Unterschiede zwischen Asthma und COPD

Unterschiede zwischen Asthma und COPD

COPD ist die Abkürzung des englischen Begriffs „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ (chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Dabei bedeutet „obstruktiv“ „verengt“, denn ähnlich wie beim Asthma geht auch COPD mit einer Verengung der Atemwege einher. Deswegen können bei den Betroffenen ähnliche Symptome (Atemnot, Husten) auftreten. Asthma und COPD sind jedoch zwei ganz verschiedene Erkrankungen, die sich in Ursachen, Verlauf und Prognose unterscheiden. Die Differenzialdiagnose, also die Unterscheidung der beiden Erkrankungen, ist sehr wichtig, da die beiden Erkrankungen unterschiedliche Therapien erfordern.

COPD-Asthma-Mischformen

COPD und Asthma kommen allerdings häufig gemeinsam vor: Nach Schätzungen leiden bis zu 50 % der COPD Patienten zusätzlich an Asthma bzw. bis zu 60 % der Asthma Patienten leiden auch unter COPD. Patienten, die unter beiden Erkrankungen leiden, zeigen stärkere Symptome, häufiger Krankheitsverschlechterungen (Exazerbationen) und häufiger Krankenhauseinweisungen als Patienten mit nur einer dieser Erkrankungen. Wenn auf einen Patienten ähnlich viele Kriterien für Asthma wie für COPD zutreffen, so spricht der Arzt vom „Asthma-COPD-Overlap“ (ACO). Der Begriff ist allerdings nicht exakt definiert, so dass sich die Diagnose ACO auf eine Vielzahl von Patienten mit unterschiedlichem Krankheitsbild anwenden lässt. Es handelt sich beim ACO also nicht um eine eigenständige Erkrankung. (1)

Gemeinsamkeiten von Asthma und COPD

Asthma und COPD sind zwar unterschiedliche Erkrankungen, haben aber auch Gemeinsamkeiten. Beide Erkrankungen:

  • sind chronische Erkrankungen der unteren Atemwege/Lunge,
  • sind mit einer chronischen Entzündung und Verkrampfung der Bronchien verbunden,
  • haben als Symptome Atemnot und Husten.

Unterschiede zwischen Asthma und COPD

Zwischen Asthma und COPD existieren aber auch deutliche Unterschiede: So haben die beiden Erkrankungen zum Teil verschiedene Ursachen und werden unterschiedlich therapiert.

Ursachen der COPD

Bei einer COPD ist die Belastung der Lunge mit chemischen Stoffen, Rauch oder Staub die Hauptursache. Dazu gehört vor allem das Rauchen, unabhängig davon, ob der Patient aktuell raucht, früher geraucht hat oder als Passivraucher häufig starkem Rauch ausgesetzt ist. Außerdem sind Umweltverschmutzung oder Luftbelastung am Arbeitsplatz Ursachen und (selten) erbliche Faktoren. Neben den bei COPD genannten Faktoren kommen hier zusätzlich Infektionen, Allergien, Medikamenten-Unverträglichkeiten, psychische Gründe und anderes in Frage. (1)

Therapie

Bei guter Behandlung können die Symptome von Asthma oft so gelindert werden, dass die Erkrankung auch auf Dauer kaum Beschwerden verursacht. Die Behandlung der COPD dagegen zielt darauf ab, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Bei beiden Erkrankungen erfolgt die Behandlung hauptsächlich durch Inhalation von Medikamenten, wodurch die Wirkstoffe direkt in die Lunge gelangen. Für die Therapie kommen bei Asthma und COPD aber zum Teil unterschiedliche Medikamente zum Einsatz.

Vergleich zwischen Asthma und COPD

Asthma COPD
Ursachen: Allergien sind eine häufige Ursache für Asthma. Aber auch andere Reize (zum Beispiel Kälte, Belastung oder Stress) können Asthma auslösen. Hauptursache für COPD ist das Rauchen. Seltener können auch Luftverschmutzung, Reizstoffe am Arbeitsplatz oder genetische Faktoren die Ursache sein.
Alter des Patienten: Asthma tritt häufig schon im Kindes- oder Jugendalter auf. Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Krankheit im Kindes- und Jugendalter. Etwa 300 .000 Kinder im Vorschulalter leiden unter Asthma bronchiale. (2) Da COPD meist die Folge langjährigen Rauchens ist, beginnt die Krankheit in der Regel erst nach dem 40. Lebensjahr.
Auftreten der Symptome: Asthma kann ganz plötzlich auftreten, zum Beispiel aufgrund von Stress, Kälte, Inhalation von krankheitsauslösenden Allergenen, oder nach einer Infektion der Atemwege. Eine COPD tritt schleichend auf, nicht unvermittelt. Oft entwickelt sie sich aus einer chronischen Bronchitis, die schon jahrelang bestanden hat.
Atemnot: Asthma-Patienten leiden bei einem akuten Asthma-Anfall unter Atemnot. Ist der Anfall vorüber, verschwindet die Atemnot. COPD-Patienten haben dauerhaft Atemnot. Im Verlauf der Krankheit nimmt die Atemnot zu.


Quellen:
(1) Lungenärzte im Netz: Asthma bronchiale Auslöser
(2) Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ)

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