So unterstützen Sie Ihre Nieren bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen


Eine chronische Nierenschwäche als Folge von Diabetes und/oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung kann durch Ernährung, Bewegung und einen gesunden Lebensstil positiv beeinflusst werden. Erfahren Sie hier, was Sie selbst für Ihre Nierengesundheit tun können.
Die Aufgabe der Nieren ist es, schädliche Abbauprodukte aus dem Blut herauszufiltern und mit dem Urin aus dem Körper auszuscheiden. Durch Vorerkrankungen oder andere Faktoren kann es allerdings zu einer Schädigung der Nieren kommen, wodurch sie langfristig ihre Funktion einbüßen. Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten als die beiden führenden Ursachen für eine chronische Nierenschwäche (Niereninsuffizienz). Denn beide Erkrankungen schädigen die Nierenfilter und führen zu Veränderungen in den Blutgefäßen, weshalb die Nieren nicht mehr genügend mit Blut versorgt werden und auf lange Sicht versagen.1, 2
Körperliche Symptome zeigen sich in den meisten Fällen erst, wenn die Nieren schon stark geschädigt sind und das Folgen für den restlichen Körper hat. Wassereinlagerungen, Müdigkeit und Luftnot sind mögliche erste Anzeichen, die auf eine chronische Nierenschwäche hinweisen.1, 3
Wenn Sie von Diabetes und/oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung betroffen sind, haben Sie ein erhöhtes Risiko für eine chronische Nierenschwäche. Es ist deshalb wichtig, Ihre Werte regelmäßig überprüfen und etwaige Medikamente für Ihre Grunderkrankung - falls nötig - neu einstellen zu lassen. Zusätzlich zur Kontrolle und Behandlung von bestehenden Erkrankungen können Sie selbst vorbeugend einiges für die Gesundheit Ihrer Nieren tun:1, 4, 5
Verzichten Sie auf das Rauchen – Nikotin ist eine nierenschädigende Substanz.
Genießen Sie Alkohol nur in Maßen, denn auch er macht Ihren Nieren zu schaffen.
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit möglichst frischen Zutaten.
Trinken Sie ausreichend Wasser. Für Menschen mit Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann es je nach Medikament eigene Empfehlungen zur optimalen Wassermenge geben – sprechen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin darauf an, was für Sie gilt.
Regelmäßige körperliche Bewegung hält den Körper fit und entlastet den Kopf.
Liegen Risikofaktoren wie Vorerkrankungen oder eine erbliche Veranlagung vor, informieren Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Sind Ihre Nieren bereits betroffen, ist es wichtig, ein Fortschreiten der Erkrankung abzubremsen. Das erreichen Sie am besten durch viel Bewegung, eine angepasste Ernährung und regelmäßige Kontrollen. Wenn Sie Diabetes und/oder eine Herz-Kreislauf- sowie eine Nierenerkrankung haben, gilt es, den Blutdruck unter den Richtwert von 130/80 mmHg zu senken und die Blutzuckerwerte möglichst optimal einzustellen. Stellen Sie ebenfalls sicher, regelmäßig UACR- und GFR-Tests zur Leistungsfähigkeit der Nieren beziehungsweise ihrer Filterleistung durchführen zu lassen. Um Ihre Nieren zu unterstützen, können bei der Behandlung außerdem verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen, zum Beispiel SGLT2-Hemmer. Sie verhindern, dass die Nieren Zucker aus dem Urin zurück ins Blut aufnehmen, wodurch mehr Zucker mit dem Urin ausgeschieden wird und der Blutzuckerspiegel sinkt. 3, 6, 7, 9
Viel Bewegung hilft dabei, Stress abzubauen und, falls nötig, das Körpergewicht zu reduzieren. Beides sind Faktoren, die zu erhöhtem Blutdruck beitragen. Außerdem aktiviert Bewegung das gesamte Herz-Kreislauf-System sowie den Stoffwechsel und fördert die Durchblutung – schon ein kurzer Spaziergang am Tag ist ein Anfang! 4
Bei der Ernährung gibt es bei einer bestehenden Nierenschwäche einige Empfehlungen:
Vermeiden Sie zu viel Salz. Salz bindet Wasser im Körper und erschwert Ihren Nieren damit die Arbeit.
Trinken Sie möglichst keinen oder nur sehr wenig Alkohol, da das Zellgift die Nieren belastet.
Besprechen Sie die empfohlene Menge von Eiweiß und Lebensmitteln mit Phosphat (z. B. Milch, Wurst, Eigelb) und Kalium (z. B. Bananen, Avocados, Datteln) mit Ihrer behandelnden Fachärztin oder Ihrem behandelnden Facharzt.
