Die Diagnose der rheumatoiden Arthritis

Die Diagnose der rheumatoiden Arthritis

Bisher gibt es noch keinen speziellen Test auf eine rheumatoide Arthritis. Und in den frühen Stadien kann eine rheumatoide Arthritis anderen Krankheiten ähneln, wie zum Beispiel:

  • Lupus erythematodes
  • Sjögren-Syndrom
  • Psoriasis-Arthritis
  • Lyme-Arthritis
  • Osteoarthritis

Auch Infektionen mit Röteln, Parvoviren und Hepatitis B und C können zu kurzfristigen Arthritis-Symptomen führen, die denen der rheumatoiden Arthritis ähneln (virale Arthritis).

Um eine rheumatoide Arthritis zu diagnostizieren, wird der Arzt zuerst eine ausführliche Anamnese durchführen. Das heißt, er wird sich nach Ihrer Krankheits- und Familiengeschichte erkundigen, denn wenn jemand in Ihrer Familie rheumatoide Arthritis hat oder hatte, steigt das Risiko, dass Sie die Krankheit ebenfalls bekommen. Außerdem wird der Arzt Sie nach Ihren Symptomen befragen:

  • Welche Gelenke schmerzen? (Bei rheumatoider Arthritis sind immer mehrere Gelenke betroffen.)
  • Treten die die Gelenkbeschwerden  beidseitig auf? (typisch für rheumatoide Arthritis)
  • Tritt die Steifheit der Gelenke besonders morgens auf? Und wenn ja, für wie lange?
  • Finden sich Knoten unter der Haut (Rheumaknoten)?

Danach wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen und Ihre Gelenke z. B. auf Schwellungen, Druckempfindlichkeit und Beweglichkeit prüfen. Zusätzlich kann er mehrere Untersuchungen durchführen, um die rheumatoide Arthritis durch eine Kombination verschiedener Faktoren zu diagnostizieren, dazu gehören:

Bluttests

In Bluttests kann der Arzt verschiedene Parameter messen, die in Ihrem Blut erscheinen, wenn Sie an einer rheumatoiden Arthritis erkrankt sind, zum Beispiel:

  • Anämie:
    Menschen mit rheumatoider Arthritis haben oft eine zu niedrige Anzahl von roten Blutkörperchen. Diese ist bedingt durch einen Eisenverlust, welcher durch die chronische Entzündungsreaktion bedingt ist.
  • Erythrozyten-Sedimentationsrate (ESR):
    Die Zeit, mit der sich die Blutzellen am Boden eines speziellen Teströhrchens ansammeln, kann auf eine Entzündung im Organismus hinweisen.
  • C-reaktives Protein (CRP):
    Hohe Spiegel dieses Eiweißes sind ebenfalls Zeichen eines entzündlichen Prozesses im Körper. Das CRP ist allerdings nicht spezifisch für eine rheumatoide Arthritis.
  • Test auf Antinukleäre Antikörper (ANA)
    Bei einigen Patienten mit rheumatoider Arthritis können sogenannte “antinukleäre Antikörper” (ANA) im Blut nachweisbar sein. Diese zeigen eine Autoimmunerkrankung an, aber der Test spezifiziert nicht, um welche Autoimmunerkrankung es sich handelt.
  • Rheumafaktor (RF):
    Dies ist ein Antikörper, der bei vielen Menschen mit rheumatoider Arthritis (ca. 70-80%) im Blut nachweisbar ist. Er kann jedoch auch bei Menschen vorkommen, die nicht an rheumatoider Arthritis erkrankt sind.
  • Zyklischer Citrullin-Antikörpertest (Anti-CCP):
    Dieser spezifische Test prüft auf sogenannte Anti-CCP-Antikörper. Dies sind spezielle Aminosäurenabkömmlinge, deren Vorkommen  hochspezifisch für eine rheumatoide Arthritis ist und  sogar vor Beginn der Erkrankung positiv ausfallen kann

Bildgebende Verfahren in der Rheuma-Diagnose

Durch bildgebende Verfahren kann der Arzt beurteilen, wie schwerwiegend Ihre Erkrankung ist und anhand der Bilder den Verlauf Ihrer Therapie überwachen.

In der Diagnose der rheumatoiden Arthritis werden häufig verwendet:

  • Röntgenaufnahmen:
    Zum Nachweis der für die Erkrankung typischen Gelenkveränderungen werden normalerweise Röntgenbilder angefertigt. Das Röntgenbild kann in frühen Stadien allerdings unauffällig sein.
  • Ultraschall-Sonographie:
    Mittels Ultraschall-Untersuchungen (Sonographie), speziell die Ultraschall-Untersuchung von Gelenken (Arthrosonographie) lassen sich entzündliche Veränderungen der Gelenkinnenhaut und Gelenkergüsse gut beurteilen. Zudem tritt hier keine Strahlenbelastung für den Patienten auf.
  • Magnetresonanztomographie (MRT) und Szintigraphie:
    Dies sind aufwändigere bildgebende Verfahren, die ein detaillierteres Bild Ihrer Gelenke liefern und bei speziellen Fragestellungen ebenfalls hilfreich sein können.

Frühe Diagnose ist wichtig

Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, die Ihre Gelenke schädigt, wenn sie nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird. Gehen Sie also zum Arzt, wenn Sie Symptome einer rheumatoiden Arthritis bemerken, die auch nach mehreren Wochen nicht verschwinden.

Aber keine Panik wenn Sie erfahren, dass Sie an einer rheumatoiden Arthritis erkrankt sind. Es gibt zwar noch keine Heilung, aber durch effektive Behandlung der rheumatoiden Arthritis leben Patienten mit dieser Form der Arthritis heute besser als jemals zuvor.

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