Hilfe bei allergischem Asthma durch Hyposensibilisierung


Bei Asthma handelt es sich um eine Volkskrankheit. Daher macht der Welt-Asthma-Tag jedes Jahr am ersten Dienstag im Mai auf die Erkrankung aufmerksam. In diesem Jahr ist war der 02. Mai. Ziel der Veranstaltung ist es, das Bewusstsein für Atemwegserkrankungen zu schärfen. Außerdem dient der Welt-Asthma-Tag dem Austausch unter Fachleuten, letztendlich also der bestmöglichen Versorgung von Menschen mit Asthma.1 So wurde auch die Therapie der Hyposensibilisierung im Laufe der Jahre immer weiter verbessert. Diese Immuntherapie kann bei Menschen mit allergischem Asthma helfen, dass es nicht zu einer Verschlechterung der Symptome kommt.2
Bei einer Hyposensibilisierung findet eine langsame Gewöhnung des Körpers an die allergieauslösende Substanz (Allergen) statt. Dazu verabreicht der Arzt zunächst niedrige Dosen des Allergens, die dann im Therapieverlauf erhöht werden. Der Körper lernt dadurch, Schritt für Schritt mit dem Allergen umzugehen und dass davon keine Gefahr ausgeht.2,3,5
Die Therapie ist bei Menschen mit Asthma bronchiale sinnvoll, die:5
eindeutig eine bestimmte Allergie haben, die die Erkrankung auslöst.
ihrem Allergen nicht aus dem Weg gehen können.
keine weiteren Erkrankungen haben, die dagegensprechen.
keine Medikamente wie Beta-Blocker einnehmen müssen, die nicht mit der Hyposensibilisierung vereinbar sind.
Außerdem muss ein spezielles Therapie-Allergen vorliegen. Zugelassen sind solche Präparate derzeit für:2
Gräser-, Getreide-, Kräuter- und Baumpollen
Hausstaubmilben
einige Tierarten
Wespen- und Bienengift
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Hyposensibilisierung durchzuführen:2
Subkutane Immuntherapie (SCIT): dabei spritzt der Arzt das Allergen unter die Haut.
Sublinguale Immuntherapie (SLIT): hierbei behält die Person das Allergen in Tropfen- oder Tablettenform kurz unter der Zunge und schluckt es dann herunter.
Zunächst erfolgt die Behandlung alle ein bis zwei Wochen, später meist monatlich. Durchschnittlich dauert eine solche Behandlung drei Jahre. Handelt es sich um eine Pollenallergie, erfolgt die Therapie idealerweise mehrere Monate vor dem jeweiligen Pollenflug.2,3
Die Hyposensibilisierung hilft vielen Menschen mit Asthma, die Symptome zu lindern. Außerdem beugt die Therapie der Verschlechterung der Asthma-Erkrankung vor. In einigen Fällen konnte der Medikamentenverbrauch gesenkt werden. Bei rund 40% der chronischen Heuschnupfenfälle besteht ein erhöhtes Risiko für allergisches Asthma. Dieses Risiko kann mit der Behandlung gesenkt werden.5
Da der Körper mit einer allergieauslösenden Substanz in Kontakt kommt, sind leichte Nebenwirkungen sehr wahrscheinlich. Dies sind je nach Therapieform:2
Ausschlag an der Einstichstelle
Juckreiz und Schwellungen im Mund
Niesen, tränende Augen
Asthmatische Beschwerden
Müdigkeit
Kopfschmerzen
Meist sind die Nebenwirkungen harmlos und verschwinden schnell wieder. Treten jedoch stärkere Reaktionen auf, setzt der Arzt die Dosis in der Regel herab.
Wichtig: Bei heftigen Nebenwirkungen holen Sie sich sofort ärztlichen Rat ein. In weniger als einem von 1.000 Fällen trat ein sogenannter anaphylaktischer Schock auf. Dieser kann lebensbedrohlich sein, ist aber mit Adrenalin behandelbar. Aufgrund dieses Risikos muss man nach der Behandlung noch 30 Minuten in der Praxis bleiben, damit das Praxispersonal im Fall der Fälle schnell eingreifen kann.2
Die Kosten für die Hyposensibilisierung übernimmt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse oder der private Versicherer.6
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Referenzen
National Today: World Asthma Day – May 2, 2023. https://nationaltoday.com/world-asthma-day/ Stand: 2023. Abgerufen: 21.03.2023
gesundheitsinformation.de: Hyposensibilisierung bei allergischem Asthma. https://www.gesundheitsinformation.de/hyposensibilisierung-bei-allergischem-asthma.html Stand: 15.06.2022. Abgerufen: 21.03.2023
Lungen Informationsdienst: Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie, SIT). https://www.lungeninformationsdienst.de/praevention/immuntherapie Stand: 12.11.2019. Abgerufen: 21.03.2023
NetDoktor: Hyposensibilisierung. https://www.netdoktor.de/therapien/hyposensibilisierung/ Stand: 27.01.2023. Abgerufen: 21.03.2023
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB): Allergenspezifische Immuntherapie Hyposensibilisierung. https://www.daab.de/allergien/wichtig-zu-wissen/behandlung/hyposensibilisierung/ Stand: 2023. Abgerufen: 21.03.2023
AOK: Desensibilisierung: Endlich allergiefrei werden. https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/haut-und-allergie/desensibilisierung-endlich-allergiefrei/ Stand: 05.08.2021. Abgerufen: 21.03.2023
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