Ursachen und Risikofaktoren von COPD

Ursachen und Risikofaktoren von COPD

In den meisten Fällen wird eine COPD (chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung) durch Rauchen ausgelöst. Aber auch Passivrauchen oder verschiedene Arten von Luftverschmutzung am Arbeitsplatz oder in der Umwelt können zur Entwicklung einer COPD beitragen. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle, so dass auch Menschen eine COPD entwickeln, die nie geraucht haben oder einer Luftverschmutzung ausgesetzt waren. In diesem Text besprechen wir die drei wichtigsten Ursachen und Risikofaktoren für COPD.

Rauchen

80 bis 90 Prozent aller an COPD erkrankten Menschen sind Raucher oder haben in der Vergangenheit geraucht. Zwar entwickeln nur 15 bis 20 Prozent aller Raucher eine COPD, trotzdem ist Rauchen der mit Abstand größte Risikofaktor für die Entstehung einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung. Im Volksmund nennt man die Erkrankung auch „Raucherlunge“ und ihr Hauptsymptom „Raucherhusten“. Der Einfluss des Rauchens auf das Krankheitsrisiko hängt von der Zahl der gerauchten Zigaretten, dem aktuellen Raucherstatus und der Anzahl der sogenannten „pack years“ (Packungsjahre) ab. (Packungsjahre ist die Anzahl der gerauchten Packungen pro Tag mal die Anzahl der Jahre als Raucher.)

Wir gehen in einem eigenen Text auf das Thema COPD und Rauchen ein.

Umweltfaktoren

COPD tritt auch bei Personen auf, die jahrelang an Wohnort oder Arbeitsstelle schädlichen Luftverunreinigungen ausgesetzt waren. Dazu gehören bestimmte Chemikalien, Feinstaub oder Gase (Ozon, NOx) oder auch das (vor allem in der Dritten Welt)  So zeigt die europaweite APHEA-Studie (Air Pollution and Health: a European Approach) 1998, dass die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen COPD vom Grad der akuten Luftverschmutzung mit Ozon und Feinstaub abhängt. (1)

Auch jahrelanges Passivrauchen gilt als Risikofaktor; Partner oder Kinder von Rauchern sind besonderes gefährdet. (2)

COPD-gefährdete Berufsgruppen

Menschen, die durch ihren Beruf verstärkt Gasen, Staub oder Dämpfen ausgesetzt sind, entwickeln überproportional häufig eine COPD. Dazu gehören zum Beispiel Beschäftigte im Bergbau und in anderen Berufen mit hoher Staubbelastung (Bäcker, Müller, Landwirte), Menschen, die schweißen, mit Mineralfasern umgehen oder chemischen Dämpfen ausgesetzt sind.,

Wir gehen in einem eigenen Text auf das Thema Luftverschmutzung und COPD ein.

Genetische Faktoren

Auch Menschen, der nie geraucht haben oder nie über einen längeren Zeitraum einer ungewöhnlich hohen Luftverschmutzung ausgesetzt waren, können eine COPD entwickeln. Es gibt auch genetische Faktoren, die das individuelle COPD- Erkrankungsrisiko mitbestimmen. Bekannt ist ein Gendefekt, der zu einem Mangel an Alpha-1-Antitrypsin (AAT) führt. Dieses Protein (Eiweiß) wird in der Leber produziert und ins Blut abgegeben. Es hemmt die Aktivität verschiedener eiweißverdauender Enzyme, zum Beispiel des Trypsins (daher der Name Anti-Trypsin).

Das genetisch veränderte AAT verbleibt in der Leber und führt dort zu einer Leberschädigung und kann sogar langfristig zu einer Leberzirrhose bei den betroffenen Personen führen. Dadurch  ist zu wenig AAT im Blut vorhanden, und das AAT kann die eiweißabbauenden Enzyme nicht mehr hindern, das Gewebe anzugreifen. Bei einem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel wird also neben der Leber auch die Lunge geschädigt; die Wände der Lungenbläschen werden zerstört und ein Lungenemphysem entsteht.

Neben dem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel gibt es noch weitere genetische Ursachen für diese Erkrankung. So haben in den vergangenen Jahren Wissenschaftler einige Gene identifiziert, die in Entzündungsreaktionen der Bronchialschleimhaut eingreifen. Und auch bei Rauchern wurde eine Genvariante gefunden, die anscheinend die Entwicklung einer COPD begünstigt. Solche Arbeiten und die Tatsache, dass die COPD in manchen Familien gehäuft auftritt, legen nahe, dass noch andere genetische Faktoren bei der Entstehung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung beteiligt sind. (2)

 

Quellen:
(1) Spix C et al.: Short-term effects of air pollution on hospital admissions of respiratory diseases in Europe: a quantitative summary of APHEA study results. Air Pollution and Health: a European Approach. Arch Environ Health. 1998; 53:54-64.
(2) https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/copd/risikofaktoren/index.html

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