Mit chronischem Handekzem leben


Alltägliche Handgriffe wie Händewaschen, Kochen oder Abwaschen können bei chronischem Handekzem zu einer schmerzhaften Belastung werden. Selbst einfache Berührungen geraten zur Herausforderung. Wer mit dieser Hauterkrankung lebt, kennt die Beschwerden nur zu gut. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Maßnahmen Linderung verschaffen und was Sie selbst tun können, um die Erkrankung besser in den Griff zu bekommen.
Chronisches Handekzem beeinflusst weit mehr als nur die Haut. Die Beschwerden können jede Handlung mit den Händen zur Herausforderung machen – beim Arbeiten, in der Freizeit und in sozialen Situationen.
Ergänzend zur hautärztlichen Betreuung und einer gegebenenfalls notwendigen medikamentösen Therapie gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Alltag mit chronischem Handekzem zu erleichtern.
Chronisches Handekzem kann das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Die juckende, rissige und entzündete Haut macht selbst einfache Handgriffe schmerzhaft und führt häufig zu einer Einschränkung der Handfunktion. Tätigkeiten wie Händewaschen, Kochen, das Tragen von Gegenständen oder das Bedienen von Werkzeugen verursachen oft Brennen, Spannungsgefühle oder Schmerzen und können alltägliche Abläufe deutlich behindern.
1. Regelmäßige Hautpflege mit rückfettenden, parfumfreien Cremes sowie das Vermeiden reizender Substanzen lindern Symptome und stärken die Hautbarriere.1,2
2. Sanftes Händewaschen mit lauwarmem Wasser und milden, seifenfreien Reinigungsprodukten, anschließend vorsichtiges Abtrocknen und sofortiges Eincremen stabilisieren die Hautschutzbarriere.3
3. Schutzhandschuhe mit Baumwollinnenfutter beim Putzen, Abwaschen oder Arbeiten mit Feuchtigkeit bzw. Chemikalien verringern Reizungen. Wichtig: Handschuhe nicht zu lange tragen und regelmäßig wechseln, um Schwitzen zu vermeiden.3,4
Das ist wichtig: Sanft reinigen, lauwarmes Wasser verwenden, gründlich, aber vorsichtig abtrocknen und die Hände nach jedem Waschen eincremen.
Chronisches Handekzem betrifft nicht nur die Haut, sondern auch das Selbstbild. Sichtbare Veränderungen an den Händen lassen sich kaum verbergen. Viele fühlen sich angestarrt oder schämen sich, was das Selbstwertgefühl und soziale Kontakte beeinträchtigen kann. Diese psychosoziale Belastung ist ein wesentlicher Teil der Erkrankung und verdient ebenso Beachtung wie die körperlichen Symptome.
1. Austausch suchen: Selbsthilfegruppen oder Gespräche mit vertrauten Personen stärken das Selbstvertrauen.5
2. Psychosoziale Unterstützung nutzen: Ärztliche Beratung und psychologische Hilfe können den Umgang erleichtern.2
Besonders in Berufen mit häufiger Feuchtarbeit, Reinigungs- oder Chemikalienkontakt (z. B. Pflege, Friseurhandwerk, Lebensmittelverarbeitung) kann das Handekzem die Ausübung der Tätigkeiten einschränken.
Als erste Ansprechpersonen dienen in der Regel der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin. Sie können eine erste Einschätzung vornehmen, individuelle Schutzmaßnahmen empfehlen und gegebenenfalls die Meldung an die zuständige Berufsgenossenschaft anstoßen. Auch Hautärztinnen und Hautärzte können ein sogenanntes Hautarztverfahren initiieren, das den Weg zur weiteren Absicherung und gezielten Behandlung ebnet.2,4,6
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Mit freundlicher Unterstützung von LEO Pharma GmbH.
Referenzen
1. NIK e.V. Chronisches Handekzem: Basispflege und medikamentöse Therapie. Abgerufen am 14.10.2025: https://www.nik-ev.de/chronisches-handekzem-che-behandeln-basispflege-und-medikamentose-therapie
2. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. S2k-Leitlinie „Diagnostik, Prävention und Therapie des Handekzems“. Version 2.0, gültig bis 22.02.2028.
Abgerufen am 14.10.2025: https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-053l_S2k_Diagnostik-Praevention-Therapie-Handekzem_2023-05.pdf
3. AOK. Wie Handekzeme entstehen: Ursachen und richtige Behandlung. Abgerufen am 14.10.2025: https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/haut-und-allergie/wie-handekzeme-entstehen-ursachen-und-richtige-behandlung/
4. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Hauterkrankungen (Berufskrankheiten / Haut). Abgerufen am 14.10.2025: https://www.dguv.de/de/versicherung/berufskrankheiten/hauterkrankungen/index.jsp
5. NIK e.V. Chronisches Handekzem. Abgerufen am 14.10.2025: https://www.nik-ev.de/chronisches-handekzem
6. Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Hauterkrankte Beschäftigte: Infos. Stand: 02.10.2025. Abgerufen am 14.10.2025: https://www.bgw-online.de/bgw-online-de/themen/gesund-im-betrieb/gesunde-haut/hauterkrankte-beschaeftigte-infos-68758
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