COPD und Luftqualität


COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, bei der Bronchien dauerhaft entzündet und verengt sind. Typische Beschwerden sind Atemnot, Husten, eine vermehrte Schleimbildung und Auswurf. Umweltfaktoren können diese Symptome zusätzlich verstärken. Besonders Luftverschmutzung gilt als ein Faktor, der Atemwege reizt und Entzündungen verstärken kann. Deshalb profitieren Menschen mit COPD besonders von möglichst sauberer Luft – sowohl draußen als auch in Innenräumen.1,2
Luftverschmutzung entsteht vor allem durch Verkehr, Industrie oder Heizungen. Schadstoffe wie Feinstaub und Stickstoffdioxid können tief in die Atemwege gelangen und dort Reizungen oder Entzündungen auslösen. Bei Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen kann dies Beschwerden verstärken oder akute Verschlechterungen begünstigen.2
Verschiedene Bestandteile der Außenluft können die Lunge belasten:2
Feinstaub, der durch Verkehr oder Verbrennungsprozesse entsteht
Stickstoffdioxid und andere Abgase, vor allem in stark befahrenen Städten
Allergene wie Pollen, die besonders während der Pollensaison auftreten
Solche Faktoren können die Atemwege reizen und Beschwerden verstärken. Deshalb kann es hilfreich sein, die aktuelle Luftqualität im Blick zu behalten und den Alltag entsprechend anzupassen.
Einige einfache Maßnahmen können helfen, die Belastung durch Außenluft zu reduzieren, die Aufnahme von Schadstoffen zu verringern und die Atemwege zu entlasten:6
Luftqualität im Blick behalten: Informieren Sie sich regelmäßig über aktuelle Luftqualitätswerte, zum Beispiel auf den Webseiten von Umweltbehörden oder über entsprechende Apps.
Aktivitäten anpassen: Bei erhöhter Luftverschmutzung kann es sinnvoll sein, körperlich anstrengende Aktivitäten im Freien zu reduzieren oder auf Zeiten mit besserer Luft zu verlegen.
Belastete Orte möglichst meiden: Wenn möglich, vermeiden Sie stark befahrene Straßen oder andere Orte mit hoher Schadstoffbelastung
Da viele Menschen heute einen wesentlichen Teil ihres Tages in Innenräumen verbringen, spielt die Luftqualität in Wohnungen und Gebäuden eine wichtige Rolle. Die Raumluft kann durch verschiedene Quellen belastet sein, zum Beispiel durch Tabakrauch, Reinigungsmittel, Baustoffe, Möbel oder Kochdünste. Auch Feuchtigkeit und Schimmel können die Atemwege reizen.4
Tabakrauch gilt dabei als eine der stärksten Belastungen für die Innenraumluft. Er enthält zahlreiche Schadstoffe, die die Atemwege reizen und gesundheitliche Probleme verursachen können.5
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Luftqualität im Alltag oft verbessern:4
Regelmäßig stoßlüften, damit verbrauchte Luft, Feuchtigkeit und mögliche Schadstoffe aus Innenräumen nach außen abgeführt werden und frische Luft nachströmen kann.
Rauchfreie Räume schaffen, denn beim Rauchen entstehen besonders viele Schadstoffe, die die Innenraumluft stark belasten und die Atemwege zusätzlich reizen können.
Staub und Allergene reduzieren, etwa durch regelmäßiges Reinigen von Wohnräumen, damit sich Partikel und allergieauslösende Stoffe nicht in der Raumluft ansammeln.
Schadstoffquellen möglichst vermeiden, zum Beispiel stark duftende Reinigungsmittel, Duftsprays oder andere Produkte, die chemische Stoffe an die Raumluft abgeben können.
Luftqualität bewusst wahrzunehmen und wo möglich zu verbessern, bedeutet nicht, sich stark einzuschränken. Vielmehr geht es darum, mögliche Belastungen zu erkennen und darauf zu reagieren. Wer die Luftqualität beobachtet, Aktivitäten anpasst und für eine möglichst gute Innenraumluft sorgt, kann dazu beitragen, die Atemwege zu entlasten und den Alltag mit COPD angenehmer zu gestalten.
Artikel erstellt und veröffentlicht im März/April 2026.
Um die hohe Qualität unserer Inhalte sicher zu stellen, wurde dieser Text von unserem Team aus Apothekerinnen und Apothekern geprüft. Die bereitgestellten Inhalte dienen lediglich der Information und ersetzen keine medizinische Beratung oder Behandlung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Die Texte sind nicht zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten gedacht.
Referenzen
Umweltbundesamt. Die Bedeutung der Luftqualität für Menschen mit COPD.
https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/360/publikationen/umid_01_2017_02.pdf
Helios Gesundheit. Luftverschmutzung – Risikofaktor für COPD. https://www.helios-gesundheit.de/magazin/news/03/luftverschmutzung-copd/ (Helios Gesundheit)
LfU Bayern. Luftmesswerte und Luftqualitätsinformationen.
https://www.lfu.bayern.de/luft/immissionsmessungen/messwerte/index.htm
gesund.bund.de. Luftqualität in Innenräumen.
https://gesund.bund.de/luftqualitaet-innenraeume (Gesundheitsportal)
Bundesumweltministerium. Innenraumluft – Überblick.
https://www.bundesumweltministerium.de/themen/gesundheit/innenraumluft/ueberblick-innenraumluft (BMU)
Bildhinweise
Titelbild: AdobeStock