Übergewicht und Asthma-Symptome


Übergewicht und Asthma gehen oft Hand in Hand. Das Tückische dabei: Asthma entwickelt sich nicht plötzlich, sondern schleichend und verursacht bei vielen Menschen mit Übergewicht besonders bei körperlicher Belastung häufig Kurzatmigkeit. Diese sogenannte Dyspnoe ist bei Menschen mit Asthma und Übergewicht häufig und kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Nehmen Menschen mit bereits bestehendem Asthma jedoch an Gewicht zu, kann es sein, dass sich die Symptome weniger gut medikamentös kontrollieren lassen. Daher gehen Forschende davon aus, dass eine Gewichtszunahme zu einer Verschlechterung dieser Atemwegserkrankung führt.1
Weil sich besonders ein hoher Körperfettanteil negativ auf Asthmasymptome auswirken kann, gibt der Taillenumfang einen wichtigen Hinweis darauf, ob zu viel Fett im Körper vorhanden ist und ob es sich eher um Unterhautfettgewebe (Depotfett) oder um stoffwechselaktives und entzündungsförderndes Bauchfett handelt.2
Liegt der Taillenumfang bei Frauen über 80 und bei Männern über 94 Zentimeter, ist das Körperfett im Bauch erhöht. Eine Gewichtsreduktion ist dann nicht nur im Hinblick auf die Entwicklung oder die Symptomkontrolle von Asthma, sondern auch auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinnvoll.2,3
Auf der einen Seite können sich Asthmasymptome durch ein hohes Körpergewicht dauerhaft verschlechtern und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Auf der anderen Seite kann vor allem ein hoher Bauchfettanteil dazu führen, dass sich Asthma, das sich anfangs meist durch Kurzatmigkeit äußert, erst entwickelt.3 Forschende fanden heraus, dass Menschen mit Übergewicht ein 1,5 bis 1,9-fach höheres Risiko haben, an Asthma zu erkranken als Menschen mit Normalgewicht. Besonders folgende Punkte spielen bei Asthma und Übergewicht eine wichtige Rolle:
Die Lunge wird in Ihrer Elastizität durch Fetteinlagerungen im Bauch- und Brustraum beeinträchtigt. Darüber hinaus erfordern das Heben und Senken des Brustkorbs durch dieses Körperfett mehr Energie und diese Bewegungen sind anstrengend. Viele Menschen mit Übergewicht verspüren diesen Effekt vor allem im Liegen. Die Folge: Die Lunge nimmt weniger Luft und damit Sauerstoff auf und die Atmung wird automatisch schneller.
Das Herz ist nicht selten durch das Übergewicht geschwächt. Vor allem die Fettleibigkeit kann eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder die koronare Herzkrankheit begünstigen. Dadurch ist das Herz nicht mehr leistungsfähig und pumpt das Blut weniger effektiv durch den Körper. Die Sauerstoffversorgung nimmt ab. Bereits kleine körperliche Aktivitäten werden zur Belastungsprobe und die Atmung beschleunigt sich.4
Die stetige Belastung der Lunge ist eines der Hauptprobleme von Menschen mit Asthma, die auch übergewichtig sind. Dadurch kann es zu einer chronischen Entzündung der Atemwege kommen. Dabei sind es besonders die Bronchien, welche die Luft aus der Luftröhre zu den Lungenbläschen transportieren und sich entzünden können. Mögliche Folgen:5,6
pfeifende Atemgeräusche
Engegefühl in der Brust
Hustenanfälle
akute Atemnot
Forschende sind sich einig, dass eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Fettleibigkeit die Asthma-Symptome verbessern kann.7 Darüber hinaus gewinnen Menschen mit Asthma, die ihr Übergewicht reduzieren, deutlich an Lebensqualität.
