Die sogenannte Ernährungspyramide dient zur Orientierung für einen ausgewogenen und abwechslungsreichen Kinder Speiseplan. Die Pyramide macht deutlich, welche Lebensmittel reichlich, mäßig oder nur sparsam angeboten werden sollten. Wenn Sie sich – je nach Tagesform Ihres kleinen Schatzes – mal mehr, mal weniger daran halten, machen Sie schon ganz schön viel richtig! Übrigens: Wer gut isst, muss auch gut trinken. So brauchen Kids ca. 1 Liter Flüssigkeit am Tag – davon sollten ca. 300 ml Milch sein. Wenn es draußen warm ist oder Ihr kleiner Wildfang gerne tobt und dabei schwitzt, steigt der Bedarf an Flüssigkeit.
Kosten, kleckern, matschen: Zeit für Familienkost.
Am Ende des 1. Lebensjahres ist es so langsam an der Zeit, Ihr Kind an die Familienkost zu gewöhnen und es mit am Tisch essen zu lassen. Das dabei nicht immer alles ganz reibungslos abläuft und Essen auch schon mal richtig weit fliegen kann, ist völlig normal. Lassen Sie Ihr Kind das Essen entdecken – essen soll Freude bereiten und keinen Zwang bedeuten. Es ist ganz normal, dass die Kleinen nicht immer Riesenhunger haben und manche Speisen eben lieber mögen als andere. Am besten nehmen Sie die Mahlzeiten zusammen mit Ihrem Kind ein – denn in geselliger Runde schmeckt es auch Ihrem kleinen Essens-Entdecker immer noch am besten.
Sie essen selbst gern mit Genuss? Prima! Dann sind Sie ein gutes Vorbild für Ihr Kind. Genussvolles Essen ist ein schöner Anreiz für Kinder auch öfter mal was Neues zu probieren. Essen Sie abwechslungsreich und gesund – so schauen sich die kleinen Beobachter vieles von Ihnen ab. Grundsätzlich gilt: Kleinkinder haben noch eine intensive Entwicklung vor sich. Sie brauchen – bezogen auf das Körpergewicht – von verschiedenen Nährstoffen viel mehr als Erwachsene. Mit manchen Nahrungsmitteln sollten Sie dagegen vorsichtig umgehen. So gehören stark gezuckerte, gesalzene, scharfe oder fettige Nahrungsmittel noch nicht auf den Speiseplan Ihres Kindes.
Vollkorn? Voll gut: Brot und Getreideprodukte.
Die Basis der Ernährungspyramide bilden Getreideprodukte. Davon sollten ca. 1/3, noch besser sogar die Hälfte, in Form von Vollkorn-Produkten (Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Naturreis etc.) angeboten werden. Im Vergleich zu Weißmehl-Produkten (Brötchen, Brezeln, weißer Reis etc.) liefern diese nämlich mehr wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Für einen guten Start in den Tag eignen sich besonders ungesüßte Cerealien oder Müslis. Als Grundlage für ein Kindermüsli sollten ebenfalls Vollkorn-Produkte, z. B. Hafer- oder Weizenflocken, eingesetzt werden. Dabei sind zarte Getreideflocken für das empfindliche Bäuchlein und die Verdauung Ihres Lieblings bekömmlicher als kernige Flocken. Kleine Frühstücksmuffel lassen sich mit knusprigen Kinderflakes oft zum Frühstück „überreden“. Dabei sollten Knuspercerealien oder Flakes ebenso wie ein Müsli möglichst ohne Zuckerzusatz sein. Kombiniert mit etwas frischem Obst und (Kinder-)Milch oder Joghurt bringen Sie mit Getreideflocken morgens viel Abwechslung auf den Tisch.
Buntes Fingerfood: Obst und Gemüse.
Obst und Gemüse sind Vitamin-, Mineralstoff- und Spurenelement-Bomben und liefern ebenfalls große Mengen an Ballaststoffen. Als Faustregel gilt: 5 x täglich eine Portion Obst und Gemüse. Dabei ist eine Portion genau so groß, dass sie in das Händchen Ihres Kindes passt. Falls Ihr Kind nicht gerade ein Gemüse-Fan ist, verstecken Sie es doch einfach in Suppen, Saucen oder Aufläufen. Obst in kleine Stücke geschnitten und lustig zurechtgelegt, ist für die Kleinen richtig interessant und macht Spaß.
Nicht nur von der Kuh: Milch und Milchprodukte.
Ca. 300 ml Milch am Tag liefern Ihrem Kind bedeutende Nährstoffe, insbesondere Calcium. Herkömmliche Kuhmilch erfüllt die Ernährungsbedürfnisse von
Kleinkindern allerdings nicht optimal. Wenn Sie in Punkto Milch ganz sicher gehen wollen, greifen Sie besser auf eine Kinder-Milch zurück, die auf kleine Körper im Wachstum abgestimmt ist, also viel Vitamin D, Jod, Eisen und mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, aber – und das ist ganz wichtig – einen reduzierten Eiweißgehalt hat.
Tierisch gut? Fleisch, Wurst und Fisch.
Auch Fleisch ist wichtig für die Kinderentwicklung: Es liefert Eisen und zwar so, wie es für den kleinen Körper Ihres Lieblings besonders gut verwertbar ist. Entscheiden Sie sich vorwiegend für fettarme Fleisch- und Wurstsorten wie z. B. Geflügelwurst. Seefisch ist ein guter Jodlieferant und enthält außerdem wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Planen Sie doch einfach einmal in der Woche einen Fischtag ein.
Wie immer gilt: jedes Kind hat andere Vorlieben.
Wir wissen jedoch alle, dass es nicht immer ganz so einfach ist, kleine Individualisten richtig zu ernähren. Unterschiedliche, angeborene oder phasenweise entstehende Geschmacksvorlieben der Kleinen führen dazu, dass manche Speisen heiß geliebt und andere mit verzogenem Gesicht abgelehnt werden. Während dieser Phasen kann jede Mahlzeit zu einer wahren Geduldsprobe werden. Doch keine Panik – das ist ganz normal: viele Kinder haben „besondere“ Essgewohnheiten oder versuchen sich so zu behaupten und zu zeigen, dass sie bereits eine eigene Meinung haben. Atmen Sie durch und bleiben Sie cool: Bieten Sie unbekannte und auch unbeliebte Speisen immer mal wieder an, zeigen Sie Ihrem Kind, dass auch Sie diese Lebensmittel gerne essen. Streichen Sie Dinge nicht vorschnell vom Speiseplan, sondern ermuntern Sie immer wieder zum Probieren. Damit geben Sie Ihrem Kind schon früh die Chance, neue Geschmacksrichtungen zu entdecken und sich vielseitig zu ernähren.

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