollte man daher regelmäßig die Füße kontrollieren oder von seinem Arzt kontrollieren lassen.

Die meisten dieser Folgeerkrankungen entwickeln sich in der Regel allmählich über einen längeren Zeitraum und zuerst ohne merkliche Symptome. Deshalb ist es so wichtig, regelmäßige Checkup-Termine bei Ihrem Arzt- und Augenarzt zu vereinbaren und einzuhalten. Das gilt auch, wenn es Ihnen gut geht und Sie keine Beschwerden haben. Nur wenn diabetesbedingte Folgekomplikationen möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden, lassen sich gesundheitliche Probleme verhindern oder zumindest lindern.

Der Präventions-Fahrplan für ein gesundes Leben mit Diabetes:

  • Lassen Sie regelmäßig einen HbA1c-Test durchführen, um Ihren durchschnittlichen Blutzucker über 2 bis 3 Monate zu messen; versuchen Sie möglichst in Ihrem Zielbereich zu bleiben.
  • Besorgen Sie sich ein Blutdruckmessgerät und versuchen Sie, Ihren Blutdruck unter 140/90 mmHg zu halten (bzw. unter dem vom Arzt festgelegten Zielwert).
  • Lassen Sie regelmäßig Ihren Cholesterinspiegel kontrollieren.
  • Machen Sie mind. einmal jährlich Termine mit Ihrem Arzt und Augenarzt und halten Sie diese ein.

Außerdem ist für Menschen mit Diabetes eine gesunde Lebensführung, mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung, Vermeidung von Alkohol und Rauchen besonders wichtig.

Mehr Infos zum Thema Folgeerkrankungen bei Diabetes finden Sie hier:
https://www.shop-apotheke.com/magazin/diabetes-mellitus/folgeerkrankungen-bei-diabetes-mellitus/

Mehr Infos zum Thema Ernährungstipps bei Diabetes finden Sie hier:
https://www.shop-apotheke.com/magazin/diabetes-mellitus/ernaehrungstipps-fuer-menschen-mit-diabetiker/

 

Quellen:
https://www.cdc.gov/diabetes/library/features/prevent-complications.html
https://www.webmd.com/diabetes/how-do-i-know-if-i-have-diabetes-complications#1

 

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