Durch eine Gewichtsabnahme
lässt sich die Lungenfunktion erhöhen,
lässt sich die Asthmakontrolle verbessern,
lässt sich der Medikamentenverbrauch senken und
lassen sich Asthmasymptome verringern.2
Bestenfalls wird eine Gewichtsabnahme durch erfahrene Ernährungsfachkräfte oder Ernährungsmedizinerinnen und -mediziner angeleitet. So ist gewährleistet, dass trotz einer geringeren Energiezufuhr wichtige Nährstoffe in ausreichender Menge aufgenommen werden. Dazu gehören unter anderem:
Vitamin C und E sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Beta-Carotin und Flavonoide aus Gemüse und Obst8,9,10
Magnesium aus Kernen und Samen wie Mandeln oder Sonnenblumenkernen11
Selen aus magerem Fleisch sowie Eiern12
Omega-3-Fettsäuren aus fettem Meeresfisch wie Lachs oder Makrele oder pflanzlichen Quellen wie Raps, Lein- oder Walnussöl13.
Weitere Tipps für eine gesunde Ernährung bei Asthma finden Sie in diesem Artikel.
Um die hohe Qualität unserer Inhalte sicher zu stellen, wurde dieser Text von unserem Team aus Apothekerinnen und Apothekern geprüft. Die bereitgestellten Inhalte dienen lediglich der Information und ersetzen keine medizinische Beratung oder Behandlung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Die Texte sind nicht zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten gedacht.
Referenzen
Tay TR et al. Comorbidities in difficult asthma are independent risk factors for frequent exacerbations, poor control and diminished quality of life. Respirology. 2016 Nov;21(8):1384-1390.
Allergy & Asthma Network (AAN). Abnehmen mit Asthma. https://allergyasthmanetwork.org/news/losing-weight-with-asthma/#:~:text=Whether%20you%20have%20had%20asthma,making%20it%20harder%20to%20breathe Abgerufen: 30.09.2024
Verbraucherzentrale NRW e.V. Body-Mass-Index: Was kann er und was nicht? https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/schlankheitsmittel-und-diaeten/bodymassindex-was-kann-er-und-was-nicht-10441 Abgerufen: 16.09.2024
Oviva AG. Kurzatmigkeit bei Übergewicht: Was können Sie tun? https://oviva.com/ch/de/kurzatmigkeit-uebergewicht/#ab-wann-hat-man-uebergewicht Abgerufen: 16.09.2024
Helmholtz Zentrum München. Wie hängen Übergewicht und Asthma zusammen? https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/artikel/wie-haengen-uebergewicht-und-asthma-zusammen#:~:text=%C3%9Cbergewichtige%20Menschen%20entwickeln%20h%C3%A4ufig%20eine,sind%20allerdings%20noch%20weitgehend%20unbekannt Abgerufen: 16.09.2024
Deutsches Gesundheitsportal DGP: Gewichtsmanagementprogramm verbessert Asthma-Symptome bei Menschen mit Adipositas. https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2023/10/11/gewichtsmanagementprogramm-verbessert-asthma-symptome-bei-menschen-mit-adipositas-2/#:~:text=Fr%C3%BChere%20Studien%20deuten%20darauf%20hin,Patienten%20am%20besten%20geeignet%20ist Abgerufen: 16.09.2024
S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. zur fachärztlichen Diagnostik und Therapie von Asthma 2023. AWMF-Registernr.: 020-009. https://register.awmf.org/assets/guidelines/020-009l_S2k_Fachaerztliche-Diagnostik-Therapie-von-Asthma_2023-03.pdf Veröffentlicht: 06.03.2023, Abgerufen: 16.09.2024
Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Referenzwert Vitamin E. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-e/ Abgerufen: 16.09.2024
Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin C. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-c/ Abgerufen: 16.09.2024
Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkung auf die Gesundheit. https://www.dge.de/wissenschaft/fachinformationen/sekundaere-pflanzenstoffe-und-die-gesundheit/ Abgerufen: 16.09.2024
Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-magnesium/#c3589 Abgerufen: 16.09.2024
Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Selen. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/selen/#c2940 Abgerufen: 16.09.2024
Verbraucherservice Bayern. Omega-3-Fettsäuren unter der Lupe. https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/omega-3-fettsaeuren-unter-der-lupe-3374 Abgerufen: 16.09.2024
Bildnachweise
Titelbild: AdobeStock