Guter Schlaf trotz Rheuma – wie die Nachtruhe gelingt


Ein erholsamer Schlaf ist ein wichtiger Baustein für Gesundheit und Lebensqualität. Für Menschen mit Rheuma kann die Nachtruhe allerdings eine Herausforderung sein: Schmerzen, Steifheit und nächtliches Aufwachen können die Schlafqualität erheblich beeinträchtigen. Doch guter Schlaf trotz Rheuma ist kein unerreichbares Ziel – mit kleinen Anpassungen im Alltag lässt sich die Nachtruhe spürbar verbessern.
Etwa 40 bis 60 Prozent der Menschen, die von Rheuma betroffen sind, haben zeitweilig mit Schlafstörungen zu tun. Das liegt zum einen an den Gelenk- und Muskelschmerzen, die dazu führen, dass die Personen nicht gut einschlafen oder mehrmals pro Nacht aufwachen. Zum anderen können Missempfindungen und Bewegungsunruhe den Betroffenen das Ein- und Durchschlafen erschweren. Auch psychische Belastungen beeinträchtigen die Nachtruhe mitunter erheblich.1,2,3
Darüber hinaus führen manchmal bestimmte Medikamente zu einem schlechteren Schlaf. Dazu zählt beispielsweise der Wirkstoff Kortison, welcher in höheren Dosierungen nicht nur entzündungshemmend, sondern auch wach machend wirkt, und die Schlafqualität reduzieren kann.2,3
Ein erholsamer Schlaf ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität, und gerade bei einer Erkrankung – sei es eine langanhaltende oder nur vorübergehende – hat der tägliche Schlaf eine große Bedeutung. Während der Nachtruhe erholt sich der Körper und repariert seine Zellen. Ist der Schlaf gestört, fehlt den Betroffenen die Erholung, was sich wiederum ungünstig auf die Erkrankung auswirkt. Eine unzureichende Nachtruhe tritt zudem vermehrt mit Regulationsstörungen des Immunsystems auf. Ein Teufelskreislauf beginnt, den Betroffene aber mit gezielten Maßnahmen durchbrechen können.1,2,3
Folgende Tipps können dazu beitragen, entspannt in den Schlaf zu finden und morgens erholter aufzuwachen:1,2,3,4
Angemessene Umgebungstemperatur: Achten Sie auf eine angemessene Umgebungstemperatur. Wenn Wärme die Schmerzen begünstigt, achten Sie darauf, dass der Schlafraum nicht zu warm ist. Wenn hingegen Kälte die Schmerzen negativ beeinflusst, sorgen Sie dafür, dass die entsprechenden Körperpartien nicht auskühlen.
Passgenaue Matratze: Prüfen Sie, ob Ihre Matratze passgenau ist, indem Sie eine andere Person bitten, Sie beim Liegen auf der Matratze zu fotografieren. Im Anschluss kann eine Fachperson für Matratzenberatung mithilfe des Bildes Ihre Schlafhaltung beurteilen.
Wohlfühlatmosphäre: Schaffen Sie eine Wohlfühlatmosphäre in Ihrem Schlafzimmer, und praktizieren Sie eine Entspannungsroutine vor dem Zubettgehen: Trinken Sie einen Tee, lesen Sie ein Buch oder hören Sie entspannende Musik. Auch das Baden der Gelenke wie Hände und Füße in warmem Wasser kann zu einem entspannteren Schlaf führen.
Verzicht auf Koffein: Trinken Sie zu später Stunde keine koffeinhaltigen Getränke. Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf Koffein, und für einige kann es sogar hilfreich sein, diesen bereits ab mittags nicht mehr zu konsumieren.
Bildschirmzeiten reduzieren: Vermeiden Sie unnötige Bildschirmzeit vor dem Zubettgehen. Geräte wie Handy, Laptop und Fernseher strahlen blaues Licht aus, welches die natürliche Produktion von Melatonin unterdrückt. Melatonin ist eine körpereigene Verbindung, die dazu führt, dass der Organismus schläfrig wird.
Körperliche Aktivität: Bewegen Sie sich regelmäßig am Tag, oder gehen Sie am Abend noch einmal an der frischen Luft spazieren.
Entspannungsübungen erlernen: Um mit Schmerzen besser umzugehen, können Meditations- und Entspannungsübungen helfen. Diese lassen sich unter Anleitung von Apps oder Videos durchführen. Zum Teil bieten solche Tools auch entspannende Umgebungsgeräusche an, die das Einschlafen angenehmer gestalten.
Wichtig ist: Was für den einen funktioniert, muss nicht für Sie das Passende sein. Testen Sie, was für Sie geeignet ist und womit Sie sich wohl fühlen. Wenn die Schlafprobleme langanhaltend sind, sprechen Sie mit Ihrer ärztlichen Fachkraft darüber.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt prüft, ob möglicherweise bestimmte Medikamente wie Kortison die Schlafprobleme verursachen. Zusätzlich kann die Ärztin oder der Arzt klären, ob welche Arzneimittel angezeigt sind, um die Schlafqualität zu verbessern. Manche Schlafmittel sollten allerdings nur kurzfristig und unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Das kann beispielweise bei einer außergewöhnlichen und vorübergehenden Überbelastung oder einer akuten Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus der Fall sein.2
Eine dauerhafte Einnahme verschreibungspflichtiger Substanzen wie Benzodiazepinen ist wegen möglicher Abhängigkeiten nicht geeignet. Das medizinische Fachpersonal kann mit Ihnen aber Alternativen wie niedrig dosierte Antidepressiva, Melatonin freisetzende Wirkstoffe oder Allergiemittel besprechen. Diese haben ebenfalls eine schlaffördernde Wirkung. In einigen Fällen führen sie aber auch dazu, dass Betroffene bis in den Tag hinein müde sind.2
Für pflanzliche Substanzen wie Baldrianwurzel und Hopfenzapfen besteht keine Suchtgefahr. Darüber hinaus gibt es einige wissenschaftliche Untersuchungen, die eine schlaffördernde Wirkung nahelegen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin sind diese Daten jedoch unzureichend, um eine offizielle Behandlungsempfehlung für solche Produkte auszusprechen.2
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Referenzen
1. Rheumaliga Schweiz. Podcast: Guter Schlaf – Bei Rheuma besonders wichtig. https://www.rheumaliga.ch/blog/2022/podcast-guter-schlaf-bei-rheuma-besonders-wichtig Abruf: 22.01.2026
2. Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V. Was hilft gegen Schlaflosigkeit? https://www.rheuma-liga.de/aktuelles/detailansicht/was-hilft-gegen-schlaflosigkeit Stand: 19.02.2020. Abruf: 22.01.2026
3. Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V. Schlaf und Rheuma. https://www.rheuma-liga.de/rheuma/alltag-mit-rheuma/schlaf Abruf: 22.01.2026
4. National Rheumatoid Arthritis Society (NRAS). Schlafen. https://nras.org.uk/de/resource/sleep/ Abruf: 22.01.2026
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Titelbild: AdobeStock