Zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zählen alle wiederkehrenden oder dauerhaften entzündliche Veränderungen des Darms. Die beiden häufigsten Erkrankungen dieser Gruppe sind Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU). Die Krankheiten können jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und zu einer Reihe von Begleiterkrankungen führen. Deshalb ist ein Behandlungsteam notwendig, das sich aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammensetzt.1
Erste Anlaufstelle ist für die meisten Menschen die hausärztliche Praxis. Bei anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden erhalten Betroffene eine Überweisung zu einer gastroenterologischen Fachpraxis. Die Gastroenterologie (Magen-Darm-Kunde) ist ein Teilbereich der Inneren Medizin und stellt die wichtigste Anlaufstelle für Menschen mit CED dar. Das Fachpersonal dort stellt meist die CED-Diagnose, kann Medikamente verschreiben, übernimmt Kontrolluntersuchungen und die Planung der Behandlung.
Zur Diagnose und Verlaufsbeurteilung einer CED sind eine Reihe von Untersuchungen notwendig. Neben der endoskopischen Untersuchung des Darms, bei der eine Sonde eingeführt wird, kommen bei Bedarf auch andere bildgebende Untersuchungen zum Einsatz. Ein Ultraschall oder eine Endoskopie des Darms kann meist in der gastroenterologischen Praxis durchgeführt werden
Es gibt gastroenterologische Zentren und Schwerpunktkliniken, die sich auf die Therapie von CED spezialisiert haben und bei denen Betroffene direkt durch ein interdisziplinäres Team behandelt werden. Neben der Gastroenterologie ist hier oft direkt die Chirurgie beteiligt. Dort erhalten Betroffene eine umfassende Beratung, falls die medikamentöse Therapie nicht ausreicht oder es zu Komplikationen kommt, die eine Operation notwendig macht.
Für radiologische Untersuchungen, zu der die Magnetresonanztomografie (MRT, auch Kernspintomografie) oder die Computertomografie (CT) gehören, ist oft eine Überweisung an eine entsprechende Praxis oder Klinik notwendig. Schwerpunktkliniken verfügen meist über die entsprechende Ausstattung und das radiologische Fachpersonal, um solche Untersuchungen vor Ort durchführen zu können.2,3
Die Ernährung kann die Beschwerden bei CED positiv beeinflussen. Es gibt jedoch nicht die eine Diät für alle Menschen mit CED, weil sich der Nährstoffbedarf je nach Erkrankung, Alter der Betroffenen und Krankheitsphase unterscheiden kann. Gleichzeitig meiden viele Betroffene viele Lebensmittel, weil sie verunsichert sind oder diese nicht vertragen, was zu Mangelerscheinungen führen kann. Teilweise entstehen diese aber auch, weil die Nährstoffaufnahme im Darm durch die Erkrankung oder bestimmte Medikamente beeinträchtigt ist.4
Bei Erwachsenen kann eine Mangelernährung zum Beispiel zu brüchigen Knochen (Osteoporose) und bei Kindern zu eingeschränktem Wachstum führen. Teils besteht die Behandlung einer solchen Mangelernährung darin, spezielle medizinische Trinknahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Generell ist es für Menschen mit CED sinnvoll, sich individuell beraten zu lassen, um die optimale Ernährung für sich selbst zu finden. Neben ausgebildeten Fachkräften (Diätassistenz) können auch Pflegekräfte sowohl an der Überprüfung der aktuellen Ernährungsgewohnheiten und eventuellen Mangelerscheinungen sowie am Ernährungsmanagement beteiligt sein.4
Eine CED kann sich auf nahezu alle Lebensbereiche auswirken – auch auf die Psyche. Wenn Ängste oder andere Beschwerden im Alltag einschränken und dies die Stimmung beeinträchtigt, kann eine Psychotherapie helfen. Eine solche Psychotherapie kann auch Teil einer Reha sein.5 Abseits von medizinischen Einrichtungen besteht auch immer die Möglichkeit, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, um sich dort mit anderen Betroffenen auszutauschen.6
