COPD und Erkältung – was gilt es zu beachten?


Eine plötzliche deutliche Zunahme der COPD-Beschwerden, auch Exazerbationen genannt, können durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Neben dem Nikotinkonsum, Abgase und verschiedenen Wetterlagen wie Hitze oder Kälte können Exazerbationen auch durch Infektionen der Atemwege entstehen. Diese verschlechtern die Lungenfunktion und erhöhen wiederum das Risiko für weitere Exazerbationen - und ein Teufelskreislauf beginnt. Wichtig ist es daher, Erkältungen zu vermeiden oder diese frühzeitig und richtig zu behandeln. Gerade in der kalten Jahreszeit gilt also: Sorgen Sie gut vor und handeln sie rechtzeitig.1,2
Neben der Behandlung einer Erkältung spielt die richtige Therapie der COPD-Erkrankung eine entscheidende Rolle. Wichtig ist es dabei, alle vermeidbaren Risikofaktoren wie das Rauchen einzustellen. Zur Behandlung der Grunderkrankung stehen verschiedene Maßnahmen wie Bewegung, Atemtraining oder Inhalationen zur Verfügung. Darüber hinaus können verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen. Häufig werden diese inhaliert und je nach Erkrankungsstadium dauerhaft oder nur bei akuten Beschwerden eingesetzt.1,2
Akute Verschlechterungen der Atemfunktion wie zum Beispiel durch eine Erkältung können Ängste auslösen und die Atemnot verstärken. Hierfür gibt es spezielle Schulungen für Patientinnen und Patienten mit COPD, in denen die Betroffenen unter anderem wichtige Inhalations- und Selbsthilfetechniken wie die Lippenbremse erlernen können.1,3
Die Lippenbremse kann dazu beitragen, Atemnot zu lindern. Bei der Lippenbremse legen Sie die Lippen entspannt aufeinander. Während Sie langsam ausatmen, formen Sie die Mundöffnung zu einer kleinen Öffnung. Auf diese Weise verbleibt die Luft länger in der Mundhöhle und ein sanfter Druck entsteht, der bis in die Atemwege hineinwirkt und verhindert, dass kleinere, bereits verengte Bronchien zusammenfallen. So bleiben die Atemwege weit und Ihnen fällt das Atmen leichter.3
Wie bei allen Erkältungen gilt:
Sorgen Sie während der Erkrankung für ausreichend Ruhe
Vermeiden Sie Reizungen der Atemwege über kalte, trockene Luft oder Anstrengungen.
Achten Sie auf ein rauchfreies Umfeld.
Trinken Sie ausreichend. Geeignet sind Wasser, Fruchtsaftschorlen und Kräuter- oder Früchtetees.
Verwenden Sie die mit Ihrer ärztlichen Fachkraft besprochenen Medikamente und Inhalationsanwendungen.4
Wichtig ist es, dass Sie bei auftretender Verschlechterung der COPD-Beschwerden genau wissen, wann und in welcher Reihenfolge und Dosierung Sie Ihre Medikamente einsetzen müssen. Besprechen Sie im Vorfeld mit Ihrer ärztlichen Fachkraft einen auf Sie abgestimmten Medikamentenplan und zögern Sie nicht, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Unter Umständen sind höhere Dosierungen Ihrer Medikamente oder auch zusätzliche Arzneimittel notwendig. Bei einem bakteriellen Infekt werden auch Antibiotika erforderlich. Fällt die Exazerbation stark aus und führen Ihre atemwegserweiternden Notfallmedikamente zu keiner Besserung, sollten Sie sofort den Notruf verständigen.3,5
Atemwegsinfekte sind bei COPD ein häufiger Auslöser für Verschlechterungen der Symptome. Beschwerden wie Halsschmerzen, Fieber oder Schweißausbrüche belasten die Betroffenen zusätzlich und erschweren das Atmen. Menschen mit COPD sollten den Kontakt zu erkälteten Personen und größeren Menschenmengen nach Möglichkeit meiden. Zusätzlich können Impfungen gegen Grippe, Covid-19 oder Pneumokokken helfen, das Risiko für Infektionen zu reduzieren und die Lunge zu schützen.1
Grundsätzlich gibt es verschiedene weitere Maßnahmen, die dazu beitragen können, sich vor Erkältungen zu schützen. Dazu zählen unter anderem:6
Erkältungserreger können über die Hände übertragen werden. Waschen Sie sich daher regelmäßig die Hände.
Personen, die rauchen, sind öfters von Erkältungen betroffen und haben zudem häufiger einen längeren Erkrankungsverlauf. Verzichten Sie daher auf das Rauchen und schaffen Sie sich ein rauchfreies Umfeld.
Studiendaten legen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit einer Erkältung steigt, wenn die Schlafdauer zu kurz ist. Versuchen Sie daher, ausreichend zu schlafen und Stress zu reduzieren.
Darüber hinaus können Sie Ihren Körper unterstützen, indem Sie sich gesund und ausgewogen ernähren – unter anderem mit Gemüse, Obst, Kräutern, Vollkornprodukten, Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten und Fisch sowie Alkohol nur in Maßen.7,8
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Referenzen
1. Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). https://www.gesundheitsinformation.de/chronisch-obstruktive-lungenerkrankung-copd.html Abruf: 25.09.2025
2. Springer Medizin Verlag GmbH. Erkälteter COPD-Patient: Exazerbationen vermeiden! https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Erkaelteter-COPD-Patient-Exazerbationen-vermeiden-298385.html Abruf: 25.09.2025
3. Bundesärztekammer. Verschlechterung bei COPD – was kann ich tun? https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/kip-copd-exazerbation-baek.pdf Abruf: 25.09.2025
4. Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. Akute Bronchitis. https://www.daab.de/atemwege/copd Abruf: 25.09.2025
5. Deutsche Atemwegsliga e.V. Informationsmaterial COPD. Plötzliche Verschlechterung (Exazerbation) bei COPD. https://www.atemwegsliga.de/informationsmaterial-COPD.html Abruf: 25.09.2025
Bildhinweise
Titelbild: AdobeStock