Wenn ein oder mehrere Kinder ein anderes Kind regelmäßig und systematisch direkt oder indirekt körperlich oder seelisch verletzen, spricht man von Mobbing. Das Tückische daran: Mobbing findet häufig im Verborgenen statt – Eltern und Lehrer bemerken oft nichts davon und so werden Mobbingopfer über Wochen oder sogar Monate drangsaliert. Dazu kommt, dass sich die Attacken mehr und mehr in die digitale Welt verlagern.
Mobbing hat viele Gesichter.
- Das Kind wird gehänselt
- Das Kind wird beschimpft
- Das Kind wird vor anderen lächerlich gemacht
- Das Kind wird ignoriert
- Das Kind wird bedroht oder unter Druck gesetzt
- Das Kind wird eingesperrt
- Das Kind wird bestohlen
Wird mein Kind gemobbt? Das können Anzeichen sein.
Oft bemerken Eltern und Lehrer gar nicht, dass ein Kind gemobbt wird. Betroffene Kinder leiden zunächst still und wollen Ihre Peiniger nicht noch mehr gegen sich aufbringen, indem sie sie „verpetzen“. Erst wenn Kinder keinen Ausweg mehr sehen, vertrauen Sie sich ihren Eltern an.
- Kinder leiden still unter der Situation
- Sie ziehen sich mehr und mehr zurück
- Kinder klagen über körperliche Beschwerden, wie z. B. Übelkeit, Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen.
- Sie versuchen, durch körperliche Beschwerden aus der für sie als schlimm empfundenen Situation zu entkommen.
- Sie möchten nicht mehr in die Schule gehen
- Sie wirken immer lustloser und teilnahmsloser
Was können Sie gegen Kinder Mobbing unternehmen?
Achten Sie auch auf die verborgenen Kennzeichen von Mobbing. Mobbing fängt klein an, wenn Sie oder die Lehrer nicht sofort reagieren, breitet sich das Mobbing immer weiter aus. Aus kleinen Hänseleien können so schnell große Attacken werden. Beenden Sie eine Mobbing-Situation sofort. Wenn Mobbing-Verdacht besteht oder sie sogar eine Situation direkt mitbekommen, greifen Sie entschieden ein und sprechen Sie mit den Kindern, von denen das Mobbing ausgeht. Vor allem Lehrer spielen in Sachen Kinder-Mobbing eine wichtige Rolle. Erkennen Lehrer die Warnzeichen, können sie die schweigende Mehrheit der Klasse dazu bringen, das Mobbing nicht zu dulden.
Eltern, die erfahren, dass ihr Kind gemobbt wird, sollten möglichst vermeiden, zu massiv zu reagieren – etwa indem sie die Eltern der Täter unter Druck setzen. Vor allem im Umgang mit der Schule kann sich eine womöglich noch dramatisierende Darstellung von Übergriffen sogar schädlich auswirken – schließlich müssen sich die verantwortlichen Lehrer ein objektives Bild von der Lage verschaffen können, um realistisch einzuschätzen, welche Gegenmaßnahmen wirksam sind. Hilfreich kann ein Tagebuch sein, in dem der Betroffene präzise dokumentiert, wann er von wem gemobbt wurde. Dazu gehören auch E-Mails mit beleidigendem Inhalt oder Screenshots von Social-Media-Angriffen. Auf diese Weise ist es möglich, die Schulleitung so umfassend wie möglich zu informieren.
Warum entsteht überhaupt Mobbing unter Kindern?
Den meisten Tätern geht es tatsächlich um Machtgefühl. Sie finden es aufregend andere Mitschüler zu unterdrücken und zu kontrollieren. Wenn andere vor ihnen Angst haben, fühlen sie sich stärker. Mitunter sind Teenager, die andere mobben, zuvor selbst Opfer von Attacken gewesen – und lassen aufgestaute Aggressionen nun an anderen aus. Nicht wenige Täter stammen aus Familien, in denen ein gefühlskaltes Klima herrscht. Wenn Vater und Mutter etwa ihren Nachwuchs anschreien oder aber kaum Grenzen setzen und aggressives Verhalten verharmlosen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder mobben. Zum Opfer kann theoretisch zwar jeder werden – doch meist suchen sich die Täter eher stille Typen mit schwachem Selbstwertgefühl aus.

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