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Aspergers Kinder Die Geburt des Autismus im "Dritten Reich"
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- 9783593509433
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Aspergers Kinder Die Geburt des Autismus im "Dritten Reich"
EinleitungWas ist der Unterschied zwischen einem Schmetterling und einer Fliege? "[D]er Schmetterling wächst nicht im Zimmer auf wie die Fliege", erklärt Harro. Die Frage ist Teil eines Intelligenztests. Harro möchte mehr über die Fliege erzählen:[Die Fliege] hat eine gaaanz andere Entwicklung! [...] Die Fliegenmutter legt viiiele Eier in eine Dielenritze hinein und dann in ein paar Tagen kriechen Maden heraus; ich hab das einmal in einem Buch gelesen, da erzählt der Fußboden - ich muss mich halbtot lachen (!), wenn ich dran denk: "Was guckt da heraus aus dem Tönnchen, ein riesiger Kopf mit einem winzigen Körper und einem Rüssel wie ein Elefant?" Und dann nach ein paar Tagen verpuppen sie sich wieder und dann kriechen auf einmal ganz herzige kleine Fliegen heraus.Der achtjährige Harro lebt gemeinsam mit anderen Kindern ebenfalls in einem Kokon, abgeschirmt in der Heilpädagogischen Abteilung der Universitäts-Kinderklinik in Wien. Wie die eigenartig geformten Larven fallen diese Kinder auf. Ihre eigentümlichen Wesenszüge stoßen im "Dritten Reich" auf Ablehnung, und die Ärzte und Krankenschwestern in der Abteilung bemühen sich, die Psyche der Kinder zu korrigieren. Hans Asperger, der Leiter der Abteilung, ist der Meinung, mit dem "volle[n] Einsatz des liebenden Erziehers" sei es möglich, dafür zu sorgen, dass "auch solche Menschen ihren Platz in dem Organismus der sozialen Gemeinschaft" fänden.Asperger spricht über die einzigartigen Persönlichkeiten der Kinder, die er behandelt, und nimmt für sich in Anspruch, seine Methode ihren individuellen Bedürfnissen anzupassen. Er wählt einen ganzheitlichen Ansatz. Die Kinder gehen im eleganten, geräumigen Widerhofer-Pavillon verschiedensten Aktivitäten nach: Sie betreiben Sport, spielen Theater, musizieren. Asperger setzt sich mit den Kindern hin und krümmt seinen hochgewachsenen Körper, um sich seinen kleinen Patienten anzupassen. Sein aufmerksamer Blick fängt sämtliche Nuancen ihres Verhaltens ein, das er in seiner Habilitationsschrift beschreiben wird. Der Fall des achteinhalb Jahre alten Harro zählt zu den Fallstudien, aus denen Asperger eine neue Diagnose ableitet: die "autistische Psychopathie".Harros Schule hat die Universitäts-Kinderklinik um eine Beurteilung des Jungen gebeten. Aus dem Bericht der Schule geht hervor, dass Harro selten Anweisungen befolgt. Er widerspricht den Lehrern, macht seine Hausaufgaben nicht und beklagt sich über den Unterricht, der ihm "viel zu dumm" scheint. Er wird immer wieder zum Ziel des Spotts seiner Klassenkameraden und reagiert auf geringste Provokationen sehr aggressiv: Kleinigkeiten versetzen ihn derart in Wut, dass er andere Jungen attackiert und verletzt. Er krabbelt während des Unterrichts auf allen Vieren durch das Klassenzimmer, und es gibt sogar Berichte darüber, dass es zu "argen sexuellen Spielereien mit anderen Knaben" einschließlich von "Coitusversuchen" gekommen ist. Dabei hat seine Lehrerin den Eindruck, dass er "könnte, wenn er wollte". Aber Harro ist in allen Fächern durchgefallen und muss das Schuljahr wiederholen.Es fällt den Betreuern in der Heilpädagogischen Abteilung schwer, Harro zu testen. Er verweigert oft die Mitarbeit und scheitert an gewöhnlichen Aufgaben. Auf der anderen Seite beweist der Junge in bestimmten Bereichen für sein Alter ungewöhnliche Fähigkeiten. So wählt er beispielsweise beim Rechnen eigene Lösungswege. Wie viel ist 47 weniger 15? "[E]ntweder 3 dazugeben und zu dem, was weg soll, auch 3 dazugeben, oder erst 7 weg und dann 8." Asperger gelangt zu der Überzeugung, dass diese "besondere Originalität des Denkens und Erlebens" Jungen wie Harro "besondere Leistungen im späteren Leben" ermöglichen werden.Das Problem sieht Asperger darin, dass es Harro an sozialem Empfinden mangelt. Der Arzt beobachtet, dass sich der Junge von Gruppen oft absondert und in der Abteilung "nie warm, zutraulich, fröhlich" ist. Harro nimmt nicht am sozialen Leben teil, er spielt nicht mit den anderen Kindern, sondern sitzt liebe
