Bronchitis oder doch Asthma?

Bronchitis oder doch Asthma?

Erste Diagnose: Bronchitis

Ich habe einiges von meiner Mama übernommen – als junges Mädchen leider auch eine chronische Bronchitis. Jede noch so kleinste Erkältung hat mich hart getroffen. Einem leichten Schnupfen folgten oft heftige Husten-Attacken, die wiederum zu ständiger Atemnot führten. Meine Mama ist deshalb mit mir zu unserem Kinderarzt gefahren. Nach einigen Untersuchungen verschrieb mein Arzt mir ein Inhaliergerät. Anfangs sollte ich erst einmal nur inhalieren, um mir beim Husten Erleichterung zu verschaffen. Als es aber schlimmer und schlimmer wurde, musste ich jeden Tag prophylaktisch inhalieren, weil bei mir eine Bronchitis festgestellt wurde. Damit diese nicht chronisch wird, hieß es ab jetzt: Einatmen, Ausatmen.

Das tägliche Ritual

Meine Mama und ich haben daraus ein tägliches Ritual gemacht. Während sie kochte, habe ich auf der Küchentheke gesessen und mein grüner, treuer Begleiter bollerte neben mir. Ich war noch so klein, dass meine Füße noch nicht einmal bis zur Kante reichten. So dasitzend erzählte meine Mama mir Geschichten, die ich aber nicht unkommentiert ließ. Was dazu führte, dass meine Mutter mir immer wieder den Mund-Nasen-Aufsatz meines Inhaliergerätes richtig aufsetzen musste – aber wer sagt, dass man damit nicht weiterreden konnte?
Tatsächlich ist es dann soweit gekommen, dass ich an einer chronischen Bronchitis erkrankt bin. Somit war abzusehen, dass mich mein kleiner grüner Freund noch eine ganze Weile begleiten würde.

Berge und Meer

Neben dem Inhalieren, empfahl uns mein Kinderarzt in die Berge oder an das Meer zu reisen, um mich einem Reizklima auszusetzen. Er erklärte uns, dass in diesen Regionen bestimmte Faktoren wie Wind, UV-Strahlung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit uvm. zusammenkommen, die bei einer Genesung helfen. Wir sollten allerdings darauf achten, dass es sich dabei um ein gemäßigtes Klima und keine starke Hitze oder Kälte handelt, da die Extreme die Lungenfunktion beeinträchtigen und somit auch das Herz zu stark belasten können. Kein Problem, dachten wir uns, da wir eh jedes Jahr mit der Familie zum Wandern in das Berchtesgadener Land fahren.

Wie aus einer Grippe Asthma wurde

 Einige Jahre und viele Inhaliersitzungen später, plagten mich mal wieder typische Symptome, wie eine laufende Nase, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit und Gliederschmerzen. Als es an jenem Tag besonders schlimm mit meiner Atemnot wurde, rief meine Mama unseren ehemaligen Nachbarn an, meinen Hausarzt. Er untersuchte mich und brachte mir ein Spray mit, welches ich gegen die Atemnot nutzen sollte. Da es mir gleich Linderung verschaffte, sprach er seine Empfehlung aus, einen Lungenfacharzt aufzusuchen, da er erste Asthma Anzeichen erkennen konnte.
Als ich bei besagtem Arzt war, musste ich verschiedene Tests durchlaufen. Da er auch Allergologe war, habe ich nicht nur den klassischen Lungenfunktionstest, sondern parallel einen Allergietest gemacht. Dabei stellte er fest, dass ich unter anderem schon seit längerer Zeit allergisch auf Hausstaubmilben I und II reagiere. Diese Ergebnisse haben wir dann gemeinsam mit unserem Hausarzt besprochen. Die Diagnose: Asthma.

Mein Leben mit Asthma

Bedingt durch mein junges Alter war ich erst einmal schockiert, weil ich mir alles Mögliche ausmalte und dieses Krankheitsbild nicht verstehen konnte. Ich hatte so viele Fragen: Was mache ich bei einem Anfall? Wie benutze ich das Spray richtig? Was mache ich, wenn ich mein Spray mal vergesse, aber einen Anfall bekomme? Doch mein Hausarzt beruhigte mich und erklärte mir alles in Ruhe. Die oberste Regel lautet: Ruhe bewahren, niemals aufregen oder in Stress geraten. Außerdem gab er mir Tipps, wie ich meine Lunge durch Sport stärken könne. Da er wusste, dass ich – seit ich denken kann – das Singen liebe, schlug er meiner Mama vor, Gesangsunterricht für mich zu organisieren. Wie es mir mit meinem Asthma erging und wie sehr mir diese Ideen und Tipps weitergeholfen haben, erfährst du in meinem nächsten Asthma-Blog.

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