Firazyr bei Angioödem
Das hereditäre Angioödem betrifft weltweit ca. 1 von 50.000 Menschen und gehört damit zu den seltenen Erkrankungen. Es treten Flüssigkeitseinlagerungen und Schwellungen im Bereich der Unterhaut auf. Diese Flüssigkeitseinlagerungen sind spontan, die Attacken können mehrere Tage anhalten. Betroffen sind unterschiedliche Körperregionen. Zu den typischen Lokalisationen gehören das Gesicht, Hände, Arme, Beine, Füße oder der Verdauungstrakt. Schwellungen im Bereich des Kehlkopfs sind selten, können aber zum Ersticken führen. Der Wirkstoff Icatibant, ein synthetisch hergestelltes Peptidomimetikum, hemmt die sogenannten Bradykinin-B2-Rezeptoren: An diese bindet sich das Peptid-Neurohormon Bradykinin, das für die Schwellungen bei der Erkrankung hauptverantwortlich ist. Über die Hemmung der Rezeptoren wird die Wirkung von Bradykinin blockiert und die Schwellungen gehen zurück. Das Arzneimittel Firazyr wird in der Behandlung akuter Attacken eines hereditären Angioödems eingesetzt. Es kann bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren mit einem CI-Esterase-Inhibitor-Mangel genutzt werden.