Vergiftung bei Kids: erkennen und vorbeugen.

Vergiftung bei Kids: erkennen und vorbeugen.

Pillen im Nachtschränkchen, Pflanzenteile, Waschpulver oder Putzmittel in bunten Flaschen – besonders Kids bis zu einem Alter von ca. 6 Jahren nehmen aus Neugierde Dinge in den Mund, die gefährliche Auswirkungen haben können. Sollte sich das Kind plötzlich unwohl fühlen, sich erbrechen oder müde und apathisch wirken, könnte eine Vergiftung vorliegen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was im Notfall zu tun ist und wie Sie Ihrem Kind helfen können.

Anzeichen einer Vergiftung.

Die Anzeichen einer Vergiftung hängen von der Menge und der Art der giftigen Substanz ab. Die Symptome können relativ zügig auftreten, zeigen sich oft aber auch erst Stunden später. Es kann zu Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Müdigkeit oder Unwohlsein kommen. Wenn das Kind giftige Pflanzen gegessen hat, kontrollieren Sie den Mundraum und entfernen eventuelle Pflanzenreste. Behalten Sie etwas von der giftigen Substanz oder dem eventuell Erbrochenem für den Notarzt auf. Bei Giftaufnahme über den Mund kann das Gift durch Trinken von Wasser verdünnt werden. Bei Giftaufnahme über die Haut durch die Kleidung, sollte der Vergiftete völlig entkleidet werden und die befallenen Hautstellen mit reichlich Wasser abgespült werden. Achten Sie auf:

  • ungewöhnliches Verhalten des Kindes
  • Müdigkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Speichelfluss
  • plötzlicher Bauchschmerz
  • Schwindel
  • Atemstörung

Ab wann zum Arzt?

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind etwas Giftiges geschluckt haben könnte, rufen Sie sofort den Notdienst oder die Giftnotrufzentrale an. Dort sitzen Profis, die die Lage richtig einschätzen können.

Erste-Hilfe Maßnahmen bei Vergiftung.

  • Bewahren Sie Ruhe und beruhigen Sie Ihr Kind.
  • Rufen Sie die Giftnotrufzentrale an.
  • Bei Hautkontakt mit einer giftigen Substanz, die betroffene Stelle mit Wasser spülen. Bei Augenkontakt für mindestens 15 Minuten mit Wasser spülen. Bei verschluckter Substanz Mundhöhle reinigen und ebenfalls mit Wasser spülen.
  • Bei Medikamenten unbedingt die Originalverpackung aufbewahren.
  • Provozieren Sie auf keinen Fall ein Erbrechen

Bei Giftaufnahme über die Haut durch die Kleidung, sollte der Vergiftete völlig entkleidet werden und die befallenen Hautstellen mit reichlich Wasser abgespült werden

Für Ihren Anruf beim Notarzt/Giftnotrufzentrale:

Geben Sie Art und Menge der giftigen Substanz an, die ihr Kind eingenommen hat. Bewahren Sie Reste des Eingenommenen auf und nehmen diese mit zum Arzt oder ins Krankenhaus.

Sicherheit geht vor: Vergiftungen vermeiden!

  • Bewahren Sie Medikamente an einem sicheren Ort auf. Am besten eignen sich verschließbare Hausapotheken-Schränkchen.
  • Schließen Sie Medikamente nach jedem Gebrauch weg, auch wenn die Präparate mehrmals täglich eingenommen werden müssen.
  • Lassen Sie Arzneimittel nicht herumstehen, auch wenn es „nur“ Nasentropfen sind. Vor allem bunte Pillen, sehen für Kids aus wie Bonbons und verleiten zum Probieren.
  • Besprechen Sie diese Vorsichtsmaßnahmen auch mit anderen Haushalten, in denen sich Ihr Kind aufhält.
  • Bewahren Sie Haushaltschemikalien, wie Putz-, Spül- und Waschmittel immer an einem sicheren Ort auf.
  • Verstauen Sie ätherische Öle, Lampenöle und Duftlampen nach Gebrauch immer außer Reichweite des Kindes. Verzichten Sie, wenn möglich, ganz auf Lampenöle in Ihrem Haushalt.
  • Heben Sie Farben, Lacke, Lösungsmittel und Ähnliches für Kinder unzugänglich auf.
  • Verbannen Sie gefährliche Chemikalien, Säuren und Laugen möglichst ganz aus Ihrem Haushalt.
  • Füllen Sie Reinigungs- und andere giftige oder ätzende Mittel niemals in Getränke- oder Essbehälter um.
  • Verzichten Sie auf flüssige Grillanzünder.
  • Lassen Sie sich nicht ablenken, wenn Sie gerade Haushaltschemikalien geöffnet haben.
  • Lassen Sie Zigarettenstummel und -packungen auf keinen Fall herumliegen. Schon die Tabakreste können Vergiftungen hervorrufen.
  • Lassen Sie keine alkoholischen Getränke frei zugänglich für Kinder herumstehen.
  • Achten Sie darauf, dass sich keine giftigen Pflanzen im Garten oder in der Wohnung befinden.
  • Klären Sie Ihre Kinder schon frühzeitig, aber altersgerecht über die Gefahren von Medikamenten, Haushaltschemikalien, Giftpflanzen, Pilzen, Zigaretten und Alkohol auf.

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