Das chronische Handekzem verstehen


Unsere Hände sind jeden Tag im Einsatz. Für Menschen mit chronischem Handekzem hat das weitreichende gesundheitliche, berufliche und sozioökonomische Folgen. In Deutschland leben jährlich rund 3,5 Prozent der Bevölkerung mit dieser Hauterkrankung. Lesen Sie hier, was die Krankheit ausmacht.1
Ein chronisches Handekzem (CHE) ist eine langanhaltende oder immer wiederkehrende Entzündung der Haut an den Händen. Es liegt vor, wenn ein Handekzem länger als drei Monate besteht oder mindestens zweimal pro Jahr wiederkehrt.2,3
Beim chronischen Handekzem handelt es sich nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um einen Sammelbegriff für verschiedene Formen von Handekzemen, die sich häufig überlappen und nicht immer klar voneinander abgrenzen lassen. Mischformen sind häufig, und im Verlauf kann sich das Erscheinungsbild verändern – abhängig von den jeweiligen Ursachen und Symptomen.2,4
Ein chronisches Handekzem zeigt sich häufig durch trockene, schuppige und rissige Haut. Sie ist oft gerötet, entzündet und juckt stark. Viele Betroffene spüren außerdem Brennen oder Schmerzen. Mit der Zeit kann die Haut dicker und schwielig werden. Weil die Hände ständig im Einsatz sind, heilen die Veränderungen meist nur langsam und kehren häufig zurück.3
Das Erscheinungsbild des chronischen Handekzems kann sehr unterschiedlich sein. Häufig treten mehrere Formen gleichzeitig oder nacheinander auf.
Tiefliegende, juckende Bläschen an Handflächen und Fingerseiten
Schubweiser Verlauf, oft mit Brennen oder Spannungsgefühl
Verdickte, trockene, rissige Haut (vor allem an den Handinnenflächen)
Oft schmerzhaft durch Fissuren
Münzförmige, schuppende, juckende Herde
Häufig am Handrücken
Einrisse und Trockenheit an Fingerkuppen
Schmerzhaft, stört besonders bei Alltagstätigkeiten
Reaktion auf Licht und bestimmte Stoffe
Rötung, Schuppung oder Bläschen an sonnenexponierten Bereichen
Die Entstehung eines CHE beruht meist auf einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
Eine genetische Veranlagung, etwa eine familiäre Neurodermitis, kann eine wichtige Rolle spielen.
Ebenso begünstigt häufiger Kontakt mit Wasser, Reinigungsmitteln oder Chemikalien die Entwicklung eines Handekzems.
Allergien gegen bestimmte Substanzen wie Duftstoffe, Nickel oder Konservierungsmittel können zusätzlich eine allergische Komponente auslösen.
Auch trockene Haut, die ihre Barrierefunktion nicht mehr ausreichend erfüllen kann, trägt zur Entstehung bei.
Klimatische Bedingungen wie kalte, trockene Luft oder psychischer Stress können das Hautbild weiter verschlechtern.
Bestimmte Berufe sind besonders risikobelastet.
Handekzeme gehören zu den häufigsten beruflich bedingten Hauterkrankungen in Deutschland. Besonders Menschen, die viel mit Wasser, Reinigungsmitteln oder Chemikalien arbeiten, sind davon betroffen. Dazu zählen beispielsweise Pflegekräfte, Friseurinnen und Friseure, Beschäftigte in Metall- oder Lebensmittelbetrieben sowie im Reinigungs- und Baugewerbe. Viele dieser Fälle werden als Berufskrankheit anerkannt. Seit 2021 ist eine Anerkennung auch möglich, ohne den Beruf aufgeben zu müssen.5,6,7
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Referenzen
1. Quaade AS, Apfelbacher C, et al. Prevalence of chronic hand eczema in adults: a cross-sectional survey. Br J Dermatol. 2025;192(6):1047–1054. doi:10.1093/bjd/ljaf020
2. Mense SA, Maher S, Chovatiya R. A Practical Approach to Chronic Hand Eczema. Dermatology and Therapy (Heidelberg). 2025. doi:10.1007/s13555-025-01433-y
3. NIK e.V. Chronisches Handekzem (CHE). NIK e.V. Abgerufen am 14.10.2025: https://www.nik-ev.de/chronisches-handekzem/
4. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. S2k-Leitlinie „Diagnostik, Prävention und Therapie des Handekzems“. Version 2.0, gültig bis 22.02.2028. Abgerufen am 14.10.2025: https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-053l_S2k_Diagnostik-Praevention-Therapie-Handekzem_2023-05.pdf
5. NIK e.V. Arbeitsbedingte Hauterkrankungen: Berufskrankheit Handekzem BK 5101. Abgerufen am 14.10.2025: https://www.nik-ev.de/arbeitsbedingte-hauterkrankungen-berufskrankheit-handekzem-bk-5101
6. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Hauterkrankungen (Berufskrankheiten / Haut). Abgerufen am 14.10.2025: https://www.dguv.de/de/versicherung/berufskrankheiten/hauterkrankungen/index.jsp
7. DocCheck Flexikon. BK-Nr. 5101. Abgerufen am 14.10.2025: https://flexikon.doccheck.com/de/BK-Nr._5101
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