Neue Therapieoptionen bei CED: Wann sie infrage kommen


Wenn Sie von CED betroffen sind, dann bieten Ihnen heute im Vergleich zu früher Medikamente aus verschiedenen und neueren Substanzklassen zusätzliche Behandlungsoptionen, um akute Schübe zu therapieren oder die Entzündung dauerhaft in Schach zu halten.1
Für die Behandlung von CED stehen zwei neuere Substanzklassen zur Verfügung: Biologika und Small Molecules. Anders als beispielsweise Kortison eignen sich die Medikamente dieser Kategorien für die Dauertherapie. Sie wirken gezielt auf verschiedene Zellen und Botenstoffe des Immunsystems und unterbrechen oder verhindern so den Entzündungsprozess. Dadurch kann sich die Entzündung im Darm so stark zurückbilden, dass die Erkrankung in eine Ruhephase (Remission) eintritt. Auf diese Weise hat die durch die Entzündung geschädigte Darmschleimhaut Gelegenheit, abzuheilen.3,4,5
Zu den Biologika zählen:6
Anti-Tumornekrosefaktor (TNF)
Vedolizumab
Ustekinumab
Interleukin-23(IL-23)-Hemmer
Zu den Small Molecules gehören:6
Januskinase(JAK)-Hemmer
Sphingosin-1-Phosphat(S1P)-Rezeptormodulatoren
Biologika wie Ustekinumab erhalten Sie in einem Abstand von wenigen Wochen entweder über eine
Text veröffentlicht im Juni 2026.
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Referenzen
1. Hoffmann JC et al (Hrsg.) Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen in Klinik und Praxis. Geschichte der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. 3. Auflage Springer-Verlag
2. Leading Medicine Guide. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: neue, moderne Therapie – Experteninterview mit Proof Ehehalt. https://www.leading-medicine-guide.com/de/wissenswertes/experteninterviews/neue-therapie-ced-prof-ehehalt# Stand: 08.04.2025, Abruf: 05.05.2026
3.Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung. Behandlung mit Biologika vom Typ der anti-TNF-alpha Antikörper.https://kompetenznetz-darmerkrankungen.de/wp-content/uploads/2026/01/20260121_Patienteninformation_anti_TNF_PV__V2_DCCVKN.pdf Abruf: 05.05.2026
4.Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung. Behandlung mit JAK-Inhibitoren. https://kompetenznetz-darmerkrankungen.de/wp-content/uploads/2025/05/20250416_Arzneimittelinformation_JAK_LD_KN.pdf Abruf: 05.05.2026
5.Uniklinik Ulm. Biologika und Small Molecules. https://www.uniklinik-ulm.de/fileadmin/default/Zentren/ZPM/Grafiken/Biologoka_01.pdf Abruf: 05.05.2026
6.Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung. Medikamente bei CED.
Biologika und Small Molecules kommen in der Regel bei Menschen mit CED zum Einsatz, wenn4,7
die Erkrankung mittelschwer bis schwer ausgeprägt ist.
andere Medikamente wie Kortison, Immunsuppressiva oder 5-ASA/Mesalazin nicht oder nicht ausreichend wirken.
Unverträglichkeiten gegenüber anderen Therapien aufgetreten sind.
die Wirkung vorheriger Therapien nachlässt.
Welches Medikament für Ihre CED-Behandlung infrage kommt, entscheidet sich nach einer ausführlichen ärztlichen Untersuchung und Auswertung der Befunde. Die Auswahl erfolgt dabei nach individuellen Kriterien, die sich nach dem Schweregrad, der Erkrankungsform und den Vorbehandlungen richten. Auch Risikofaktoren wirken sich auf die Wahl der Medikamente aus, darunter:4,6,7
Erkrankungen, z. B. an Leber, Lunge, Herz-Kreislauf oder Krebs
Unverträglichkeiten
Blutgerinnungsprobleme
Infektionen
Raucherstatus
Steht bei Ihnen ein Therapiewechsel hin zu Biologika oder Small Molecules an, stellen Sie sich bestimmt einige Fragen, zum Beispiel:
Biologika und Small Molecules werden bei mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn verschrieben. Sie kommen auch infrage, wenn Therapien mit Steroiden, Immunsuppressiva oder 5-ASA/Mesalazin nicht oder nicht mehr den gewünschten Effekt erzielt haben. Sind Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen aufgetreten, kann dies ebenfalls einen Wechsel begründen.4,7
Bei Biologika und Small Molecules sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen nötig, z. B. in einem Abstand von acht Wochen, zu Beginn der Therapie aber auch häufiger. In der Regel erfolgen die ersten bereits vor der ersten Einnahme oder Gabe, um Erkrankungen, Schwangerschaften oder eine bestehende Infektion auszuschließen. Alle weiteren Kontrolluntersuchungen (z. B. Blutbild, Nieren- und Leberwerte) erfolgen nach Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt. Sie dienen dazu, den Behandlungserfolg zu verfolgen und rechtzeitig reagieren zu können, sollten sich wichtige Werte verändern oder Nebenwirkungen auftreten.
Bei Biologika können die Kontrolltermine mit denen zur Gabe der Spritze oder Infusion kombiniert sein. Auch wenn Biologika und Small Molecules gezielt gegen überaktive Entzündungsreaktionen des Immunsystems wirken, dämpfen sie die Immunabwehr. Daher ist es wichtig, regelmäßig andere Vorsorgeuntersuchungen wie die Hautkrebsvorsorge wahrzunehmen.
Bis eine Wirkung spürbar ist, können bei Biologika und Small Molecules wenige bis mehrere Wochen vergehen, z. B. bei Ustekinumab zwei bis vier Wochen oder 24 Wochen bei der Behandlung mit einem JAK-Hemmer. Sollten Sie nach einer entsprechend langen Behandlungsdauer dennoch keine Wirkung spüren, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt
die Dosis anpassen.
die Therapie ergänzen.
die Therapie umstellen.
Die Therapien werden entweder täglich als Tablette eingenommen oder in einem bestimmten Wochenrhythmus verabreicht, sodass die Behandlung den Alltag kaum beeinflusst.
7.Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung. Behandlung mit Ustekinumab. https://kompetenznetz-darmerkrankungen.de/wp-content/uploads/2025/08/20250805_V2_Patienteninformation_Ustekinumab_LD.pdf Abruf: 05.05.2026
8.Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung. Behandlung mit Vedolizumab.https://kompetenznetz-darmerkrankungen.de/wp-content/uploads/2025/05/20250416_Patienteninformation_Vedolizumab_LD_KN.pdf Abruf: 05.05.2026
9.Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung. Behandlung mit Sphingosin-1-Phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulatoren (Ozanimod und Etrasimod). https://kompetenznetz-darmerkrankungen.de/wp-content/uploads/2024/11/20241120_S1P_Patientinneninformation_KN_V1.pdf Abruf: 05.05.2026
10. Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung. Behandlung mit Interleukin-23-Hemmern. https://kompetenznetz-darmerkrankungen.de/wp-content/uploads/2025/08/20250731_Patientinneninfo_Interleukin_23_Hemmer_LD_DCCV.pdf Abruf: 05.05.2026
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