Wer eine CED hat, kann Anspruch auf eine medizinische Rehabilitation haben, die meistens drei Wochen dauert und entweder ambulant oder in einer speziellen Rehaklinik stattfindet. Das Ziel ist es die körperlichen Funktionen oder die berufliche Leistungsfähigkeit möglichst wiederherzustellen. Der Fokus einer medizinischen Reha liegt dabei zum Beispiel darauf, die Ernährung zu verbessern, die Stuhlfrequenz zu normalisieren oder andere Beschwerden zu reduzieren.5,6
Falls die Reha nach einer Operation stattfindet, gehört die Physiotherapie ebenfalls zu den wichtigen Fachbereichen. Diese soll die Beschwerden lindern und Betroffene dabei unterstützen, wieder mobil zu werden. Zusätzlich kann eine Reha dabei helfen, den Umgang mit dem künstlichen Darmausgang (Stoma) zu lernen.7
Wenn im Rahmen der CED-Erkrankung Beschwerden außerhalb des Darms auftreten, ist oft eine Beurteilung durch medizinisches Fachpersonal aus anderen Bereichen sinnvoll, beispielsweise bei Hautveränderungen. In solchen Fällen kann die Gastroenterologin oder der Gastroenterologie eine Meinung von dermatologischem Fachpersonal einholen.2
Manche Betroffene wünschen sich Informationen zu komplementärmedizinischen Optionen. Die Wirksamkeit solcher ergänzenden Therapiemethoden ist jedoch nicht immer nachgewiesen. Deren Einsatz sollte immer vor Behandlungsbeginn medizinisch durch eine Ärztin oder einen Arzt abgeklärt werden, die über die gewünschte Behandlung informiert sind.5
Teilweise bieten Organisationen wie die Deutsche Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV e. V.) Beratungen zu nicht-medizinischen Themen an. Hauptsächlich geht es dabei um sozialrechtliche Fragen, wie die Leistungen der Krankenversicherung, Arbeitsrecht, Arbeitslosengeld oder die rechtlichen Umstände einer Schwerbehinderung.1
Text veröffentlicht im April 2026.
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Referenzen
Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV e. V.). Beratung. https://www.dccv.de/betroffene-angehoerige/beratung-informationen/dccv-beratung/ Abruf: 25.03.2026
Sturm A et al. Aktualisierte S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Version 4.1 März 2024. AWMF-Registernummer: 021-004 https://register.awmf.org/assets/guidelines/021-004l_S3_Morbus_Crohn_Diagnostik_Therapie_2024-09.pdf Abruf: 25.03.2026
Blumenstein I & Kucharzik T et al. „Aktualisierte S3-Leitlinie Colitis ulcerosa“ der Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs-und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Version 7.0 November 2025. AWMF-Registriernummer: 021-009. https://register.awmf.org/assets/guidelines/021-009l_S3_Colitis-ulcerosa_2025-11.pdf Abruf: 25.03.2026
Bischoff SC et al. S3-Leitlinie „Klinische Ernährung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM). Version 2.1 November 2025. AWMF-Registriernummer: 073-027. https://register.awmf.org/assets/guidelines/073-027l_S3_Klinische-Ernaehrung-bei-chronisch-entzuendlichen-Darmerkrankungen_2025-02.pdf Abruf: 25.03.2026
Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Wie wird Morbus Crohn bei Erwachsenen behandelt? https://www.gesundheitsinformation.de/wie-wird-morbus-crohn-bei-erwachsenen-behandelt.html Abruf: 25.03.2026
Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Wie wird Colitis ulcerosa bei Erwachsenen behandelt? https://www.gesundheitsinformation.de/wie-wird-colitis-ulcerosa-bei-erwachsenen-behandelt.html Abruf: 25.03.2026
Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Was ist ein künstlicher Darmausgang (Stoma)? https://www.gesundheitsinformation.de/was-ist-ein-kuenstlicher-darmausgang-stoma_154570.html Abruf: 25.03.2026
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