Chronisches Handekzem behandeln - von der Basispflege zur zielgerichteten Therapie


Beim chronischen Handekzem sind die betroffenen Hautstellen trocken, rissig, gerötet oder sie schuppen. Sie sind gegenüber Reizstoffen, Allergenen und Bakterien empfindlicher, die nun leichter in die Haut eindringen können. Das kann den Juckreiz verstärken und dazu verleiten, noch mehr zu kratzen und so die Haut weiter zu reizen. Für die Behandlung dieser oft chronischen Hauterkrankung mit mehreren Ursachen stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung.1,2,3,4,5
Die Hautpflege und damit auch der Schutz der Hautbarriere stellt in jedem Stadium der Erkrankung die Basis der Behandlung dar.5,6 Um die schützende Hautbarriere wiederherzustellen oder aufrechtzuerhalten, ist es ratsam, dass Sie Ihre Hände nach dem Waschen und zwischendurch mit einer rückfettenden Creme schützen, welche die Feuchtigkeit in der Haut einschließt (Emollienz).2,7 Je nach Ausprägung des Handekzems kann eine konsequente Hautpflege ausreichen, um einem erneuten Wiederauftreten vorzubeugen.2
Für die medikamentöse Behandlung des chronischen Handekzems kommen Cremes, Lotionen oder Schäume infrage, die verschiedene Wirkstoffe enthalten können.
Bei leichten bis schweren Formen des Handekzems werden oft kortisonhaltige Cremes angewendet, die lokal das Immunsystem hemmen und so die Entzündung eindämmen.4 Je nach ärztlicher Empfehlung wird das Präparat über einen Zeitraum von einer Woche täglich dünn aufgetragen. In der Regel wird empfohlen, das Präparat im Verlauf einer weiteren Woche schrittweise seltener zu verwenden und nicht abrupt abzusetzen. So vermeiden Sie ein plötzliches Wiederaufflammen des Ekzems.8
Reicht die Behandlung mit Kortison nicht aus oder eignet sie sich nicht, sind moderne Wirkstoffe auf dem Markt, die gezielt bestimmte Enzyme oder Botenstoffe des Immunsystems hemmen und damit neue Wirkmechanismen zur Therapie des Handekzems bieten. Dazu zählt Delgotinib, das bei der längerfristigen Behandlung eine wichtige Rolle bei der kortisonfreien Behandlung einnehmen könnte.3
Dieser Wirkstoff wird zweimal täglich dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen, bis das Ekzem abgeheilt ist. Er blockiert die Januskinasen (JAK), bei denen es sich um eine bestimmte Enzymgruppe handelt. Durch die Hemmung aller vier Enzyme aus dieser Familie werden die Signalketten gestört, die daran beteiligt sind, dass das Handekzem entsteht. Der Wirkstoff reguliert so die Immunantwort und verringert damit auch die Entzündungsreaktion.
Das Handekzem lässt sich nicht nur von außen auf der Haut behandeln, sondern auch systemisch, das heißt, mit Medikamenten, die im gesamten Körper wirken. Dazu zählen:
Tabletten, z. B. mit Methotrexat oder Cyclosporin
Injektionen, z. B. mit Dupilumab oder Tralokinumab
Wirkstoffe wie Methotrexat oder Cyclosporin dämpfen das Immunsystem und sind in der Regel für die Behandlung von schweren und häufigen Handekzemen reserviert. Injiziertes Dupulimab beispielsweise hemmt gezielt bestimmte Interleukine (Botenstoffe des Immunsystems), welche die Entzündungen fördern.
Bei einem Handekzem unterstützen auch folgende Maßnahmen dabei, die Beschwerden zu lindern:
Bandagen: Dabei wird eine fett- und feuchtigkeitsspende Creme auf die betroffene Stelle aufgetragen und mit einer warmen, feuchten Bandage umwickelt. Über diese kommt ein zweiter, trockener Wickel. Diese Bandage eignet sich besonders um die Haut nachts herunterzukühlen, wenn Sie dazu neigen, während der Nacht zu schwitzen und dies bei Ihnen Juckreiz auslöst.9
UV-Bestrahlung reduziert die Entzündung, indem sie in der Haut eine bestimmte Zellart des Immunsystems reduziert. Dadurch verbessert sich das Hautbild bei wöchentlich zwei bis drei Sitzungen und einer Therapiedauer von etwa vier Monaten.10
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Referenzen
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NIK e. V.: Leben mit chronischem Handekzem: Leidensdruck, Herausforderungen und Behandlung https://www.nik-ev.de/leben-mit-chronischem-handekzem-leidensdruck-herausforderungen-und-behandlung/#juckreiz-und-blaschen-die-haufigsten-symptome-verstehen Abruf: 23.10.2025
Pharmazeutische Zeitung: Delgocitinib schließt Therapielücke. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/delgocitinib-schliesst-therapieluecke-150953 Stand: 29.10.2024, Abruf:23.10.2025
Mense, S.A et al: A Practical Approach to Chronic Hand Eczema. Dermatol Ther (Heidelb) 15, 1953–1971 (2025).
National Eczema Society: Triggers for Eczema. https://eczema.org/information-and-advice/triggers-for-eczema/ Abruf: 23.10.2025
NIK e. V.: Chronisches Handekzem (CHE) behandeln: Basispflege und medikamentöse Therapie. https://www.nik-ev.de/chronisches-handekzem-che-behandeln-basispflege-und-medikamentose-therapie/#basispflege-bei-chronischem-handekzem-so-starkst-du-deine-hautschutzbarriere Abruf: 23.10.2025
National Eczema Society: Topical steroids. https://eczema.org/information-and-advice/treatments-for-eczema/topical-corticosteroids/ Abruf: 23.10.2025
National Eczema Society: Paste bandages and wet wraps. https://eczema.org/information-and-advice/treatments-for-eczema/paste-bandages-and-wet-wraps/ Abruf: 23.10.2025
National Eczema Society: Phototherapy. https://eczema.org/information-and-advice/treatments-for-eczema/phototherapy/ Abruf: 23.10.2025
Bildhinweise
Titelbild: AdobeStock