Bromhexin – Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

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Zusammenfassung
Bromhexin ist ein schleimlösendes Medikament, das bei vielen akuten und chronischen Atemwegserkrankungen Anwendung findet. Der Wirkstoff ist gut verträglich und verursacht nur selten Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder Überempfindlichkeitsreaktionen. Das Medikament ist in Form von Tropfen, Saft oder Tabletten rezeptfrei in Apotheken erhältlich.
Was ist Bromhexin?
Das Arzneimittel Bromhexin (oder Bromhexinhydrochlorid) ist ein künstlich hergestellter Abkömmling des natürlichen Stoffs Vasicin aus dem Indischen Lungenkraut. Es ist seit über 60 Jahren zur Behandlung von Erkrankungen der Bronchienund Lunge zugelassen. Das Medikament hilft dabei, zähen Schleim in den Atemwegen zu lösen, damit betroffene Personen diesen besser abhusten können. Dabei kommt Bromhexin sowohl kurzfristig bei akuten Erkältungen als auch langfristig bei Atemwegserkrankungen wie chronischer Bronchitis, Asthma oder COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) zum Einsatz.
Der Wirkstoff fällt in die Arzneistoffklasse der Expektoranzien – sie fördern den Auswurf von Schleim aus den Bronchien. Das erleichterte Abhusten verringert in Folge den Hustenreiz.
Wie wirkt Bromhexin?
Bestimmte Drüsen in den Bronchien produzieren eine flüssig-schleimige Absonderung (Bronchialsekret), mit deren Hilfe der Körper Krankheitserreger und schädliche Fremdstoffe aus der Umwelt abwehren kann. Bei Atemwegsinfekten bilden die Drüsen vermehrt schleimiges Bronchialsekret, um die Ausbreitung der eindringenden Erreger zu verhindern. Erkrankte Personen können diesen zähen Schleim jedoch auch schlechter abhusten, was zu verstärktem Hustenreiz führt.
Hier kann Bromhexin mit zwei Wirkmechanismen die Atemwege unterstützen. Zum einen beeinflusst der Wirkstoff die Produktion der Sekrete in den Drüsen, so dass der Schleim flüssiger wird. Zum anderen aktiviert das Medikament die kleinen Härchen (Flimmerhärchen) auf der Schleimhaut der Bronchien, die dafür zuständig sind, das Bronchialsekret abzutransportieren. Bromhexin lässt diese Härchen besser arbeiten, sodass sie den nun verflüssigten Schleim leichter aus den Atemwegen befördern können.
Wie und bei welchen Beschwerden wird Bromhexin eingesetzt?
Das zentrale Anwendungsgebiet von Bromhexin ist die Therapie von akuten und chronischen Erkrankungen der Atemwege, die häufig mit einer übermäßigen Schleimbildung und einem gestörten Abtransport der Bronchialsekrete einhergehen. Besonders häufig setzen Ärztinnen und Ärzte den Wirkstoff bei erkältungsbedingter Bronchitis ein, aber auch bei chronischen Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma bronchiale oder COPD). Auch bei COVID-19-Erkrankungen zeigen einige Studien, dass sich Bromhexin positiv als Ergänzungsmittel auf die Therapie auswirkt.
Die Darreichungsformen von Bromhexin sind Saft, Tropfen oder Tabletten. Im Regelfall beträgt die Dosis für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren 24–48 Milligramm Bromhexinhydrochlorid pro Tag. Für Kinder unter 14 Jahre passen medizinische Fachkräfte die Dosierung entsprechend an. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist es angeraten, Bromhexin nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt zu verabreichen.
Während der Behandlung mit Bromhexin ist darauf zu achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Bei einer längerfristigen Therapie ist es wichtig, die Leberfunktionswerte zu überwachen. Bromhexin ist nicht verschreibungspflichtig und ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.
Nicht eingenommen werden sollte Bromhexin:
- Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteil des Arzneimittels
- Wenn eine Einschränkung der Nieren- oder Leberfunktion oder Geschwüre im Verdauungstrakt vorliegen
- Während der Schwangerschaft, da es in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes gelangt
- In der Stillzeit, da es in die Muttermilch übergeht
Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Bromhexin auftreten?
Unerwünschte Wirkungen bei der Anwendung von Bromhexin können beispielsweise sein:
- Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall
- Fieber, Schwindel, Kopfschmerzen
- Allergische Reaktionen: Ausschlag oder Juckreiz an Haut und Schleimhaut
In sehr seltenen Fällen kann es zu schweren Hautreaktionen kommen. Im Falle von Anzeichen eines fortschreitenden Hautausschlags oder einer anderen allergischen Reaktion ist es dringend notwendig, die Anwendung von Bromhexin zu unterbrechen und medizinischen Rat einzuholen.
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Gibt es Wechselwirkungen zwischen Bromhexin und anderen Arzneimitteln?
Bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, die den Hustenreiz unterdrücken (Antitussiva, z. B. Codein, Dextromethorphan), kann es aufgrund des eingeschränkten Hustenreflexes zu einem Sekretstau in den Bronchien und dadurch zu Atemnot kommen. Daher ist es ratsam, die gleichzeitige Einnahme von Hustenstillern und Bromhexin mit ärztlichen Fachleuten abzusprechen.
Veröffentlicht am: 25.06.2026
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ATC Code(s)
ATC Codes sind internationale Klassifikationen von Wirkstoffen und Arzneimitteln.
- R05CB02
- Quelle: Gelbe Liste
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Quellen
[1] Mutschler Arzneimittelwirkungen. 11. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart (2020).
[2] Gelbe Liste Pharmindex. Bromhexin. https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Bromhexin_35
[3] Packungsbeilage BisolvonÒ Hustentabletten 8mg. A. Nattermann & Cie. GmbH. https://mein.sanofi.de/produkte/bisolvon/downloads?id=/resources/PIL/0900972f803324ff/data
[4] Packungsbeilage BisolvonÒ Hustensaft 8mg/5ml. A. Nattermann & Cie. GmbH. https://mein.sanofi.de/produkte/bisolvon/downloads?id=/resources/PIL/0900972f80332500/data
[5] PubChem – National Library of Medicine: Compound Summary Bromhexine https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/Bromhexine
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Die österreichisch approbierte Apothekerin Julia Schink ist im Bereich Patient Care bei Shop Apotheke für die Betreuung von Polymedikationspatienten tätig. Die Ratgeber-Texte von Shop Apotheke sieht sie als tolle Möglichkeit um die Arzneimitteltherapiesicherheit unserer Kunden zu steigern.



















