Behandlung der chronischen Sinusitis bei Asthma

Behandlung der chronischen Sinusitis bei Asthma

Wenn bei Asthmapatienten Symptome wie Gesichts- und Kopfschmerzen, Geruchsstörungen oder eine behinderte Nasenatmung auftreten, kann dies eine chronische Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) sein. Wir erklären, warum eine Sinusitis häufig bei Asthmapatienten auftritt und welche medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapieverfahren hier Linderung verschaffen können.

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im knöchernen Schädel, welche unsere Nasenhöhle umgeben. Sie sind durch enge Öffnungen (Ostien) mit der Nasenhöhle verbunden und mit einer speziellen Schleimhaut ausgekleidet. Zur Selbstreinigung produziert die Schleimhaut ein Sekret, das Erreger und Schadstoffe umhüllt und durch feine, bewegliche Härchen in Richtung Rachen befördert (Mukoziliäre Clearance). Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung entsteht meist in Folge einer Nasenschleimhautentzündung, beispielsweise infolge einer Virusinfektion. Aber auch Allergien oder Verengungen der oberen Atemwege, z.B. durch Nasenpolypen, können zu einer Nasennebenhöhlenentzündung führen. Asthmapatienten sind besonders häufig von einer chronischen Nebenhöhlenentzündungen mit Nasenpolypen betroffen.1

Typische Symptome durch die infolge der Entzündung geschwollenen Schleimhäute sind Gesichts- und Kopfschmerzen, Geruchsstörungen oder eine behinderte Nasenatmung. Zur Linderung können daher abschwellende Mittel hilfreich sein.

Bei Asthma sind Nasenpolypen und Entzündungen der Nebenhöhlen nicht selten

Kortisonhaltige Nasensprays werden häufig von Ärzten zur Behandlung einer chronischen Nebenhöhlenentzündung verschrieben und gelten als Erstlinientherapie. Kortison kann eine Abschwellung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen bewirken, indem es die Entzündung lokal eindämmt, und zudem auch zu einer Verkleinerung von Nasenpolypen führen.2 Um die volle Wirkung von Kortisonsprays zu erzielen, müssen diese allerdings regelmäßig angewendet werden.

Kortisonhaltige Nasensprays können eine Verbesserung folgender Beschwerden erreichen:

  • Verbesserte Nasenatmung
  • Weniger Absonderung von schleimigem Nasensekret (Rhinorrhoe) 
  • Verringerung der Riechstörung
  • Reduktion von Kopf-/Gesichtsschmerz 

Kortisonhaltige Medikamente können, insbesondere bei Anwendung über einen längeren Zeitraum, jedoch auch Nebenwirkungen haben. Viele Menschen haben deshalb Bedenken, diese Medikamente anzuwenden. Bei der Verabreichung in Form eines Nasensprays wird Kortison allerdings nur lokal angewendet, die Nebenwirkungen fallen deshalb deutlich geringer aus als bei einer systemischen Anwendung (beispielsweise als Tablette).1

Kortikoide wirken entzündungshemmend und unterstützen das Abschwellen der Schleimhäute

Neben Kortikoid-haltigen Mitteln gibt es auch weitere abschwellende Nasensprays, deren Wirkung jedoch meist durch eine Gefäßverengung, ohne Einfluss auf die eigentliche Entzündungsprozesse, zustande kommt. Dies führt zu einer vorübergehenden Abschwellung der Nasenschleimhaut. Laut einiger Studien kann dies eine kurzfristige Verminderung von Schmerzen sowie eine freiere Nasenatmung bewirken. Allerdings besteht beim Einsatz von abschwellenden Nasensprays die Gefahr, dass die Nasenschleimhaut nach wenigen Stunden wieder anschwillt und eine chronische Schwellung der Nasenschleimhäute entsteht. Aktuelle Leitlinien empfehlen deshalb die Beschränkung der Nutzungsdauer solcher Nasensprays auf längstens 7 Tage. Zur Therapie der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sind die Sprays folglich nicht geeignet.1

Ausschließlich abschwellende Mittel lindern nur kurzfristig

Bei schwereren Verläufen können auch Biologika zum Einsatz kommen. Biologika sind zielgerichtet entzündungshemmende Wirkstoffe, welche zur Behandlung schweren allergischen Asthmas zugelassen sind. Sie ergänzen eine Standard-Asthmatherapie und müssen vom Arzt verschieben werden. Biologika hemmen entzündungsfördernde Botenstoffe und können so die Entzündung in den Schleimhäuten verringern. Dadurch erreichen diese Medikamente eine Besserung der Symptome der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung und häufig auch eine Verkleinerung der Nasenpolypen. Eine aktuelle Übersichtsanalyse über die Forschung der vergangenen Jahre zeigte, dass sich die Behandlung dementsprechend meist positiv auf die Lebensqualität der Patienten auswirkt.3

Biologika können bei schwerer chronischer Sinusitis eingesetzt werden

Zusätzlich zu Medikamenten kann man auch mit Salzlösungen die Schwellung der Schleimhaut abmildern und das Sekret lösen. Salzlösungen können als Nasentropfen oder Nasenspray verabreicht werden, aber auch die Nasennebenhöhlen mithilfe spezieller Nasenduschen spülen.

Inzwischen wurden manche Mechanismen, mittels derer Salzwasserspülungen Symptome der chronischen Sinusitis bessern können, recht gut verstanden:

  • Verbesserung der natürlichen Reinigungsfunktion der Nasenschleimhaut („Mukoziliäre Clearance“)
  • Verengung von Gefäßen
  • Abschwellen der Schleimhaut

Die Wirksamkeit von Salzlösungen wurde in verschiedenen Studien bestätigt, sie ist daher eine der Standardtherapien bei chronischer Sinusitis.2

Nasendusche mit Salzlösungen oder Salzwasser

Bei Asthma kann demnach eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung zusätzlich belasten, meist einhergehend mit Nasenpolypen. Druck und Schmerz, erschwerte Atmung und gestörter Geruchssinn sind typische Symptome, die häufig stark einschränken und einer Behandlung bedürfen – und für die eine Reihe von lindernden Behandlungsansätzen zur Verfügung stehen.

Referenzen

1. Stuck BA, Beule A, Jobst D, Klimek L, Laudien M, Lell M, Vogl TJ, Popert U. Leitlinie „Rhinosinusitis“ – Langfassung : S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V [Guideline for “rhinosinusitis”-long version : S2k guideline of the German College of General Practitioners and Family Physicians and the German Society for Oto-Rhino-Laryngology, Head and Neck Surgery]. HNO. 2018 Jan;66(1):38-74. German. doi: 10.1007/s00106-017-0401-5. Erratum in: HNO. 2019 Jun 7;: PMID: 28861645. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28861645/

2. Chong LY, Piromchai P, Sharp S, Snidvongs K, Webster KE, Philpott C, Hopkins C, Burton MJ. Biologics for chronic rhinosinusitis. Cochrane Database Syst Rev. 2021 Mar 12;3(3):CD013513. doi: 10.1002/14651858.CD013513.pub3. PMID: 33710614; PMCID: PMC8094915. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33710614/

3. Wei CC, Adappa ND, Cohen NA. Use of topical nasal therapies in the management of chronic rhinosinusitis. Laryngoscope. 2013 Oct;123(10):2347-59. doi: 10.1002/lary.24066. Epub 2013 Apr 1. PMID: 23553558.

Kommentare