Bauen Sie viel frisches Gemüse und ausreichend Obst, ballaststoffreiche Kohlenhydrate und gesunde Fettquellen in Ihre Ernährung ein.
Meiden Sie Fleisch, Fertiggerichte, da sie oft einen hohen Salzgehalt haben, und ein Übermaß an Zucker.1, 5, 8
Auch wenn Sie wegen Diabetes oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ein erhöhtes Risiko für eine chronische Nierenschwäche haben, gibt es einiges, was Sie selbst aktiv beitragen können, um Ihre Nierengesundheit zu erhalten. Neben regelmäßigen Check-Ups bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin können kleine Veränderungen in der Ernährung, regelmäßige Bewegung und das Einhalten von ärztlichen Empfehlungen einen großen Unterschied machen.
Inhalt mit freundlicher Unterstützung von Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG.
Um die hohe Qualität unserer Inhalte sicher zu stellen, wurde dieser Text von unserem Team aus Apothekerinnen und Apothekern geprüft. Die bereitgestellten Inhalte dienen lediglich der Information und ersetzen keine medizinische Beratung oder Behandlung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Die Texte sind nicht zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten gedacht.
Referenzen
DAK-Gesundheit. Chronische Nierenerkrankung: So kannst du vorbeugen. https://www.dak.de/dak/gesundheit/erkrankungen/chronische-nierenerkrankung_19372 Stand: 14.12.2023, Abruf: 21.08.2024
Wang M, Li J, Li Y, Yao S, Zhao M, Wang C, Wu S, Xue H. The effects of hypertension and diabetes on new-onset chronic kidney disease: A prospective cohort study. J Clin Hypertens (Greenwich). 2020 Jan;22(1):39-46. doi: 10.1111/jch.13768. Epub 2019 Dec 24. PMID: 31873983; PMCID: PMC8030069. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8030069/#jch13768-bib-0001 Abruf: 27.09.2024
Helios Kliniken. So halten Sie Ihre Nieren gesund. https://www.helios-gesundheit.de/magazin/news/02/gut-fuer-die-nieren/ Abruf: 21.08.2024
Hirslanden. Gesunde Nieren - was kann ich dafür tun? https://www.hirslanden.ch/de/corporate/publications/hirslanden-fachartikel/gesunde-nieren.html Stand: 28.02.2024, Abruf: 21.08.2024
Universitäts-Spital Zürich (USZ). Chronische Nierenerkrankung. https://www.usz.ch/fachbereich/viszeral-und-transplantationschirurgie/angebot/chronische-nierenerkrankung/ Abruf: 21.08.2024
de Boer IH, Khunti K, Sadusky T, Tuttle KR, Neumiller JJ, Rhee CM, Rosas SE, Rossing P, Bakris G. Diabetes Management in Chronic Kidney Disease: A Consensus Report by the American Diabetes Association (ADA) and Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO). Diabetes Care. 2022 Dec 1;45(12):3075-3090. doi: 10.2337/dci22-0027. PMID: 36189689; PMCID: PMC9870667. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9870667/ Abruf: 27.09.2024
Ärzteblatt. SGLT2-Inhibitoren: Schutz für die Nieren. https://www.aerzteblatt.de/archiv/216435/SGLT2-Inhibitoren-Schutz-fuer-die-Nieren Abruf: 27.09.2024
PHV – Der Dialysepartner. Präventionsmaßnahmen. https://www.phv-dialyse.de/niere-und-erkrankung/praeventionsmassnahmen Abruf: 21.08.2024
John William McEvoy, Cian P McCarthy, Rosa Maria Bruno, Sofie Brouwers, Michelle D Canavan, Claudio Ceconi, Ruxandra Maria Christodorescu, Stella S Daskalopoulou, Charles J Ferro, Eva Gerdts, Henner Hanssen, Julie Harris, Lucas Lauder, Richard J McManus, Gerard J Molloy, Kazem Rahimi, Vera Regitz-Zagrosek, Gian Paolo Rossi, Else Charlotte Sandset, Bart Scheenaerts, Jan A Staessen, Izabella Uchmanowicz, Maurizio Volterrani, Rhian M Touyz, ESC Scientific Document Group. 2024 ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension: Developed by the task force on the management of elevated blood pressure and hypertension of the European Society of Cardiology (ESC) and endorsed by the European Society of Endocrinology (ESE) and the European Stroke Organisation (ESO), European Heart Journal, Volume 45, Issue 38, 7 October 2024, Pages 3912–4018, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehae178
Bildhinweise
Titelbild: AdobeStock