Falsches Inhalieren führt bei älteren Menschen oft zu Asthma-Attacken

Falsches Inhalieren führt bei älteren Menschen oft zu Asthma-Attacken

Die Behandlung älterer Menschen mit Asthma birgt einige Herausforderungen: Viele ältere Menschen müssen oft gleichzeitig mehrere Medikamente gegen verschiedene Erkrankungen einnehmen oder anwenden. Diese können mit den Asthmamedikamenten interagieren und zu unangenehmen Nebenwirkungen führen.

Bei Asthma kommt außerdem noch hinzu, dass die Medikamente häufig mittels eines Inhalators verabreicht werden müssen. Das erfordert ein gewisses Maß an manueller Koordination und Geschicklichkeit.

Bei Asthmamedikamenten gibt eine große Auswahl von Wirkstoffen, die meistens inhaliert werden. Man unterscheidet bei den Inhalationsgeräten aktive und passive Systeme:

  • Bei Pulverinhalatoren wird das Medikament als fein verteiltes Pulver inhaliert, das der Patient aktiv mit einem möglichst raschen und kräftigen Zug tief einatmet. Bei Senioren oder Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion muss individuell geprüft werden, ob so ein Gerät geeignet ist.
  • Bei passiven Systemen (wie treibgasbetriebenen Dosieraerosolen und elektrischen Verneblern) wird das Aerosol nicht durch den Atemzug des Patienten, sondern mechanisch erzeugt (durch das Treibgas, den Kompressordruck oder durch Ultraschall). Der Wirkstoff liegt in winzigen Flüssigkeitströpfchen fein verteilt vor, dem Aerosol. Damit dieses gut in die Lungen gelangt, muss der Anwender hier langsam und tief einatmen – die Kraft beim Einatmen sollte im Gegensatz zu Pulverinhalatoren also möglichst niedrig sein. Bei diesen Geräten ist die Hauptfehlerquelle, wenn die Aerosolauslösung und die Inhalation zeitlich nicht richtig aufeinander abgestimmt sind.

Unabhängig von der Art des Inhalators, entscheidend ist, ob der Betroffene das Gerät korrekt benutzt und den Wirkstoff richtig inhaliert. Fehler beim Inhalieren führen dazu, dass sich das Medikament, statt in die Lunge zu gelangen, schon in den oberen Atemwegen absetzt. Das verringert nicht nur die Wirkung, sondern erhöht auch die Gefahr von Nebenwirkungen.

Es ist daher sehr wichtig, alle Patienten – jüngere, wie ältere – in den Gebrauch des jeweils benutzten Inhalators einzuweisen. Die Fehlerquote sinkt mit jeder Schulung, kann aber allmählich wieder ansteigen. Das könnte u.a. daran liegen, dass viele Patienten mehrere Geräte parallel verwenden. Sie sollten immer wissen, wie sie mit welchem System umzugehen haben.

Bei vielen Senioren, so Dr. Schlesinger von der Lungenklinik Köln-Nord im medizinischen Fachblatt Medical Tribune, entstehen Asthmaanfälle (Exazerbationen) „nicht so sehr aufgrund exogener Einflüsse oder Infekte, sondern weil sie ihre Medikamente nicht korrekt anwenden können – das wird oft unterschätzt“. Sein Rezept dagegen: üben, üben, üben.

Das Hauptproblem bei der Inhalation von Asthma-Medikamente im höheren Lebensalter ist also die Technik – und das im doppelten Sinn: die Inhalationstechnik des Patienten und die Technik des Geräts. Den perfekten Inhalator gibt es nicht. Bei jedem System sind Bedienfehler möglich.

Für ältere Patienten einen geeigneten Inhalator zu finden, ist daher oft schwierig. Bei der Auswahl muss man die Koordinationsfähigkeit des Patienten berücksichtigen. Diese ist wichtig für die Hand-Atmungs-Koordination. Bei älteren Patienten und Personen mit Rheuma oder Arthrose in den Fingern reicht die Kraft oft nicht, um einen Inhalator zu bedienen. Auch ausreichende Sehfähigkeiten und manuelle Geschicklichkeit sind erforderlich, wenn die Medikamentenkapsel aus einem Blister geholt und ins Gerät eingesetzt werden muss. Je nach System muss der Anwender bis zu acht Schritte pro Inhalation bewältigen. Nicht zuletzt ist auch die Lungenfunktion (inspiratorischer Fluss) des Patienten wichtig, das gilt vor allem für Pulverinhalatoren, aber auch bei atemzuggesteuerten Dosieraerosolen.

https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/senioren-exazerbieren-oft-weil-sie-den-inhalator-nicht-richtig-bedienen/
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-222018/was-bei-inhalativa-zu-beachten-ist/
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-312013/apothekers-rat-fuer-asthma-patienten/
https://ww.webmd.com/asthma/asthma-treatments#1https://www.pulmonologyadvisor.com/home/topics/asthma/asthma-management-and-treatment-considerations-in-elderly-patients/
https://www.50plus.de/article/behandlungsmoeglichkeiten-bei-asthma-im-alter.html

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