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Dicksein Wenn der Körper das Verhältnis zur Gesellschaft bestimmt

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    9783593500836
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Dicksein Wenn der Körper das Verhältnis zur Gesellschaft bestimmt
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Vorbemerkung
"Der Körper ist der Nullpunkt der Welt,
der 'Ort', an dem Wege und Räume sich kreuzen."
(Foucault 2005: 33)
Eine der wichtigsten soziologischen Einsichten ist, dass Begriffe, Bezeichnungen und Benennungen eine soziale Geschichte in sich tragen. Sie sind keineswegs gesellschaftlich neutral, wie ihr Gebrauch oftmals vorgibt. Zu dieser Einsicht gehört, dass die Fähigkeit, sprachliche Repräsentationen zu schaffen, sie öffentlich zu machen und sogar offiziell werden zu lassen, eine außergewöhnliche Macht darstellt. Schließlich kann sie dazu genutzt werden, einen Common Sense über die soziale Welt herzustellen. Auf diesem Weg wird einer Sichtweise gesellschaftliche Zustimmung und im nächsten Schritt gesellschaftliche Verbindlichkeit verschafft (vgl. Bourdieu 1985: 19; Barlösius 2005). Eine solche Macht hat Bourdieu Benennungs- bzw. Repräsentationsmacht genannt.
Beim Thema Dicksein ist dieses soziologische Wissen von herausragender Bedeutung, denn das Wort "Dicksein" wie alle anderen Bezeichnungen dieses Phänomens, und noch mehr die Titulierung von Menschen als "dick", liefern mitnichten nur eine Beschreibung. Sie besitzen abwertenden Charakter und transportieren an die so Bezeichneten die Aufforderung, sich und ihren Körper zu verändern. Dies trifft für die Begriffe "Dicksein" und "dicke Person" zu, weit mehr noch für "Fettsein" und "die Fetten", aber ebenso für scheinbar zurückhaltende Bezeichnungen wie "korpulent", "mollig" oder "rund". Auch in Bezeichnungen, die vorgeben, das Phänomen rein medizinisch zu fassen, wie "übergewichtig" und "Übergewicht" oder "adipös" und "Adipositas", ist eingeschrieben, dass es sich um ein Problem handelt, gegen das etwas zu unternehmen sei. Diese Worte geben vor, das Phänomen zu objektivieren, indem sie Dicksein mittels des Körpergewichts und -umfangs physikalisch erfassen. Eine solche Betrachtungsweise sagt aber nichts darüber aus, wie Menschen erfahren, dass sie gesellschaftlich als zu dick gelten, und wie mit Dicksein gesellschaftlich umgegangen wird.
Dies spricht gegen einen soziologischen Gebrauch der beiden Begriffspaare. An ihm ist weiterhin auszusetzen, dass die medizinischen Bezeichnungen mit der größten Repräsentationsmacht ausgestattet sind und das Phänomen dementsprechend erheblich mitgestalten. Dies zeigt sich besonders darin, dass sie es auf die gleiche Weise repräsentieren, wie darauf gesellschaftlich reagiert wird, nämlich mit der Feststellung von Therapiebedürftigkeit. Damit verschaffen sie sich ihre eigene Legitimation. Würde die Soziologie die medizinisch legitimierten Begriffe übernehmen, dann würde sie sich dieser Macht bedienen, während ihre originäre Aufgabe doch darin besteht, den gesellschaftlichen Gebrauch von Begriffen, Bezeichnungen und Benennungen zu analysieren. Nimmt die Soziologie diese Aufgabe an, kommt sie nicht umhin, darüber Rechenschaft abzulegen, welche Worte und Bezeichnungen sie gebraucht.
Im Jahr 2012 wurde in den USA die Zeitschrift Fat Studies gegründet. In Anlehnung an die Gender- und Race-Studies hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, die dominante gesellschaftliche und politische Sprechweise über Dicksein zu kritisieren. Im Editorial wird erläutert, warum die Worte "fat" und "fatness" verwendet und sogar für den Titel der Zeitschrift gewählt wurden (Rothblum 2012). Die "National Association to Advance Fat Acceptance" und andere gesellschaftliche Gruppierungen, die sich zusammengeschlossen haben, um gegen die Ausgrenzung und Stigmatisierung dickerer Menschen zu kämpfen, hätten sich bewusst für die Bezeichnung "fat" entschieden. Analog zu den sozialen Bewegungen für eine gesellschaftliche Anerkennung und Gleichberechtigung von Homosexualität, die die ursprüngliche Beschimpfung "schwul" positiv umgedeutet haben, sei es das Ziel der Zeitschrift, für eine positive Besetzung des Begriffs "fat" zu streiten. Mit Rückgriff auf Norbert Elias kann diese Absicht als Strategie der "Gegenstigmatisierung" verstanden werden
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