Da dem deutschen Arzt Wilhelm Schüßler vor 120 Jahren die Vielfalt der homöopathischen Heilmitteln zu unübersichtlich war, entwickelte er ein eigenes Behandlungssystem, welches
mit 12 Mineralsalzen bestimmte Organfunktionen beeinflussen soll. Wir haben uns mal genauer in der Welt der Schüßler Salze umgeschaut und Ihnen hier einen kleinen Überblick verschafft.

Mineralsalze gleich Funktionsmittel?

Weil jedes einzelne Mittel bestimmte Organfunktionen beeinflussen soll, bezeichnete Dr. Wilhelm Schüßler die Mineralsalze als Funktionsmittel. Nach seiner Vorstellung können die Funktionsmittel eine Vielzahl an Störungen im Körper beseitigen. Das Grundprinzip von Dr. Schüßler lautet: „Jedes biochemische Mittel muss so verdünnt sein, dass die Funktion gesunder Zellen nicht gestört, vorhandene Funktionsstörungen aber ausgeglichen werden können.“ Daher wandte Schüßler das von Samuel Hahnemann entwickelte Prinzip der Potenzierung an. Darunter versteht man die Verdünnung des Ausgangsstoffes mit einem Trägerstoff. Schüßler-Salze werden üblicherweise in den Potenzen D3 bis D12 eingesetzt, wobei D3 bedeutet, dass der Ausgangsstoff dreimal im Verhältnis 1:10 mit Milchzucker verrieben wird und so eine Verdünnung von 1:1000 entsteht.

Dr. Schüßler war der Ansicht, dass ein Mineralstoffmangel nicht entsteht, weil Menschen zu wenig von diesen Stoffen über das Essen aufnehmen, sondern weil die Zellen nicht in der Lage sind die Mineralien aufzunehmen. Über den Reiz der potenzierten Mineralstoffe kann der Körper wieder lernen, für sich selbst zu sorgen. Mineralsalze in unverdünnter Form dagegen, würden gar nicht dort ankommen wo sie benötigt werden, sondern einfach wieder ausgeschieden. Nach Schüßlers Theorie müssen die Funktionsmittel also so verdünnt sein, dass sie durch Schleimhäute im Mundraum in das Blut eindringen können.

Jedes der 12 Salze erfüllt bestimmte Funktionen im Körper, wirkt unterstützend auf bestimmte Prozesse und kann zur Stärkung und Heilung des Körpers beitragen. Schüßler Salze sollen die körpereigene Regulationsfähigkeit wieder anregen und so das Gleichgewicht des Mineralhaushaltes wieder herstellen.

Die 12 Schüßler Salze

  • Nummer 1 Calcium fluoratum: Das Salz des Bindegewebes, der Gelenke und der Haut. Calcium fluoratum ist wichtig für das Stütz- und Bindegewebe. Es verleiht dem Bindegewebe Festigkeit
  • Nummer 2  Calcium phosphoricum: Das Salz der Knochen und Zähne. Calcium phosphoricum wird auch als das Knochensalz unter den Dr. Schüßler Salzen bezeichnet
  • Nummer 3  Ferrum phosphoricum: Eisenphosphat – das Salz des Immunsystems. Ferrum sorgt für die gute Sauerstoffaufnahme im Körper
  • Nummer 4  Kalium chloratum: Kaliumchlorid – das Salz der Schleimhäute. Kalium chloratum wirkt schützend und ausgleichend in den Schleimhäuten
  • Nummer 5 Kalium phosphoricum: Kaliumphosphat – das Salz der Nerven und Psyche. Kalium phosphoricum gilt als Nährstoff für die Nerven
  • Nummer 6  Kalium sulfuricum: Kaliumsulfat – das Salz der Entschlackung. Kalium sulfuricum befreit von überflüssigem Ballast – es hilft dem Körper beim Aufräumen und beseitigt Schlackenstoffe
  • Nummer 7 Magnesium phosphoricum: Magnesiumphosphat – das Salz der Muskeln und Nerven. Magnesium phosphoricum ist an der Muskelaktivität beteiligt
  • Nummer 8 Natrium chloratum: Natriumchlorid – das Salz des Flüssigkeitshaushalts. Natrium reguliert den Wasserhaushalt im Körper
  • Nummer 9  Natrium phosphoricum: Natriumphosphat – das Salz des Stoffwechsels. Natrium phosphoricum dient der Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Körper und regt den Stoffwechsel an
  • Nummer 10 Natrium sulfuricum: Natriumsulfat – das Salz der inneren Reinigung. Natrium sulfuricum wird auch als das Ausleitungsmittel unter den Mineralsalzen bezeichnet
  • Nummer 11 Silicea: Kieselsäure – das Salz der Haare, der Haut und des Bindegewebes. Silicea wird auch als das Mineralsalz für die Schönheit bezeichnet
  • Nummer 12  Calcium sulfuricum: Kalziumsulfat – das Salz der Gelenke. Auch die Bildung von Binde- und Stützgewebe wird von Calcium sulfuricum beeinflusst

Die einzelnen Salze finden Sie hier.

Wirkung und Kritik

Schüßler Salze sollen also Mineralstoff-Defizite innerhalb der Zellen ausgleichen, sind jedoch nicht bei einem Mineralstoffmangel außerhalb der Zelle geeignet. Hier benötigt man „grobstoffliche“ Präparate wie z. B. Nahrungsergänzungsmittel. Grundsätzlich gilt: Das Konzept der Schüßler Salze ist nicht wissenschaftlich begründet. Auch die Wirksamkeit der Behandlungen sind nicht durch unabhängige wissenschaftliche Studien belegt. Trotzdem sind Schüßler Salze als sanfte Methode sehr beliebt und es gibt unzählige Patienten, die von einer positiven Wirkung und der Steigerung des Wohlbefindens berichten.