Scharlach: Halsweh, Hautausschlag und himbeerrote Zunge.

Scharlach: Halsweh, Hautausschlag und himbeerrote Zunge.

Wussten Sie eigentlich, dass jeder fünfte bis zehnte Mensch Scharlacherreger im Körper trägt, ohne selbst zu erkranken? Dennoch können diese Menschen die Erreger an andere weitergeben. Als klassische Kinderkrankheit tritt Scharlach aber am häufigsten bei 6 bis 12 jährigen auf und wird von den hoch ansteckenden Streptokokken ausgelöst. In diesem Beitrag haben wir Ihnen die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Scharlach zusammengestellt.

Welche Symptome treten bei Scharlach auf?

Die Krankheit bricht meistens sehr plötzlich aus und beginnt mit Halsschmerzen, Fieber und Husten. Die Beschwerden können entweder alle zusammen aber auch einzeln auftreten.

Typisch zu Beginn der Scharlach-Infektion sind:

  • Mandel-Entzündung
  • Schluck-Beschwerden
  • Fieber und Schüttelfrost
  • roter Rachenraum
  • angeschwollene Lymphknoten

Weitere Symptome können nach ein bis zwei Tagen auftreten:

  • weiße Beläge auf der Zunge
  • geschwollene Mandeln

Diese weißen Beläge auf der Zunge lösen sich nach und nach wieder und zum Vorschein kommt die typische tiefrote Zunge – auch Himbeerzunge genannt.

Weitere Symptome nach zwei bis vier Tagen:

  • Hautausschlag
  • periorale Blässe

Der typische Scharlach-Ausschlag wird durch Toxine verursacht und bricht in Achseln, Leisten oder auch am gesamten Körper aus. Es handelt sich um viele kleine, rote, leicht erhabene Pusteln. Die periorale Blässe, auch Milchbart genannt zeigt sich meist in Kombination mit geröteten Wangen. Einige Zeit später schält sich die Haut, vor allem an den Handinnenflächen und Fußsohlen.

Wie erfolgt die Ansteckung bei Scharlach?

Die Bakterien werden überwiegend durch Tröpfchen-Infektion übertragen. Beim Husten, Niesen oder Sprechen verbreiten Erkrankte und Träger der Scharlach-Bakterien diese über die Luft. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung liegen meist ein bis drei Tage. Wird Scharlach mit Antibiotika behandelt, besteht schon 24 Stunden nach der ersten Einnahme keine Ansteckungsgefahr mehr. Ohne Antibiotikum sind Erkrankte bis zu 3 Wochen nach den ersten Beschwerden ansteckend.

Wie wird Scharlach behandelt?

Der Kinderarzt wird in der Regel ein Antibiotikum (Penicillin) verschreiben. Die Beschwerden verbessern sich dann recht schnell, trotzdem muss das Antibiotikum wie vom Arzt verordnet (in der Regel sind es 10 Tage) eingenommen werden. Weitere Maßnahmen können unterstützend sinnvoll sein:

  • Bei Fieber sollte Bettruhe eingehalten werden
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind viel trinkt
  • Weiche Speisen, wie Brei oder Suppe lassen sich besser schlucken
  • Abstand halten zu anderen Personen, solange Ansteckungsgefahr besteht
  • Hände regelmäßig und gründlich waschen

Dürfen Kinder mit Scharlach in die Schule?

Kinder, die an Scharlach erkrankt sind oder bei denen der Verdacht auf eine Scharlach-Erkrankung besteht, dürfen Schulen vorübergehend nicht besuchen. Eltern müssen die Einrichtung über die Erkrankung des Kindes informieren.

Scharlach-Ausbruch: Oktober bis März erhöhte Gefahr?

In der Tat bricht die Krankheit vermehrt zwischen Oktober und März aus. Das liegt wahrscheinlich daran, dass durch die kälteren Temperaturen das Immunsystem geschwächt ist und deshalb anfälliger für den Befall mit Bakterien ist.

Besteht Meldepflicht bei einer Scharlach-Infektion?

Eine Meldepflicht besteht nur in Sachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein. In diesen Bundesländern muss Scharlach beim örtlichen Gesundheitsamt gemeldet werden.

Kann man Scharlach vorbeugen?

Abstand zu erkrankten Personen halten und regelmäßiges Waschen der Hände bilden die einzig wirksamen prophylaktischen Schritte gegen die Kinderkrankheit. Eine Scharlach Schutz-Impfung gibt es zur Zeit nicht.

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