Asphyxie - Ursache, Symptome und Behandlung

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Der Begriff Asphyxie stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Pulslosigkeit“. In der Medizin bezeichnet Asphyxie eine Erstickung, genauer gesagt einen lebensbedrohlichen Zustand, bei dem der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und sich zu viel Kohlendioxid im Blut anreichert. Es handelt sich um einen Notfall, bei dem es das Wichtigste ist, die Atmung schnell wiederherzustellen. Eine Asphyxie kann verschiedene Ursachen haben, etwa eine gelähmte Atemmuskulatur oder blockierte Atemwege.
Wie äußert sich Asphyxie?
Bei Asphyxie wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Als Folge reichert sich zu viel Kohlendioxid im Blut an. Welche Beschwerden auftreten, hängt stark von der Ursache und der Schwere der Asphyxie ab.

Häufig treten als frühes Anzeichen Atemnot und eine ungewöhnlich schnelle oder tiefe Atmung auf. Oft kommt es auch zu Husten und einer heiseren oder kratzigen Stimme. In manchen Fällen fällt das Sprechen oder Schlucken plötzlich schwer oder ist gar nicht mehr möglich. Auffällige Verfärbungen an den Lippen oder Fingern in blau, violett oder grau können ebenfalls ein Warnzeichen sein. Unruhe, Angstgefühle, Panik, ein beschleunigter Puls und starkes Schwitzen weisen zusätzlich darauf hin, dass dem Körper nicht genug Sauerstoff zur Verfügung steht.
Bei fortschreitender Asphyxie treten Benommenheit, Verwirrtheit und Sehstörungen auf. Die Betroffenen können das Bewusstsein verlieren, es kommt zu unkontrollierten Bewegungen oder Krämpfen.
Bleibt dieser Erstickungszustand unbehandelt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Die Atmung kann ganz aussetzen, ebenso der Herzschlag. Schon nach wenigen Minuten ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr drohen dauerhafte Schäden am Gehirn. Erfolgt in einer solchen Situation nicht sofort eine medizinische Behandlung, kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen.
Welche Ursachen können hinter Asphyxie stecken?
Eine Asphyxie kann unterschiedliche Ursachen haben, die sich grob in drei Bereiche einteilen lassen:
- Blockaden der Atmung
- Störungen der Sauerstoffaufnahme in der Lunge
- Herz-Kreislaufversagen
In vielen Fällen ist die Atmung durch mechanische Hindernisse erschwert, etwa durch verschluckte Nahrung, Erbrochenes oder Blut. Bei schweren allergischen Reaktionen (Anaphylaxie) setzt der Körper große Mengen an Entzündungsstoffen frei, wodurch die Atemwege anschwellen und sich verengen. Bei bewusstlosen Personen kann die Zunge die Atemwege blockieren. Äußere Einflüsse wie Würgen oder Ertrinken zählen ebenfalls zu diesen Ursachen.
In anderen Fällen ist der Gasaustausch in der Lunge gestört. Das kann geschehen, wenn die Atemmuskulatur beispielsweise infolge von Unfällen, Nervenerkrankungen oder Vergiftungen gelähmt ist. Überdosierungen mit Medikamenten wie Opioide können den natürlichen Atemantrieb gefährlich herabsetzen. Auch schwere Lungenerkrankungen wie eine Lungenentzündung, ein Lungenödem oder ein schwerer Asthma-Anfall schränken den Gasaustausch stark ein.
Schließlich kann ein Versagen des Kreislaufs, etwa bei einem Herzstillstand, zur Asphyxie führen. Zusätzlich gibt es Gifte wie Kohlenmonoxid (CO) oder Zyanid, die den Sauerstofftransport oder dessen Nutzung im Körper blockieren.
Wann ärztlichen Rat einholen bei Asphyxie?
Bei einer Asphyxie handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation. Bereits wenige Minuten ohne ausreichende Sauerstoffversorgung können zu dauerhaften Hirnschäden oder weiteren schwerwiegenden Folgen führen. Deshalb gilt es, bereits beim Verdacht auf Asphyxie sofort den Notruf 112 zu wählen und Erste Hilfe zu leisten, bis professionelle Hilfe eintrifft.
Wie sehen die Diagnostik und Therapie bei Asphyxie aus?
Bei einer Asphyxie ist schnelle Hilfe entscheidend, denn der Körper bekommt nicht genug Sauerstoff, was lebensbedrohliche Folgen haben kann.
Um die Ursache zu erkennen, beobachtet das medizinische Fachpersonal zunächst Atmung, Hautfarbe, Bewusstsein und Kreislauf der betroffenen Person. Mit einem kleinen Messgerät am Finger lässt sich prüfen, wie viel Sauerstoff im Blut ist. In schwereren Fällen hilft eine Blutuntersuchung, um genauer beurteilen zu können, wie stark der Sauerstoffmangel ist und ob sich bereits eine Übersäuerung gebildet hat.
