COPD und Luftverschmutzung

COPD und Luftverschmutzung

300 Mio. Liter Luft atmet ein Mensch im Lauf seines Lebens durchschnittlich ein. An jedem Wohnort und an jeder Arbeitsstelle sind heutzutage mehr oder weniger viele Schadstoffe in der Luft, die die Lunge belasten können. Für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) ist das ein Grund zu besonderer Vorsicht!

In einem anderen Text finden Sie Informationen zum Thema Rauchen und COPD.

Welche Stoffe sind bei COPD besonders kritisch?

Zu den lungenbelastenden Schadstoffen gehören insbesondere:

  • Feinstaub (aus Autoabgasen, aber auch am Arbeitsplatz: Bergbau, Landwirtschaft, Mehlverarbeitung),
  • Stickstoffdioxid,
  • Ozon,
  • Schwefeldioxid.

Die Luftqualität in Deutschland hat sich – wie eine Statistik des Umweltbundesamtes zeigt – in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. Trotzdem werden die gesetzlich festgelegten Grenzwerte – gerade für Feinstaub, aber auch für Stickoxide – vielerorts überschritten, vor allem in den die Ballungszentren großer Städte. (1) „Dabei sind die Auswirkungen auf Bronchien und Lunge sehr heterogen: Während sich bei manchen Menschen fortschreitende Veränderungen in der Lunge und starke Beschwerden entwickeln, scheint anderen die Luftverschmutzung weniger auszumachen. Woran das liegt, wird noch erforscht. Das Ausmaß und die Dauer der Belastung spielen aber sicherlich eine entscheidende Rolle“, erklärt Prof. Berthold Jany, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. (2)

Was ist Feinstaub?

Feinstaub ist Staub, dessen Partikel so klein sind, dass sie mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. In hoher Konzentration sind diese winzigen Feinstaubpartikel für unsere Gesundheit gefährlich: Je kleiner die Partikel sind, desto tiefer dringen sie in die Atemwege ein und desto größer ist der Schaden, den die Staubpartikel selbst dort anrichten können. Eine hohe Feinstaubkonzentration in der Luft ist aber auch deshalb gefährlich, weil die winzigen Staubteilchen Schadstoffe in den Organismus transportieren können. Bei COPD-Patienten verschlechtert häufiger Kontakt mit Feinstaub die Symptome, beschleunigt das Fortschreiten der Erkrankung und erhöht das Risiko von Exazerbationen (akute Krankheitsschübe). Feinstaub entsteht vor allem im Straßenverkehr, in Heizwerken und Verbrennungsanlagen, aber auch an manchen Arbeitsstellen.

Wie können Sie diese Belastung verringern oder vermeiden?

Für Menschen mit COPD empfiehlt es sich, wenn irgend möglich, Orte und Tätigkeiten, die mit Luftverschmutzung verbunden sind, zu meiden.

Vermeiden Sie, wenn möglich:

  • den Aufenthalt in Ballungszentren in Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen,
  • das Lüften der Wohnung zu den Hauptverkehrszeiten, wenn Sie an einer vielbefahrenen Straße wohnen,
  • das Einatmen von Industrie-, Autoabgasen und Stäuben.

Tragen Sie einen Atemschutz, wenn Sie beruflich oder privat mit Stäuben oder reizenden Dämpfen arbeiten.

COPD-Patienten, die unter Luftbelastung leiden, sollten auch regelmäßig für einen Ausgleich sorgen und ihrer Lunge Gutes tun. Hilfreich sind z.B. Spaziergänge und Sport an der frischen Luft oder Urlaub in Küstengebieten, wo die salzhaltige Luft gesund für die Lunge ist.

Wie belastet ist die Luft in ihrer Umgebung?

Wenn Sie wissen wollen, wie die und die Luftqualität allgemein in Ihrer Umgebung ist, empfehlen wir Ihnen einen Service des Umweltbundesamts, der Auskunft gibt über die aktuelle und bisherige Luftbelastung durch Ozon, Stickstoffdioxid, Feinstaub und anderes auf einer Deutschlandkarte.

Quellen:
(1) Umweltbundesamt: “Entwicklung der Luftqualität” (Online-Veröffentlichung vom 10.02.2017).
(2) http://www.vitanet.de/aktuelles/atemwege/20170411-luftverschmutzung-und-asthma

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