Die Lunge stärken – So hilft Lungensport bei Asthma


Wer Asthma hat, sorgt sich häufig, dass zu große Anstrengung einen Asthma-Anfall hervorrufen könnte. Viele neigen dann dazu sich zu schonen und nicht mehr körperlich aktiv zu sein. Dabei ist genau das Gegenteil sinnvoll. Zwar kann große Anstrengung ein sogenanntes Belastungsasthma hervorrufen, doch je fitter und gestärkt die Atemmuskulatur ist, desto mehr Belastung verträgt die Lunge.
Vor allem Sportanfängerinnen und Sportanfänger mit Asthma oder Menschen, die ein schweres Asthma haben profitieren von regelmäßigem Lungensport.1
Lungensport ist eine Bewegungstherapie für Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale, COPD oder Mukoviszidose. Beim Lungensport handelt es sich nicht um Leistungssport, sondern um kontrolliertes Training mit einem speziell ausgebildeten Übungsleiter. Es werden verschiedene Koordinations-, Stabilitäts- und Dehnübungen ausgeübt. Die Ziele des Trainings sind:2,3
Bewusstes Atmen lernen
Brustkorb stabilisieren
Atemhilfsmuskulatur kräftigen
Grundkondition aufbauen
Zwar wird die Lungenfunktion durch das Training nicht beeinflusst, doch Sport und Bewegung trainieren Ausdauer und Kraft. Somit kann das Training zu einer Verbesserung der Asthma-Symptomatik führen. Darüber hinaus beeinflusst das Training Ängste und Depression positiv und auch das Immunsystem wird gestärkt.1,3,4
Wichtig ist allerdings immer: Nur wer regelmäßig trainiert erzielt einen langfristigen Effekt.3 Dabei aber bitte nicht übertreiben. Übermäßiges Training ist auch keine Lösung. Vielmehr ist es wichtig, sich bewusst und kontrolliert zu bewegen und das Training je nach individuellen Möglichkeiten in den Alltag zu integrieren.1
Im Lungensport wird vor allem Krafttraining und Ausdauertraining ausgeübt. Die Intensität richtet sich stets individuell nach dem Schweregrad der Erkrankung. Bei schwerem Asthma ist es sinnvoll, anfänglich mit geringerer Intensität zu trainieren. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, ob Lungensport eine Möglichkeit für Sie darstellt und wie aktiv Sie ihn betreiben können.
Beim Lungensport wird häufig in Intervallen trainiert. Das heißt, im Training wechseln Phasen der Belastung und Entspannung ab. Damit erlaubt es den Teilnehmenden, sich bei Kurzatmigkeit zu erholen.3
Ein Register mit Lungensportgruppen in Deutschland finden Sie auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland e.V. unter: www.lungensport.org
Fragen Sie auch bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin nach Reha-Möglichkeiten oder Angeboten in der Nähe.
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Referenzen
1. AOK-Gesundheitsmagazin. Sport mit Asthma: So starten Sie durch. https://www.aok.de/pk/magazin/sport/fitness/asthma-und-sport-die-lunge-staerken/; Veröffentlicht: 30.09.2021. Abgerufen: 23.08.2023
2. Lungeninformationsdienst: Lungensport https://www.lungeninformationsdienst.de/therapie/leben-mit-krankheit/lungensport/index.html; Aktualisiert: 19.02.2018, Abgerufen: 23.08.2023
3. Worth H, et al, Ambulanter Lungensport und körperliches Training bei Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Pneumologie 2021; 75(01): 44-56, Thieme. DOI: 10.1055/a-1224-6024
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/a-1224-6024?cooperation=fBLXhkcj91W8WiHJbdELt00P1RBV2P9PZDxvW09n; Veröffentlicht: 2021. Abgerufen: 23.08.2023
4. Lungeninformationsdienst. Lungensport. Video: Interview mit Dr. Konrad Schultz, Klinik Bad Reichenhall: Wie kommt der Patient oder die Patientin zur Reha? https://www.lungeninformationsdienst.de/leben-mit-der-krankheit/lungensport; Aktualisiert: 19.02.2018, Abgerufen: 23.08.2023
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