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EinleitungWas ist der Unterschied zwischen einem Schmetterling und einer Fliege? "[D]er Schmetterling wächst nicht im Zimmer auf wie die Fliege", erklärt Harro. Die Frage ist Teil eines Intelligenztests. Harro möchte mehr über die Fliege erzählen:[Die Fliege] hat eine gaaanz andere Entwicklung! [...] Die Fliegenmutter legt viiiele Eier in eine Dielenritze hinein und dann in ein paar Tagen kriechen Maden heraus; ich hab das einmal in einem Buch gelesen, da erzählt der Fußboden - ich muss mich halbtot lachen (!), wenn ich dran denk: "Was guckt da heraus aus dem Tönnchen, ein riesiger Kopf mit einem winzigen Körper und einem Rüssel wie ein Elefant?" Und dann nach ein paar Tagen verpuppen sie sich wieder und dann kriechen auf einmal ganz herzige kleine Fliegen heraus.Der achtjährige Harro lebt gemeinsam mit anderen Kindern ebenfalls in einem Kokon, abgeschirmt in der Heilpädagogischen Abteilung der Universitäts-Kinderklinik in Wien. Wie die eigenartig geformten Larven fallen diese Kinder auf. Ihre eigentümlichen Wesenszüge stoßen im "Dritten Reich" auf Ablehnung, und die Ärzte und Krankenschwestern in der Abteilung bemühen sich, die Psyche der Kinder zu korrigieren. Hans Asperger, der Leiter der Abteilung, ist der Meinung, mit dem "volle[n] Einsatz des liebenden Erziehers" sei es möglich, dafür zu sorgen, dass "auch solche Menschen ihren Platz in dem Organismus der sozialen Gemeinschaft" fänden.Asperger spricht über die einzigartigen Persönlichkeiten der Kinder, die er behandelt, und nimmt für sich in Anspruch, seine Methode ihren individuellen Bedürfnissen anzupassen. Er wählt einen ganzheitlichen Ansatz. Die Kinder gehen im eleganten, geräumigen Widerhofer-Pavillon verschiedensten Aktivitäten nach: Sie betreiben Sport, spielen Theater, musizieren. Asperger setzt sich mit den Kindern hin und krümmt seinen hochgewachsenen Körper, um sich seinen kleinen Patienten anzupassen. Sein aufmerksamer Blick fängt sämtliche Nuancen ihres Verhaltens ein, das er in seiner Habilitationsschrift beschreiben wird. Der Fall des achteinhalb Jahre alten Harro zählt zu den Fallstudien, aus denen Asperger eine neue Diagnose ableitet: die "autistische Psychopathie".Harros Schule hat die Universitäts-Kinderklinik um eine Beurteilung des Jungen gebeten. Aus dem Bericht der Schule geht hervor, dass Harro selten Anweisungen befolgt. Er widerspricht den Lehrern, macht seine Hausaufgaben nicht und beklagt sich über den Unterricht, der ihm "viel zu dumm" scheint. Er wird immer wieder zum Ziel des Spotts seiner Klassenkameraden und reagiert auf geringste Provokationen sehr aggressiv: Kleinigkeiten versetzen ihn derart in Wut, dass er andere Jungen attackiert und verletzt. Er krabbelt während des Unterrichts auf allen Vieren durch das Klassenzimmer, und es gibt sogar Berichte darüber, dass es zu "argen sexuellen Spielereien mit anderen Knaben" einschließlich von "Coitusversuchen" gekommen ist. Dabei hat seine Lehrerin den Eindruck, dass er "könnte, wenn er wollte". Aber Harro ist in allen Fächern durchgefallen und muss das Schuljahr wiederholen.Es fällt den Betreuern in der Heilpädagogischen Abteilung schwer, Harro zu testen. Er verweigert oft die Mitarbeit und scheitert an gewöhnlichen Aufgaben. Auf der anderen Seite beweist der Junge in bestimmten Bereichen für sein Alter ungewöhnliche Fähigkeiten. So wählt er beispielsweise beim Rechnen eigene Lösungswege. Wie viel ist 47 weniger 15? "[E]ntweder 3 dazugeben und zu dem, was weg soll, auch 3 dazugeben, oder erst 7 weg und dann 8." Asperger gelangt zu der Überzeugung, dass diese "besondere Originalität des Denkens und Erlebens" Jungen wie Harro "besondere Leistungen im späteren Leben" ermöglichen werden.Das Problem sieht Asperger darin, dass es Harro an sozialem Empfinden mangelt. Der Arzt beobachtet, dass sich der Junge von Gruppen oft absondert und in der Abteilung "nie warm, zutraulich, fröhlich" ist. Harro nimmt nicht am sozialen Leben teil, er spielt nicht mit den anderen Kindern, sondern sitzt liebe
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