E-Zigaretten und Vapes


Sie ist in vieler Munde: Die elektronische Zigarette oder Vaporizer bzw. Vapes (Verdampfer) gilt als Alternative zur klassischen Zigarette. Doch obwohl sie keinen Tabak verbrennt, kann auch sie die Atemwege belasten. Nach derzeitigem Wissen enthält der Dampf von E-Zigaretten zwar weniger Schadstoffe als Tabakrauch, aber ist sie dadurch wirklich harmloser?
Erdbeere, Vanille, Kirsche, Schokolade, Minze: Je nach Geschmack und Vorlieben duftet der Dampf in unzähligen Varianten. Die E-Zigarette verbreitet also eher angenehme Gerüche. Vor allem nervt sie nicht mit dem lästigen Qualm des klassischen Glimmstängels. Spricht das nicht für die „Vapes“ als gesündere Alternative oder gar als moderates Mittel zur Rauchentwöhnung?
Sieht fast aus wie eine Zigarette, ist aber keine: Die Geräte bestehen aus einem Mundstück, einem elektronischen Verdampfer, einem Tank mit der Flüssigkeit (Liquid) und einer Batterie oder einem Akku. Durch Saugen am Mundstück startet der Mechanismus, erhitzt das Liquid und verdampft es.1,2
E-Zigaretten enthalten zwar keinen Tabak, der schädliche Stoffe freisetzt. Doch auch ihr Dampf enthält Giftstoffe. Wie viele und wie tief diese in die Lunge eindringen, hängt ab von:3
der Leistung des Geräts
der Nikotinkonzentration
der Gesamtmenge der täglichen Liquid-Füllmenge
der Wahl der Aromen
Hauptbestandteile des Liquids sind Propylenglykol und Glyczerin. Sie dienen als Verneblungsmittel und Träger für weitere Inhaltsstoffe. Neben Nikotin sind das verschiedene Duft- und Aromastoffe, zum Beispiel Ethylacetat, Zimtaldehyd, Vanilleextrakt oder Apfelsäure.4
Wie bei der klassischen Zigarette inhaliert man auch bei der E-Zigarette ein Aerosol. Darin ist ein Gemisch aus ultrafeinen flüssigen und festen Schwebeteilchen und Gasen enthalten. Diese gelangen über die Lunge in den Körper.4,5 Doch ist dieser Dampf nun gesünder als der Zigaretten-Qualm?
Nein, denn auch E-Zigaretten können schädigen, da sie die Atemwege belasten: Schon kurzfristig können sie Entzündungen der Bronchien verursachen. Langfristig hat das der Flüssigkeit zugesetzte Nikotin auch Auswirkungen auf die Lunge. Mögliche Folgen des Konsums können sein:2,6
rauchertypischer Husten
chronische Bronchitis
Asthma
Lungenemphysem
COPD
Nicht nur das: Durch den Konsum von E-Zigaretten stieg jüngeren Studien zufolge das Risiko für Herzinfarkte, koronare Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Gefäßverschlüsse.2
Nach dem bisherigen Wissenstand enthält die gedampfte im Vergleich zur herkömmlichen Zigarette deutlich weniger gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe. Der Konsum von E-Inhalationsprodukten ist wahrscheinlich etwas weniger schädlich, da die Liquids nicht verbrannt, sondern erhitzt werden.1,5
Dennoch können von E-Zigaretten, wie beschrieben, verschiedene Gesundheitsgefahren ausgehen.5 Das reicht der medizinischen Fachwelt, um sich eher kritisch zu äußern, obwohl Langzeitstudien noch fehlen. „E-Zigaretten werden oft als harmlose Alternative vermarktet. Sie sind aber gesundheitsschädlich“, sagt Professor Wolfram Windisch, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). „Wer entzündungsfördernde, toxische Substanzen sowie Aromen durch die E-Zigarette inhaliert, riskiert einen fortlaufenden Schaden an den Bronchien und am Lungengewebe.“
Oft nutzen Raucherinnen und Raucher die E-Zigarette, um weniger zu rauchen oder es sich ganz abzugewöhnen. Die Wirksamkeit und Sicherheit in der Tabakentwöhnung sind aber nicht eindeutig wissenschaftlich erwiesen.1
Und: Viele Aufhörwillige können das Laster dennoch nicht lassen. Rauchen macht eben süchtig. Wer Personen beobachtet, die an ihrem Vaporizer ziehen, erkennt dieselben Verhaltensmuster wie bei Zigarettenabhängigen. Im schlimmsten Fall werden herkömmliche Zigaretten und der Vaporizer parallel genutzt.7
Die Experten der DGP sind sich einig: „Vor allem ausstiegswillige Raucherinnen und Raucher mit der chronischen Lungenerkrankung COPD, mit Asthma oder anderen Lungenerkrankungen sollten nicht auf E-Zigaretten umsteigen.“
Besser ist, sich in einem angeleiteten Programm zum Rauchstopp anzumelden. Fragen Sie am besten bei Ihrer Krankenkasse nach einem anerkannten Raucherentwöhnungsprogramm. In der Regel werden die Kosten für diese Programme von der Krankenkasse übernommen. Weitere Informationen zur Raucherentwöhnung finden Sie auch in diesem Ratgeber der Shop Apotheke.
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Quelle
DKFZ Deutsches Krebsforschungszentrum: DKFZ Lexikon Elektronische Zigaretten (E-Zigaretten). https://www.dkfz.de/de/krebspraevention/Lexikon/E/Elektronische-Zigaretten.html Stand: Abgerufen: 14.03.2023
NetDoktor: E-Zigaretten. https://www.netdoktor.de/rauchen/e-zigaretten/ Veröffentlicht: 05.09.2022, Abgerufen: 14.03.2023
WDR Online-Angebot: Quarks – Wissenschaft: Wie gefährlich ist die E-Zigarette. https://www.quarks.de/gesundheit/wie-gefaehrlich-ist-die-e-zigarette/ Stand: 05.11.2021, Abgerufen: 14.03.2023
DKFZ Deutsches Krebsforschungszentrum: E-Zigaretten und Tabakerhitzer – ein Überblick. https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/sonstVeroeffentlichungen/E-Zigaretten-und-Tabakerhitzer-Ueberblick_Oktober_2020.pdf Broschüre von 10/2020, Abgerufen: 14.03.2023
AOK Gesundheitsmagazin: E-Zigaretten – wie schädlich sind sie wirklich? https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/sucht/e-zigaretten-wie-schaedlich-sind-sie-wirklich/ Stand: 06.08.2019, Abgerufen: 14.03.2023
Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): Empfehlungen zum Umgang mit der elektronischen Zigarette (E-Zigarette). https://www.pneumologie.de/storage/app/media/uploaded-files/20220407_PP_E-Zigarette_DGP.pdf Stand: 07.04.2022, Abgerufen: 14.03.2023
BARMER Internetredaktion: Faktencheck E-Zigaretten. Ist dampfen gesünder als qualmen? https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/psyche/sucht/fakten-e-zigarette-1058298# Stand: 2023, Abgerufen: 14.03.2023
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