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- 9783887474133
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Jean Paul häppchenweise
[...]; er konnte sich gütlich tun durch Kochbücher, welche er durchging, indem er beständig dachte: es bedeutet crede et manducasti! Ein solches beschauliches (kontemplatives) Gaumleben setzte ihn öfter instand, wie ein spanischer König sich 100 Gerichte an einem Mittage auftragen zu lassen, ja sich wie Heliogabalus Gastmähler zu geben, Millionen an Wert; denn Kochbücher achten kein Geld. KOMET (Glaube, und Du hast gegessen! Augustinus)Die erste über Jean Paul selbst. Dereinst gehörte er zu den anerkanntesten Schriftstellern Europas. Aber konnte sein Werk in der Nachwelt bestehen? Das Problem: Jean Paul war Lesestoff vor allem für gebildete Damen seiner Zeit, und selbst für die brachte ein findiger Verleger ein erklärendes »Jean Paul Wörterbuch« heraus. Jean Paul selbst hatte Bedenken, dass seine »Dinte eher bleich werde« als er selbst. Heute kann ich sagen: Nein! Er war zu groß, zu einzigartig. Gewiß, gewiß, man muss sich durch verknotete Handlungsstränge wühlen, sich mit Personen rumschlagen, die schwabbeliger und ungreifbarer sind als oberfränkischer Kochkäse. Jean Paul lesen fordert mich auch; aber mit immer größerer Leidenschaft und Lust und viel Amüsement arbeitete ich mich durch einen Riesenberg von Schriften und Romanen. Vielleicht um mich bei der Stange zu halten, erscheint meine, unsere Region, das Fichtelgebirge, immer wieder auf der Handlungsbühne, mit Ortschaften und Bergen die mir vertraut sind, gerne auch mal mitbissigen Seitenhieben auf die Bewohner, hauptsächlich diejenigen der Stadt Hof. Die Genialität und die Lebhaftigkeit seines Schreibens beeindruckt Dichter, Denker, Musiker, Maler bis heute. »Wie oft habe ich in diesem Lehnstuhl Jean Paul gelesen!«, so Hermann Hesse. Die zweite Vorbemerkung ist eine übers Kochen. In Jean Pauls Werken wimmelt es nur so von Gerichten, darüber stolpert man - nicht nur als Köchin - früher oder später. Denn siehe da, nicht nur Kindheitserinnerungen, Liebschaften, skurrile Ereignisse und Erlebnisse, auch Essen und die zugehörige Etikette oder Nicht-Etikette (Der Knigge ist bereits erschienen) dienen seinem Schreiben; und sie alle leben in seiner »Dinte« weiter. Altbekannte, unbekannte und verwunderliche Gerichte treten wieder zu Tage. Gerichte, denen er symbolische Bedeutung zugemessen hat, Gerichte, die nicht nur bloßes Essen beschreiben, sondern dabei Charaktere und Romanfiguen zeichnen. Klingt spannend, aber: »Der Stein der Weisen ist der Grundstein zum Narrenhaus!« (Jean Paul Aphorismen) Ein Ausfiltern der Werke dieses begnadeten Romanciers zu kulinarischen Zwecken - mein Stein der Weisen; die Suche nach Rezepten in Kochbüchern der Zeit - ist für mich der Grundstein zum Narrenhaus. Wie zum Anfüttern präsentiert Jean Paul einige dieser Kochbücher in Fußnoten, einmal sogar liefert er die zugehörigen Rezepte gleich mit. Glücklicherweise zeigt sich: In allzu vielen Kochbüchern hat er nicht »gewildert«, und die »Etikettenunfälle«, seiner Figuren sind sicher manchmal eklig, aber immer urkomisch. Darf man es sich so leicht machen und Jean Paul dem Publikum einfach durch den Magen nahebringen? Ja! Jean Paul hätte wahrscheinlich seinen Spaß daran gehabt, und ihn kulinarisch zu entdecken bedeutet so viel mehr als Sauerkraut, Kartoffeln und Bierseligkeit. Bier trank er übrigens nach Aussagen seiner Frau sowieso vor allem aus finanziellen Gründen. Wein war schon immer teurer als Bier, zumindest in Franken.Die dritte Vorbemerkung handelt von meiner vielleicht willkürlich erscheinenden Vorgehensweise. Nach reichlichem Fahnden und Forschen erschließt sich eine beispiellose Fülle von Gerichten und Getränken, die Jean Paul in Werken und Briefen erwähnt. Mit wenigen Ausnahmen geben sie lediglich Auskunft darüber, was der Meister so alles kannte, nicht ob er es auch gegessen hat oder haben könnte. Vollständigkeit ist also hier ebenso wie das originalgetreue Nachkochen der Gerichte nicht zu erreichen. Neben dem immensen Zeitaufwand, die viele Rezepte fordern, zwei Stunden Butter schl
