Typ-2-Diabetes: ein unterschätzter Herzensbrecher

Typ-2-Diabetes: ein unterschätzter Herzensbrecher

Dass ein schlecht eingestellter Blutzucker teils schwerwiegende Folgen für Augen und Nieren haben kann, dürfte Typ-2-Diabetikern oder Angehörigen eines Typ-2-Diabetikers bekannt sein. Haben Sie schon einmal an das Herz gedacht? Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Menschen mit Typ-2-Diabetes1.

Doch was sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder kurz Herzerkrankungen? Der Begriff fasst alle Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße zusammen – darunter zum Beispiel den Herzinfarkt2,3,4. Das Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln, ist bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zwei- bis viermal höher als bei Menschen ohne Diabetes. Darüber hinaus ist es bei Diabetes-Patienten im Vergleich zu Menschen ohne Diabetes bis zu viermal wahrscheinlicher, dass sie an einer Herzerkrankung versterben. Die Lebenserwartung kann sich um bis zu 12 Jahre verringern4,5,6,7.

Diabetes und Herzerkrankungen gehen Hand in Hand

In Deutschland leben etwa 6,5 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes8. Sie alle haben ein erhöhtes Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln. Dafür gibt es mehrere Gründe: schlecht eingestellte Blutzuckerwerte führen zu Schäden der Blutgefäße. Begleiterkrankungen des Diabetes wie Bluthochdruck verstärken die Gefäßschäden häufig noch9. Aber auch wenn die Blutzuckerwerte gut eingestellt sind, kommt es oft zu weiteren Erkrankungen, die das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen10. Eine gute Blutzuckereinstellung ist folglich nur ein Aspekt einer ganzheitlichen Diabetes-Behandlung. Ein weiterer ist, sich dem eigenen Risiko für Herzerkrankungen bewusst zu werden.

Herzerkrankungen im Blick behalten

Menschen mit Typ-2-Diabetes sollten sich daher an ihren behandelnden Arzt wenden. Haben Sie selbst oder einer Ihrer Angehörigen Typ-2-Diabetes? Dann Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Erkrankung und Ihr persönliches Risiko für Herzerkrankungen oder ermutigen Sie Ihre Angehörigen zum Arzt zu gehen. Hier klicken für weitere Informationen und Tipps für das Gespräch beim nächsten Arztbesuch.

Selbst aktiv werden – besser leben

Dass ein Typ-2-Diabetes immer auch zur Herzensangelegenheit werden kann, ist eine Tatsache. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Patienten selbst eine ganze Menge tun können, um das eigene Risiko positiv zu beeinflussen11. Selbst aktiv werden – so lautet die Devise! Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist dabei die Veränderung des Lebensstils. Mit dem Rauchen aufzuhören, sich mehr zu bewegen und gesund zu ernähren trägt dazu bei, nicht nur länger, sondern langfristig auch besser zu leben.

Referenzen:
1 World Heart Federation. Online publiziert unter: www.world-heart-federation.org/cardiovascular-health/cardiovascular-disease-risk-factors/diabetes/ (zuletzt aufgerufen: Januar 2017).
2 Mackay J, Mensah GA et al. World Health Organization. 2004
3 Mozaffarian D, Benjamin E et al. Circulation. 2015;132;e1-e323.
4 Beckman J, Creager M, Libby P. JAMA. 2002;287:2570-2581.
Nwaneri C, Cooper H, Bowen-Jones D. Br J Diabetes Vasc Dis. 2013;13(4):192-207.
6 Emerging Risk Factors Collaboration, Di Angelantonio E, et al. JAMA. 2015;314(1):52-60.
7 Booth G, Kapral M, Fung K, et al. Lancet. 2006;368: 29-36.
8 diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2018 – Die Bestandsaufnahme. Abrufbar unter: https://www.diabetesde.org/system/files/documents/gesundheitsbericht_2018.pdf (letzter Aufruf März 2018).
9 World Heart Federation. Diabetes as a risk factor for cardiovascular disease. Online publiziert unter: http://www.world-heart-federation.org/cardiovascular-health/cardiovascular-diseaserisk-factors/diabetes/ (zuletzt aufgerufen: Januar 2017).
10 American Heart Association. Cardiovascular Disease & Diabetes. Online publiziert unter: http://www.heart.org/HEARTORG/Conditions/Diabetes/WhyDiabetesMatters/Cardiovascular-Disease-Diabetes_UCM_313865_Article.jsp (zuletzt aufgerufen: Januar 2017).
11 American Diabetes Association. Diabetes Care. 2018;41(Suppl.1):S7–S12.

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