Hauterkrankungen wie Psoriasis wirken sich häufig auf das seelische Wohlbefinden aus – und können wiederum durch psychische Belastungen wie etwa Stress ausgelöst oder verstärkt werden. Wegen dieses engen Zusammenhangs kann sich leicht ein Kreislauf aus Stress und Krankheitsverschlechterung in Gang setzen. Die Auswertung einer großen Zahl an Studien zum Zusammenhang zwischen Stress und Psoriasis zeigte, dass zwischen 31 und 88 % der Teilnehmer Stress als Auslöser ihrer Schübe identifizierten.1
Doch es gibt Hilfe und Wege, die eigene psychische Gesundheit bei Psoriasis zu stärken und Stress zu reduzieren.
Stress ist eine natürliche, physiologische (über Nerven und Hormone vermittelte) Reaktion unseres Körpers auf eine – möglicherweise – gefährliche oder herausfordernde Situation. Ist der Mensch mit einer solchen Situation konfrontiert, schüttet der Körper Stresshormone wie Kortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus. Vor allem anhaltender Stress kann uns gefährlich werden, denn der Körper schüttet dann ununterbrochen Stresshormone aus, die uns krank machen können.2,3
Was genau Stress auslöst, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Zu den möglichen Auslösern zählen besonders im Leben mit Psoriasis mitunter, aber nicht ausschließlich:
Angst vor der Zukunft
die Suche nach einer passenden Arztpraxis
Schmerzen und Missempfindungen
Schamgefühle
die Unberechenbarkeit von Symptomschüben
Trauer über den Verlust eines früheren Lebens
Noch verstehen wir zwar nicht genau, warum Stress zu Psoriasis-Schüben führen kann. Aber eine plausible Möglichkeit ist, dass bestimmte sogenannte Neuropeptide durch Stress vermehrt freigesetzt werden, die auch in der Entstehung von Psoriasis eine Rolle spielen könnten. Diese Neuropeptide lösen lokale Entzündungsreaktionen im Körper aus oder verstärken sie.4 Auch wenn der genaue Zusammenhang zwischen Psoriasis und Stress noch nicht bekannt ist – wenn Sie bemerken, dass in stressigen Phasen häufiger Schübe auftreten - versuchen Sie sich an den Tipps im folgenden Abschnitt.
Verschiedene Entspannungstechniken schaffen Ruheinseln im stressigen Alltag. Hilfreich sein können etwa:
Progressive Muskelentspannung
Autogenes Training
Meditation
Achtsamkeitsübungen
Außerdem nützlich ist:
regelmäßige Bewegung
Hilfe durch eine qualifizierte Therapeutin/ einen Therapeuten
sich etwas Gutes tun bzw. Zeit für sich selbst nehmen
Versuchen Sie auch, regelmäßig Pausen einzulegen. Pausen sind dazu da, um zwischendurch auszuruhen und Energie zu tanken. Dabei ist nicht so sehr eine große lange Pause am Tag entscheidend. Vielmehr scheinen es die kleinen Verschnaufer zwischendurch zu sein, die immer wieder Energie für den Tag geben.
Nicht vergessen: Stress ist nicht der einzige mögliche Auslöser für einen neuen Schub. Versuchen Sie, sich nicht zu verkrampft darauf zu konzentrieren, jeglichen Stress zu vermeiden. Manchmal müssen wir stressige Phasen durchleben, aber wir können einen besseren Umgang mit Stress erlernen und so die Konsequenzen minimieren.
Artikel veröffentlicht im Juni 2026
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Referenzen
1. Rousset, L., & Halioua, B. (2018). Stress and psoriasis. International journal of dermatology, 57(10), 1165–1172. https://doi.org/10.1111/ijd.14032
2. Vieira G. Diabetes & Stress: How Stress Affects Your Blood Sugar. 03.10.2019. https://diabetesstrong.com/diabetes-stress/ Abgerufen am 21.08.2023
3. Gesundheit.gv.at. Stress: Was ist das? https://www.gesundheit.gv.at/leben/stress/was-ist-das.html
Abgerufen am 21.08.2023
4. Sathyanarayana Rao, T. S., Basavaraj, K. H., & Das, K. (2013). Psychosomatic paradigms in psoriasis: Psoriasis, stress and mental health. Indian journal of psychiatry, 55(4), 313–315. https://doi.org/10.4103/0019-5545.120531
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