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[...]; er konnte sich gütlich tun durch Kochbücher, welche er durchging, indem er beständig dachte: es bedeutet crede et manducasti! Ein solches beschauliches (kontemplatives) Gaumleben setzte ihn öfter instand, wie ein spanischer König sich 100 Gerichte an einem Mittage auftragen zu lassen, ja sich wie Heliogabalus Gastmähler zu geben, Millionen an Wert; denn Kochbücher achten kein Geld. KOMET (Glaube, und Du hast gegessen! Augustinus)Die erste über Jean Paul selbst. Dereinst gehörte er zu den anerkanntesten Schriftstellern Europas. Aber konnte sein Werk in der Nachwelt bestehen? Das Problem: Jean Paul war Lesestoff vor allem für gebildete Damen seiner Zeit, und selbst für die brachte ein findiger Verleger ein erklärendes »Jean Paul Wörterbuch« heraus. Jean Paul selbst hatte Bedenken, dass seine »Dinte eher bleich werde« als er selbst. Heute kann ich sagen: Nein! Er war zu groß, zu einzigartig. Gewiß, gewiß, man muss sich durch verknotete Handlungsstränge wühlen, sich mit Personen rumschlagen, die schwabbeliger und ungreifbarer sind als oberfränkischer Kochkäse. Jean Paul lesen fordert mich auch; aber mit immer größerer Leidenschaft und Lust und viel Amüsement arbeitete ich mich durch einen Riesenberg von Schriften und Romanen. Vielleicht um mich bei der Stange zu halten, erscheint meine, unsere Region, das Fichtelgebirge, immer wieder auf der Handlungsbühne, mit Ortschaften und Bergen die mir vertraut sind, gerne auch mal mitbissigen Seitenhieben auf die Bewohner, hauptsächlich diejenigen der Stadt Hof. Die Genialität und die Lebhaftigkeit seines Schreibens beeindruckt Dichter, Denker, Musiker, Maler bis heute. »Wie oft habe ich in diesem Lehnstuhl Jean Paul gelesen!«, so Hermann Hesse. Die zweite Vorbemerkung ist eine übers Kochen. In Jean Pauls Werken wimmelt es nur so von Gerichten, darüber stolpert man - nicht nur als Köchin - früher oder später. Denn siehe da, nicht nur Kindheitserinnerungen, Liebschaften, skurrile Ereignisse und Erlebnisse, auch Essen und die zugehörige Etikette oder Nicht-Etikette (Der Knigge ist bereits erschienen) dienen seinem Schreiben; und sie alle leben in seiner »Dinte« weiter. Altbekannte, unbekannte und verwunderliche Gerichte treten wieder zu Tage. Gerichte, denen er symbolische Bedeutung zugemessen hat, Gerichte, die nicht nur bloßes Essen beschreiben, sondern dabei Charaktere und Romanfiguen zeichnen. Klingt spannend, aber: »Der Stein der Weisen ist der Grundstein zum Narrenhaus!« (Jean Paul Aphorismen) Ein Ausfiltern der Werke dieses begnadeten Romanciers zu kulinarischen Zwecken - mein Stein der Weisen; die Suche nach Rezepten in Kochbüchern der Zeit - ist für mich der Grundstein zum Narrenhaus. Wie zum Anfüttern präsentiert Jean Paul einige dieser Kochbücher in Fußnoten, einmal sogar liefert er die zugehörigen Rezepte gleich mit. Glücklicherweise zeigt sich: In allzu vielen Kochbüchern hat er nicht »gewildert«, und die »Etikettenunfälle«, seiner Figuren sind sicher manchmal eklig, aber immer urkomisch. Darf man es sich so leicht machen und Jean Paul dem Publikum einfach durch den Magen nahebringen? Ja! Jean Paul hätte wahrscheinlich seinen Spaß daran gehabt, und ihn kulinarisch zu entdecken bedeutet so viel mehr als Sauerkraut, Kartoffeln und Bierseligkeit. Bier trank er übrigens nach Aussagen seiner Frau sowieso vor allem aus finanziellen Gründen. Wein war schon immer teurer als Bier, zumindest in Franken.Die dritte Vorbemerkung handelt von meiner vielleicht willkürlich erscheinenden Vorgehensweise. Nach reichlichem Fahnden und Forschen erschließt sich eine beispiellose Fülle von Gerichten und Getränken, die Jean Paul in Werken und Briefen erwähnt. Mit wenigen Ausnahmen geben sie lediglich Auskunft darüber, was der Meister so alles kannte, nicht ob er es auch gegessen hat oder haben könnte. Vollständigkeit ist also hier ebenso wie das originalgetreue Nachkochen der Gerichte nicht zu erreichen. Neben dem immensen Zeitaufwand, die viele Rezepte fordern, zwei Stunden Butter schl
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