Antientzündliche Ernährung bei Rheuma


Für Menschen mit Rheuma kann eine entzündungshemmende Ernährung die medikamentöse Therapie unterstützen. Forschende kommen zu dem Schluss, dass vor allem einzelne Nährstoffe Entzündungsprozesse im Körper beeinflussen können. Obwohl es nicht viele Untersuchungen zu Ernährung und rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Spondylarthritis oder auch Schuppenflechte gibt, kann vor allem eine mediterrane Ernährung zur Reduktion der Entzündungen beitragen.1 Sie setzt sich aus folgenden Eckpfeilern zusammen:2
Viel Gemüse und Obst
reichlich Olivenöl
Milchprodukte
gelegentlich Fisch und Geflügel
wenig Zucker und gesüßte Getränke
wenig Fleisch und Wurst
Diese Lebensmittelinhaltsstoffe wirken entzündungshemmend
Eine mediterrane Ernährungsweise kann bei Menschen mit Rheuma schmerzhafte Entzündungsprozesse positiv beeinflussen. Folgende Inhaltsstoffe dieser Ernährungsweise stehen deshalb besonders im Fokus von wissenschaftlichen Untersuchungen:
Ballaststoffe: Die Faserstoffe aus Pflanzen liefern den guten Darmbakterien Nahrung. Diese produzieren daraus entzündungshemmende Fettsäuren.3
Omega-3-Fettsäuren: entzündungshemmende Fette aus pflanzlichen Ölen, Fischölen und Algenölen.4
Antioxidantien: Die Vitamine C und E sowie und sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide, die beispielsweise Karotten ihre Farbe geben, gelten als Radikalfänger. Sie sind in Gemüse, Obst, Gewürzen und Kräutern enthalten und können Entzündungen eindämmen.5
Ätherische Öle und Scharfstoffe: Sie gelten als entzündungshemmend, antibakteriell und schmerzstillend.3
Welche Lebensmittel enthalten entzündungshemmende Inhaltsstoffe?
Für Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung eignet sich eine abwechslungsreiche und pflanzenbasierte Ernährung. Idealerweise enthält sie folgende Lebensmittel:
Brot und Getreide: nicht mehr als 2 Portionen (1 Portion = 1 Handvoll) pro Tag: Vollkornbrot, Haferflocken, zuckerfreies Müsli, Vollkornnudeln, Vollkornreis
Gemüse: 3 Portionen pro Tag: Alle Salatsorten, vor allem solche mit Bitterstoffen wie Chicorée oder Löwenzahn, Gurke, Fenchel, Artischocke, Hülsenfrüchte, Möhren, Spinat, Zucchini, alle Kohlarten, Radieschen, Spargel, Sauerkraut, Pilze, Kräuter, Pellkartoffeln
Obst: am besten zuckerarm, 1-2 Portionen pro Tag: Beeren, Mandarinen, Nektarinen, Zwetschgen
Nüsse und Samen: etwa 1 Esslöffel pro Tag: Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse, Cashewnüsse, Macadamianüsse, Pinienkerne, Kürbiskerne, Leinsamen, Chia-Samen
Fette und Öle: etwa 2 Esslöffel pro Tag: Leinöl, Hanföl, Chia-Öl, Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl, Kokosöl zum Braten
Fisch und Meeresfrüchte: 2 Portionen pro Woche: Aal, Forelle, Heilbutt, Hering, Kabeljau, Karpfen, Lachs, Makrele, Sardine/Sardellen, Scholle, Seezunge, Steinbutt, Flusskrebse, Garnelen, Hummer, Shrimps, Krabben
Wurst und Fleisch: maximal 1-2 Portionen pro Woche (bis ca. 100 g): mageres Hühner- und Putenfleisch oder Aufschnitt daraus
Eier: maximal 2-3 Stück pro Woche
Milchprodukte und Käse: wenig Milch und Naturjoghurt bis 1,5 Prozent Fett, Buttermilch, Speisequark bis 20 Prozent Fett, Harzer Käse, körniger Frischkäse
Snacks und Süßes: Bitterschokolade mit 70 Prozent Kakaoanteil6
Welche Lebensmittel sind bei Rheuma ungeeignet?
Bei Rheuma können einige Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe bestehende Entzündungen verstärken. Dazu gehören:
Brot aus Weißmehl wie Weißbrot, Croissant oder Laugengebäck
Hartweizennudeln, geschälter Reis, Pommes frites, Instant-Kartoffelbrei
Süßigkeiten, süße Backwaren, Eiscreme, Chips und Salzgebäck, gesalzene Nüsse
gezuckerte Obstkonserven, Obstmus, kandierte Trockenfrüchte
Gemüse mit viel Sahne oder Butter
Schweine-, Gänse-, Butterschmalz, Palmfett, Mayonnaise, Sonnenblumenöl, Distelöl
Fruchtsäfte, Softdrinks, Sojadrinks, Fruchtbuttermilch, Alkohol
Schweinefleisch wie Fleischkäse, Nackenfleisch, Bauchspeck; Wurstwaren wie Aufschnitt, Koch-, Grill-, Brat- und Bockwurst; paniertes Fleisch
süße Fertigprodukte wie Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt und -quark, Kakaozubereitungen
Eine Ernährungsumstellung sollte in jedem Fall mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
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Referenzen
vfa.patientenportal. Shared-Decision-Making: Patient und Arzt entscheiden gemeinsam. https://www.vfa-patientenportal.de/service/patienten-arzt-kommunikation/shared-decision-making-patient-und-arzt-entscheiden-gemeinsam.html. Stand: 31.08.2020, Abgerufen am: 02.07.2024
Apothekenumschau. Wie eine scheiternde Liebesbeziehung: Was das Arzt-Patienten-Verhältnis verbessert. https://www.apotheken-umschau.de/therapie/wie-eine-scheiternde-liebesbeziehung-was-das-arzt-patienten-verhaeltnis-verbessert-863401.html Stand: 26.04.2022, Abgerufen am: 02.07.2024
Stiftung Gesundheitswissen. Auf Augenhöhe mit dem Arzt? https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/gesundes-leben/patient-arzt/patient-und-partner Stand: 12.12.2020, Abgerufen am: 02.07.2024
Selpers. Gesundes Leben. Shared Decision Making beim Multiplen Myelom. https://selpers.com/krebs/arztgespraech-beim-multiplen-myelom-shared-decision-making-beim-multiplen-myelom/ Abgerufen am: 02.07.2024
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Titelbild: AdobeStock