Wenn der Verdacht besteht, dass etwas in den Atemwegen festsitzt und das Atmen erschwert, lassen sich bildgebende Verfahren wie eine Röntgenaufnahme nutzen, um festzustellen, wo genau das Hindernis liegt. In manchen Fällen kommt auch eine spezielle Kamera zum Einsatz, die über einen dünnen Schlauch in die Atemwege (Bronchoskop) eingeführt wird, um den Fremdkörper sichtbar zu machen und gegebenenfalls direkt zu entfernen.
Die Behandlung richtet sich nach dem Grund, durch den es zur Einschränkung des Gasaustauschs kam.
Bei einem Notfall wie der Asphyxie ist das wichtigste Ziel, die Atmung schnell wiederherzustellen. Dazu gehört, die Atemwege zu befreien, Sauerstoff zu verabreichen oder mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen, falls dies notwendig ist. Ist ein Fremdkörper die vermutete Ursache und steht kein Bronchoskop zur Verfügung, kann durch gezielte Druckstöße im Bauchraum versucht werden, die Blockade zu lösen.
Bei allergischen Reaktionen oder Vergiftungen als Ursache der Asphyxie kommen spezielle Gegenmittel zum Einsatz. So kann eine Adrenalingabe bei einer allergischen Reaktion und der Wirkstoff Naloxon bei einer Opioid-Vergiftung helfen. Erkrankungen wie Asthma oder eine Lungenentzündung erfordern eine spezifische Behandlung. In schweren Fällen kann es notwendig sein, die betroffene Person auf der Intensivstation zu behandeln, um die Atmung zu unterstützen und den Kreislauf zu stabilisieren.
Was können Sie selbst bei Asphyxie tun?
Sobald es zu Erstickungserscheinungen kommt, sind Betroffene meist nicht mehr in der Lage, sich selbst zu helfen. Da es sich bei einer Asphyxie in der Regel um einen medizinischen Notfall handelt, sind Betroffene auf Hilfe von außen angewiesen – beispielsweise auf Personen, die Wiederbelebungsmaßnahmen vornehmen. Umso wichtiger ist es, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen und einer Asphyxie rechtzeitig vorzubeugen. Mit einigen einfachen und wirkungsvollen Maßnahmen senken Sie das Risiko deutlich ab.
- Kauen Sie Nahrung in Ruhe und gründlich, und sprechen Sie erst, wenn Sie vollständig geschluckt haben, um zu verhindern, dass Nahrung in die Atemwege gelangt und eine Erstickungsgefahr entsteht. Beaufsichtigen Sie Ihre Kinder beim Essen und achten Sie darauf, dass diese nach Möglichkeit nur kleine Bissen nehmen und beim Kauen ebenfalls nicht sprechen.
- Wenn Sie von einer Nahrungsmittelallergie betroffen sind, sollten Sie stets ein Notfallmedikament (zum Beispiel eine Adrenalin-Fertigspritze) mitführen und die Zutatenlisten von Fertigprodukten sorgfältig prüfen.
- Führen Sie bei einer Asthmaerkrankung stets einen Inhalator mit sich, um plötzliche Atemnot schnell und wirksam behandeln zu können.
- Bringen Sie in Ihrem Zuhause Rauch- und Kohlenmonoxidmelder an und lassen Sie Heizgeräte, die mit Brennstoffen betrieben werden, regelmäßig von qualifiziertem Fachpersonal warten, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.
- Gehen Sie nur in Begleitung zum Schwimmen ins Wasser, und nutzen Sie bei Unsicherheit eine Schwimmhilfe, um sich besser zu schützen.
- Alarmieren Sie sofort den Notruf und leisten Erste Hilfe, sobald Sie bemerken, dass jemand in Ihrer Nähe nicht mehr atmen kann.
Veröffentlicht am: 24.02.2026
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Quellen
[1] Pschyrembel. Online. Asphyxie. https://www.pschyrembel.de/Asphyxie/K031V
[2] Cleveland Clinic. Asphyxiation. https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/24725-asphyxiation
[3] AMBOSS. Perinatale Asphyxie und hypoxisch-ischämische Enzephalopathie. https://next.amboss.com/de/article/h40cQT
[4] Deximed Hausarztwissen online. Fremdkörper in den Atemwegen. https://deximed.de/fremdkoerper-in-den-atemwegen
[5] Helmholtz Zentrum München. Wie wird eine Nahrungsmittelallergie behandelt?. https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/nahrungsmittelallergie/behandlung
[6] Medscape. Asphyxial Death Pathology. https://emedicine.medscape.com/article/1988699-overview
[7] Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Naloxon – Drogenlexikon. https://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-n/naloxon/
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