Richtige Anwendung des Blutzuckermessgerätes

Richtige Anwendung des Blutzuckermessgerätes

Einige Patienten mit Diabetes mellitus müssen regelmäßig ihren Blutzucker mithilfe eines Blutzuckermessgeräts bestimmen. Bei Menschen ohne Diabetes liegen die Blutzuckerwerte zwischen 70 mg/dl und 110 mg/dl. Bei einem Wert unter 60 mg/dl spricht man von einer Unterzuckerung (Hypoglykämie), ab 140 mg/dl von einer Überzuckerung (Hyperglykämie). Eine schwere Unter- oder Überzuckerung kann lebensbedrohlich sein. Eine regelmäßige Kontrolle durch den Arzt oder Patienten und eine geeignete Behandlung sind daher für die Behandlung wichtig. Neben der Ernährung können auch Krankheitssymptome wie Fieber, Durchfall und Erbrechen den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Bei diesen Erkrankungen kommt es zu einem erhöhten Wasserverlust, durch den der Blutzuckerspiegel steigt. In Schulungen lernen Patienten, wie sie Unter- und Überzuckerung vermeiden können und üben den Umgang mit den Messgeräten.

Messung über weniger als einen Tropfen Blut

Die Messung der Blutzuckerwerte erfordert nur etwa 0,5 bis 0,6 µl Blut. Die Handhabung der Geräte kann je nach Model etwas unterschiedlich sein, daher sollte die Gebrauchsanweisung der Geräte gründlich gelesen werden. Vor jeder Messung sollten die Hygieneregeln beachtet werden und die Hände mit einer neutralen Seife gründlich gewaschen werden. Gerade im Winter sollte hier auf warmes Wasser geachtet werden, da hierdurch die Durchblutung in den Fingern angeregt wird. Dadurch ist meist eine einfachere Blutentnahme möglich Für eine Messung wird dann typischerweise zunächst das Messgerät vorbereitet, indem der Teststreifen aus der Dose entnommen und in das Messgerät eingefügt wird. Das Messgerät schaltet sich automatisch ein. Das Blut wird meist aus dem Finger entnommen. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Blutstropfen ohne „quetschen“ entnommen werden kann. Die hierbei mit austretende Gewebeflüssigkeit kann möglicherweise die Messwerte verfälschen. Dafür wird die Verschlusskappe der Stechhilfe entfernt, die Lanzette eingesetzt und die Schutzhülle der Lanzette entfernt. Nachdem die Verschlusskappe wieder angebracht wurde, kann die Einstichtiefe eingestellt werden. Die Stechhilfe wird auf die Einstichstelle gedrückt und ausgelöst. Die Spitze des Sensors wird dann in den Blutstropfen gehalten bis zum Signalton. Nach wenigen Sekunden erscheint der Wert im Display. Lanzette und Teststreifen sind Einwegprodukte und müssen in speziellen Behältern entsorgt werden. Die Werte werden im Gerät gespeichert und können auch am Computer oder mit Apps ausgelesen werden. Wichtig ist, dass die ermittelten Werte regelmäßig mit dem behandelnden Diabetologen besprochen werden.

Funktionsprüfung mithilfe einer Kontrolllösung

Bei einer Unterzuckerung sollte der Blutzucker durch die Aufnahme von Kohlenhydraten angehoben werden, bei zu hohen Werten sollte Insulin gespritzt werden, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Für insulinpflichtige Patienten gehört das regelmäßige Messen des Blutzuckerwertes daher zum Alltag. Gesetzliche Krankenkassen erstatten aus diesem Grund die Kosten für die Blutzuckerselbstkontrolle (Messgerät, Teststreifen) bei insulinpflichtigen Patienten mit Diabetes.1 Falls der Eindruck besteht, dass das Messgerät nicht richtig funktioniert, kann die Funktion mithilfe einer Kontrolllösung aus der Apotheke überprüft werden.

Sensor im Unterhautfettgewebe

Neben dieser klassischen Methode gibt es auch neuere Systeme, bei denen Sensoren in das Unterhautfettgewebe eingebracht werden, um den Gewebezucker und dadurch den Blutzucker zu bestimmen (FGM/CGM-Systeme). Diese Systeme messen den Zucker entweder kontinuierlich (CGM, Continuous glucose monitoring) oder nach Aufforderung (FGM, Flash glucose monitoring). Die Sensoren werden einfach über das Handy oder Lesegeräte ausgelesen. Seit einigen Jahren gehören die CGM- und FGM-Systeme zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.2

Quellen:
1
. https://www.diabinfo.de/leben/diabetes-im-alltag/kostenuebernahme.html
2. https://www.diabetesde.org/pressemitteilung/gesetzliche-krankenkassen-zahlen-cgm-systeme-privatversicherte-mitunter-nachteil

Kommentare