Dupilumab: Neu für COPD-Behandlung


Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Wirkstoff Dupilumab jetzt auch bei der Behandlung von COPD eingesetzt werden.1 Damit ist für die Behandlung der Erkrankung erstmals ein Biologikum verfügbar.2
Info: Was ist ein Biologikum?
Ein Biologikum ist ein Arzneimittel, das aus biologischen Inhaltsstoffen hergestellt wird, z.B. aus Proteinen, gentechnisch veränderten Organismen oder Zellbestandteilen. Bekannte Biologika sind Impfstoffe und Hormone z.B. Insulin. Oft werden Biologika in der Krebstherapie oder bei Autoimmunkrankheiten (Rheumatoide Arthritis, Psoriasis) eingesetzt.
Bei Dupilumab handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper – einen Wirkstoff, der sich gezielt gegen bestimmte Botenstoffe des Immunsystems (Zytokine) richtet, die Entzündungen auslösen. Damit eignet er sich besonders für diejenigen Menschen mit COPD,
die eine erhöhte Anzahl einer bestimmten Art weißer Blutkörperchen (Eosinophile) im Blut aufweisen.
bei denen eine Kombination aus langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika (LABA) wie zum Beispiel Salmeterol, einem langwirksamen Anticholinergika (LAMA) und gegebenenfalls einem Kortison-Spray (ICS) nicht ausreicht, um die Erkrankung zu kontrollieren.
bei denen die Behandlung mit der Kombination von LABA und LAMA nicht um ICS erweitert werden kann.1,2
Dupilumab ist als zusätzliches Medikament (Add on) in der Erhaltungstherapie vorgesehen und eignet sich nicht bei akuten COPD-Symptomen oder wenn die Erkrankung sich verschlechtert.2
Gut zu wissen:
Dupilumab war im Jahr 2017 zunächst nur für die Behandlung von atopischer Dermatitis oder Neurodermitis zugelassen. In den nächsten Jahren folgten die Zulassungserweiterungen für die Erkrankungen Asthma bronchiale und chronische Rhinosinusitis.1
Neben der familiären Veranlagung oder chronisch-wiederkehrenden Atemwegsinfektionen begünstigen auch äußere Einflüsse eine COPD-Erkrankung. Eingeatmete Partikel, die über Rauchen, Luftverschmutzung oder giftige Stäube im beruflichen Umfeld in die Atemwege gelangen, begünstigen hier Entzündungen. Kommt es zu überschießenden Entzündungsreaktionen, führt das im Laufe der Zeit zu einer voranschreitenden Einschränkung der Lungenfunktion mit den entsprechenden Symptomen.1
Bei etwa der Hälfte der betroffenen Menschen entwickelt sich so auf Dauer eine Typ-2-Entzündungsreaktion. Charakteristisch für diese sind eine erhöhte Anzahl von Eosinophilen und freigesetzten Zytokinen wie Interleukin-4, Interleukin-5 und Interleukin-13.1
An diesen setzt Dupilumab mit seiner Wirkung an: Der Wirkstoff blockiert an verschiedenen Immunzellen den Interleukin-4-Rezeptor.Auf diese Weise hemmt er den Signalweg der beiden zentralen Zytokine und Verursacher der Entzündung, Interleukin-4 und Interleukin-13, und beugt so einer Verschlechterung der Erkrankung vor.1
Durch die Behandlung mit Dupilumab kann sich zudem auch die Lungenfunktion verbessern.2
Dupilumab wird von der behandelnden Fachpraxis für Lungenerkrankungen verschrieben und ist als Fertigspritze oder -pen erhältlich. Bei COPD können sich Betroffene den Wirkstoff alle zwei Wochen unter die Haut am Oberschenkel oder dem Bauch spritzen. Ist dies nicht möglich, kann ihnen der Wirkstoff auch über den Oberarm verabreicht werden.2
Dupilumab ist für die Langzeitanwendung bestimmt. Die Behandlung sollte jedoch beendet werden, wenn sich nach 52 Wochen keine Besserung der Symptome einstellt.2
Jedes Medikament kann Nebenwirkungen auslösen – so auch Dupilumab. Dazu zählen beispielsweise Reaktionen, die an der Einstichstelle auftreten können wie
Rötungen
Schwellungen
Juckreiz
Schmerzen
Blutergüsse
Verhärtungen
In anderen Körperbereichen können ebenfalls Beschwerden auftreten. So kann sich die Zahl der Eosinophilen im Blut weiter erhöhen oder es können Muskelschmerzen auftreten. Auch Bindehautentzündungen oder Herpesinfektionen im Mund sind möglich. Sie treten jedoch vor allem bei Menschen auf, die Dupilumab zur Therapie von Neurodermitis verwendet haben.2
Um die hohe Qualität unserer Inhalte sicher zu stellen, wurde dieser Text von unserem Team aus Apothekerinnen und Apothekern geprüft. Die bereitgestellten Inhalte dienen lediglich der Information und ersetzen keine medizinische Beratung oder Behandlung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Die Texte sind nicht zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten gedacht.
Quelle
DAZ.Online. Dupilumab: Zulassungserweiterung für COPD. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2024/07/03/dupilumab-zulassungserweiterung-fuer-copd Stand: 03.07.2024, Abruf: 16.10.2024
Helmholtz Zentrum München. Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt GmbH. Lungeninformationsdienst. Biologikum Dupilumab nun auch für die COPD-Therapie zugelassen. https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/artikel/biologikum-dupilumab-nun-auch-fuer-die-copd-therapie-zugelassen Stand: 08.08.2024, Abruf: 16.10.2024
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